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 Die Trainingshalle

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Seiko
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BeitragThema: Die Trainingshalle   So 28 Apr 2013 - 0:47

Die Trainingshalle


Die Trainingshalle ist ein großer Raum, der zur Ausbildung der Soldaten verwendet wird. Zu diesem Zweck befinden sich hier ebenfalls Waffen wie Schwerter, Schlagstöcke oder Wurfmesser sowie Schoner, Schutzwesten und Verbandsmaterial. Zugleich kann man indem man diese Halle durchquert ebenfalls das äußere Trainingsgelände erreichen. Damit die Soldaten und auch Personen in höheren Positionen die Möglichkeit eines jederzeit verfügbaren Trainings erhalten können, dürfen Befugte diesen Ort stets betreten.

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Shigeko
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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Do 2 Mai 2013 - 12:59


Zusammen mit Seiko betrat ich die Trainingshalle in der die Soldaten bereits warteten. Sie schienen alle noch sehr jung zu sein und keine besondere Erfahrung zu haben, vor allem wirkten sie recht schlaksig und ich bezweifelte dass das Kämpfen mit den Holzwaffen in ihren Händen ihnen wirklich liegen würde. Dass sie mich alle anstarrten ignorierte ich gekonnt. Die Halle an sich war sehr groß und bot daher viel Platz zum Kämpfen. Doch ich war sehr erstaunt wie schnell die Truppe aus schlaksigen Soldaten sich in Reih und Glied aufstellen konnte, als Seiko vor sie trat. Sie hatten mit Sicherheit mindestens genauso viel Respekt vor ihr, wie ich. Und jetzt wo ich sie in ihrem Element sah hatte ich vermutlich noch mehr Respekt vor ihr als sowieso schon. Ich stellte mich etwas abseits, damit ich sie nicht stören würde. Ich war ja für sie und mich eigentlich nur gezwungener Maßen hier und auch auf Ichiros Abraten, denn er hatte mir ja empfohlen mich noch zu schonen und erst mal im Anwesen zu verweilen. Aber das war mir viel lieber als die gegenüberliegende Wand meines Zimmers anzustarren und darauf zu warten dass sich jemand erbarmte mit mir zu sprechen und mir so die Zeit der Genesung etwas angenehmer zu gestalten. Ich ließ mich auf einer Erhöhung nieder und stützte mein Kinn auf die Hand. Das könnte ja noch interessant werden. Ich war noch nie bei einer Trainingsstunde von Soldaten dabei gewesen und war gespannt wie die Situation nun ausfallen würde. Nach Seikos Zustimmung nun mit dem Training zu beginnen, nahmen die Soldaten ihre Plätze ein. Jeweils zwei bildeten ein Kämpferpaar, allerdings konnte sogar ich als vollkommener Laie auf diesem Gebiet klar und deutlich erkennen, dass das was sie da taten nicht gerade die vorgesehene Lektion darstellte. Sie wirkten vollkommen unbeholfen und traten sich mehr selbst auf die Füße als zu trainieren. Zu gern hätte ich gewusst, wie ich mich bei der ganzen Sache wohl angestellt hätte.

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Di 7 Mai 2013 - 0:01

Ich trat zusammen mit Lady Shigeko in die Trainingshalle, wobei meine Laune nun den absoluten Tiefpunkt erreicht hatte. Meine Schwester war am heutigen Morgen abgereist und hatte sich am Hafen wie eine Wahnsinnige gefreut Hiroshi wiederzusehen, anschließend durfte ich mich durch die, von ihr perfekt geordneten Aktenberge schlagen, mich um Lady Shigekos Sicherheit kümmern und ihren Wünschen Folge leisten und zum Abschluss diesen völlig nutzlosen Lehrlingen Kampfunterricht erteilen. Na toll, ziemlich schlimmer konnte es nun nicht mehr kommen. Die Männer blickten auf mich und meine Begleiterin, als wären wir eben mit einem UFO angeschwebt gekommen und aus diesem herausgeklettert, dazu standen ihre Münder allesamt offen, so dass sich mir die Frage stellte ob sie wie Schlangen ihre Kiefer aushängen konnten. Ich verdrehte nur die Augen. Eigentlich gefiel es mir nicht dieses Kind wie immer mit mir herumschleifen zu müssen, doch mir blieb wohl oder übel keine andere Wahl. Zudem konnte ihr hier sowieso nichts passieren, zum einen weil ich mich hier befand, zum anderen weil diese 'Soldaten' schon einen High-Fighte gegen eine Eintagsfliege führen mussten und sich anschließend selbst verletzten. Während Lady Shigeko sich auf einer Erhöhung am Hallenrand niederließ, trat ich vor die Männer, welche Sekunden später in einer Reihe vor mir standen. Und früher hätte man mich ausgelacht, wenn ich die Vorstellung eines solchen Bildes geäußert hätte. Ich verdrehte ein weiteres Mal die Augen. Hoffentlich gingen diese zwei Stunden schneller vorbei als beim letzten Mal, ansonsten würde ich vermutlich noch die Krise bekommen. "Vizeadmiralin Sugimura-sama, Squad 12 meldet Gruppenvollständigkeit und Bereitschaft zum Kampftraining." Die Männer verbeugten sich. Ich seufzte. Na dann mal los, je schneller ich dies hinter mich bringen konnte, desto besser. "Aufrichten." sagte ich gelangweilt und machte mit der Hand eine Geste. "Wir beginnen mit einem einfachen Aufwärmtraining, denn ich hoffe eure soeben ausgeführte Tätigkeit wurde lediglich für Unterhaltungszwecke verwendet. Denn zu etwas anderem wäre dies definitiv nicht geeignet." Ich zog die Augenbraue hoch. "Kämpferpaare bilden. Anschließend Liegestütze, fünfzig pro Kopf, der jeweilige Partner auf dem Rücken stehend. Ihr habt drei Minuten." Ich wandte mich um und hörte, wie mehrere der Männer seufzten. Meine Augen verengten sich und ich blickte sie wütend über meine Schulter hinweg an. "Zwei Minuten." Hektisch suchten sich die Soldaten einen Partner und versuchten so schnell wie möglich zu beginnen, während ich zu Lady Shigeko hinüber schritt und mich mit verschränkten Armen neben die Erhöhung stellte. "Ich muss mich entschuldigen Shigeko-sama, Euch in eine solche Angelegenheit zu verwickeln und Euch zugleich damit zu langweilen. Dies steht mir wahrlich nicht zu."

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 22 Mai 2013 - 2:05


Ich beobachtete Seiko von meinem Platz aus und auch die Mienen der Männer, vermutlich würde es keiner von ihnen es auch nur im Ansatz wagen Seiko zu widersprechen oder sonst irgendetwas zu tun, was ihr missfallen könnte. Ich blickte auf die Männer hinunter die nun Liegestütze machten und der erste bereits nach 20 Sekunden zusammenbrach und die anderen schnell mal ein paar mehr Liegestützen dazu zählten als sie auch wirklich gemacht hatten. Auf irgendeine Weise amüsierte mich dieser Trupp ziemlich. Vor allem da die Männer einfach komplett unfähig wirkten. Als einer von ihnen das Gleichgewicht auf seines Partners Rücken verlor, zur Seite fiel und dabei die umstehenden drei Soldaten mit sich riss, musste ich wirklich an mich halten um nicht sofort loszulachen. Das Bild war einfach köstlich, wie die vier übereinander auf dem Boden lagen und wie Fische auf dem Trockenen in die Luft starrten. Jedoch genügte ein böser Blick seitens Seiko dass sich alle vier sogleich wieder aufrichteten und mit ihrem Aufwärmtraining fortfuhren. Aber ich wollte eigentlich gar nicht wissen wie diese Soldaten sich dann beim eigentlichen Training anstellen würden, vermutlich würden sie sich mit den Holzwaffen selber die Köpfe einschlagen als ihrem Gegenüber und schließlich von sich selbst besiegt auf dem Boden liegen. Ich stellte mir dieses Bild höchst amüsant vor, aber es war vermutlich nicht richtig so vorschnell über die Soldaten zu urteilen, womöglich hatten sie ja doch ihre guten Seiten und Talent, auch wenn ich das bisher noch nicht entdeckt hatte. Seiko wandte sich schließlich von dem Trupp ab und stellte sich neben mich auf die Erhöhung. "Ich muss mich entschuldigen Shigeko-sama, Euch in eine solche Angelegenheit zu verwickeln und Euch zugleich damit zu langweilen. Dies steht mir wahrlich nicht zu." "Aber nicht doch, Ihr müsst Euch dafür nicht entschuldigen, Seiko-san. Im Gegenteil ich finde es nicht langweilig, sondern vielmehr interessant." sagte ich und schwieg dann, vermutlich würde ich Seiko mit mehr Worten nur wieder aufregen und das hoffte ich tunlichst zu vermeiden.

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 22 Mai 2013 - 14:05


Ich seufzte lautstark und schüttelte nur den Kopf, als ich sah wie ungeschickt sich die Soldaten bei einer solch einfachen Übung anstellten. Wieso starben sie nicht bei dem Training oder verletzten sich so sehr, dass man sie nie wieder einsetzen könnte, damit ich und meine Nerven endlich ein wenig Ruhe hatte. "Aber nicht doch, Ihr müsst Euch dafür nicht entschuldigen, Seiko-san. Im Gegenteil ich finde es nicht langweilig, sondern vielmehr interessant." Überrascht rutschten meine Augenbrauen ein Stück nach oben. Ein Balg wie sie, das ein solches Training interessant fand? Okay, Ichiro hatte recht gehabt, Lady Shigeko war definitiv noch nicht gesund. "Vergebt mir diese unangebrachte Bemerkung, doch wie es scheint sind unsere Meinungen bezüglich des Trainings ein wenig verschieden. Ich würde Euer 'interessant' eher durch den Begriff 'erbärmlich' ersetzen, denn diese Aufführung." Ich deutete mit der Hand auf die Möchtegernsoldaten. "Ist mehr als nur eine Blamage für die Domäne Maruyama." Seufzend richtete ich meinen Blick wieder auf den Trödeltrupp, dessen Hälfte inzwischen keuchend auf dem Boden oder mit der Visage im Dreck lag. Ich klatschte in meine, in Handschuhe gehüllten, Händen. "Die zwei Minuten sind vorbei und das Einzige was ihr zustande gebracht habt ist den Staub auf dem Boden aufzuwirbeln." Ich schüttelte den Kopf. Wie lange musste ich das hier noch durchhalten? "Jetzt hört mal gut zu, eure Leistungen haben sich in all den Wochen kaum sichtbar gesteigert. Wenn ihr noch immer den Wunsch habt dieses Land zu beschützen, so müsst ihr alles daran setzen diese zu verbessern, jeder der dies anders sieht und sich gegen diese Anweisung stellt, kann diese Halle augenblicklich verlassen." Ich streckte meinen Arm schwungvoll nach rechts und deutete damit in Richtung Tür. "Ich weiß selbst, dass dies beanspruchend ist, doch es ist nicht unmöglich. Vor allem hat man euch ausreichend Zeit zur Verfügung gestellt." Das war die Wahrheit. Ich hatte dies alles selbst geschafft und zwar in einem weitaus schnelleren Zeitraum und dies noch als einzige Frau. Wieso hatte man mir auch vor ein paar Tagen dieses Squad aufzwängen müssen? Der vorige Leiter hatte hier ja eine Katastrophe angerichtet. "Ihr lauft zwölf Runden durch die Halle, dann einen Richtungswechsel. Anschließend wird jene Übung, bei der ihr soeben versagt habt wiederholt. Versucht dies bestmöglich zu erfüllen und eure Schmerzensgrenzen zu überschreiten… Anschließend beginnen wir mit dem Kampftraining. Morgen früh werdet ihr euch an einem Sondertraining beteiligen, zusammen mit dem Squad 4, um eure Ausdauer zu stärken und das nun verkürzte Aufwärmtraining nachzuholen. Ihr habt 19 Minuten, acht Minuten für jeweils zwölf Runden, die verbliebenen drei für Liegestütze. Los!"

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Do 23 Mai 2013 - 0:08


Ich beobachtete wie Seiko den Soldaten weitere Anweisungen verpasste und sich dann an mich wandte. "Vergebt mir diese unangebrachte Bemerkung, doch wie es scheint sind unsere Meinungen bezüglich des Trainings ein wenig verschieden. Ich würde Euer 'interessant' eher durch den Begriff 'erbärmlich' ersetzen, denn diese Aufführung ist mehr wie nur eine Blamage für die Domäne Maruyama." Ich ließ meinen Blick zurück zu den Soldaten wandern, die noch immer zur Hälfte im Staub lagen. "Nun ich vermute es sind Anfänger und ich weiß mir als Laie steht das nicht zu, aber jeder fängt doch mal klein an." Ich hoffte dass Seiko auf diese Bemerkung hin nicht vollkommen ausrasten würde, immerhin war es nicht böse gemeint gewesen. Doch sie wies schon wieder die Soldaten zurecht, die sich nun alle fast überschlugen als sie sich aus dem Staub erhoben. Seikos Worte klangen auf mich zwar hart, aber anscheinend waren diese Männer doch keine blutigen Anfänger so wie ich vermutet hatte sondern trainierten schon seit längerer Zeit, wenn auch nicht sonderlich erfolgreich wie sich jetzt herausstellte. Entweder diese Männer hatten einfach keinerlei Talent zu Soldaten oder sie hatten vor Seiko einen äußerst miserablen Lehrer gehabt, der nicht imstande gewesen war sie ordentlich zu trainieren. Dann wäre es natürlich kein Wunder warum sie unter Seikos Übungen reihenweise zusammenbrachen. "Ihr lauft zwölf Runden durch die Halle, dann einen Richtungswechsel. Anschließend wird jene Übung, bei der ihr soeben versagt habt wiederholt." Ich musste fast schon schmunzeln bei dieser Anweisung. Das Laufen hätte ich vermutlich mit Leichtigkeit geschafft, denn im Gegensatz zu diesen Männern hatte ich mehrere hundert Kilometer am Stück zurückgelegt und das in ziemlich geringer Zeit für die Umstände und Wetterverhältnisse. Allerdings bezweifelte ich, dass ich diese Liegestützübung hinbekommen würde, vermutlich würde ich wie die Männer bereits nach den ersten drei Liegestützen zusammenbrechen. Gespannt sah ich ihnen zu wie sie die Runden liefen und anschließend die Übung wiederholten. Zwar war das immer noch nicht sonderlich viel besser, aber sie schienen sich mehr anzustrengen als zuvor. Jedoch interessierte mich viel mehr das folgende Kampftraining.

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 24 Jul 2013 - 14:21

Ich seufzte und tippte ungeduldig mit den Fingern auf meinem Arm herum, während die Soldaten ihre Runden liefen und anschließend die Liegestütze vollzogen. Es war noch immer miserabel mit anzusehen, doch immerhin verbesserten sie sich minimal. Um meine Nerven nach dem heutigen Tag nicht noch einer weiteren Gefahr auszusetzen, beschloss ich dies einfach hinzunehmen und mich nicht weiter mit den Männern herumzuärgern. "Nun ich vermute es sind Anfänger und ich weiß mir als Laie steht das nicht zu, aber jeder fängt doch mal klein an." Ich rieb mir die Schläfen. Hoffentlich bekam ich nun keine Kopfschmerzen. "Nun, dies wäre ein äußerst schöner Gedanke Shigeko-sama, doch diese Soldaten genießen schon seit guten zwei Monaten ein tägliches Training, auch wenn ich erst seit kurzer Zeit die Verantwortung für ihre Ausbildung trage und mich ihnen lediglich ein bis zwei Mal pro Woche zuwenden kann. Dennoch trainieren sie mit anderen Einheiten, was mich bezüglich ihrer mangelhaften Leistung nur umso mehr enttäuscht." So langsam gab ich die Hoffnung wirklich auf, diesen Männern etwas beizubringen. Schließlich schüttelte ich ein weiteres Mal den Kopf und trat einige Schritte vor, wobei ich zweimal in die Hände klatschte. "Aufrichten." befahl ich, woraufhin die Männer sich mühselig in Zeitlupe erhoben. Mit einem kurzen Blick wurde dieses Tempo jedoch um ein vielfaches erhöht. "Bevor ihr euch, wie bei dem Training mit Squad 6 mit den Stäben umzubringen droht, sowie Uimuro-san es mir berichtete, werdet ihr euch heute mit dem Faustkampf auseinandersetzen. Ihr bildet jeweils ein Kampfpaar. Einer greift an, der andere wehrt ab, so wie wir es in den vergangenen Stunden geübt haben. Ich möchte keine sinnlosen unpräzisen Schläge sehen, so als ob ihr kleine Kinder wärt, denen man eben den Lutscher abgenommen hat. Ich möchte, dass ihr euren Körper mit Bedacht einsetzt und bis zu einem gewissen Grad taktisch versucht gegen euren Gegner vorzugehen. Anatomiekenntnisse sind in einem solchen Fall nicht einmal schlecht, was nun an jene Leute gerichtet ist, die letzte Woche den Unterricht geschwänzt haben." Ich bedachte einige der Männer mit einem tödlichen Blick, woraufhin diese zusammenzuckten. "Denn damit kann man seine Strategie verbessern und auch anspruchsvollere Gegner aufgrund natürlicher Körperschwächen ausschalten. Aber nun fangt an. Es gilt noch immer die Regel, dass jeder der am Boden liegt keinem weiteren Angriff ausgesetzt wird. Jeder der sich dem widersetzt, darf sich als Gegnerin mir zuwenden." Einige der Männer schluckten. Ich hatte mich gerade umgedreht um zu Shigeko zurück zu gehen, blickte jedoch mit einem genervten Blick noch einmal zu den Herrschaften. "Benötigt ihr eine Sondereinladung? Ihr sollt anfangen!!"

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 3:50

Ich saß noch immer ein wenig kleinlaut auf der Erhöhung und beobachtete die Soldaten. Zugegeben sie stellten sich nicht besonders geschickt an und schienen nicht den besten Unterricht genossen zu haben, aber immerhin machten sie wenigsten winzige Fortschritte. Nur zu gern hätte ich gewusst wie ich mich bei dieser Sache angestellt hätte. Ich stützte das Kinn auf meine Handfläche und wartete, diese jungen Männer stellten sich wirklich mehr als ungeschickt an. "Nun, dies wäre ein äußerst schöner Gedanke Shigeko-sama, doch diese Soldaten genießen schon seit guten zwei Monaten ein tägliches Training, auch wenn ich erst seit kurzer Zeit die Verantwortung für ihre Ausbildung trage und mich ihnen lediglich ein bis zwei Mal pro Woche zuwenden kann. Dennoch trainieren sie mit anderen Einheiten, was mich bezüglich ihrer mangelhaften Leistung nur umso mehr enttäuscht." Seiko bestätigte mit diesen Worten das was ich sowieso schon angenommen hatte. "Oh." sagte ich. Das änderte natürlich die Lage, ich hätte damit gerechnet, dass sie vielleicht schon zwei oder allerhöchstens drei Wochen trainierten, aber doch nicht bereits zwei Monate. Das rückte diese Soldaten ja in kein sonderlich gutes Licht. Noch immer schoss mir der Gedanke durch den Kopf wie ich mich wohl dabei anstellen würde und ich würde es wirklich gern ausprobieren, ob Seiko dies allerdings zulassen würde, wäre die andere Sache. Diese verpasste ihnen gerade den Auftrag nun mit dem eigentlichen Training zu beginnen, nämlich dem Faustkampf, wobei die Männer sich nicht so schlecht anstellten wie noch zuvor beim Kampf mit den Holzwaffen. Jedoch hatte Seikos Warnung die Männer anscheinend etwas eingeschüchtert, mich auch, aber ich war davon ja nicht wirklich betroffen. Ich kaute auf meiner Unterlippe und beobachtete noch immer die kämpfenden Männer. Schließlich nahm ich all meinen Mut zusammen und wandte mich an Seiko. "Dürfte ich es auch einmal versuchen?" fragte ich und versuchte dabei nicht eingeschüchtert zu klingen, was mir auch recht gut gelang.

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 3:55

Ich versuchte den Männern eine Zeit lang bei ihren Möchtegern-Kämpfen zuzusehen, musste dies letztendlich doch aufgeben. Mein Kopf begann immer mehr zu schmerzen, was möglicherweise daran lag, dass ich ihn alle zwei Minuten schüttelte. Ich hörte die Schläge im Hintergrund, wie die Fäuste auf einen Körper trafen, das Keuchen und schwere Atmen der Männer. Jedoch ersparte ich es mir, dies ein weiteres Mal ansehen zu müssen, denn keiner dieser Schläge war auch nur halbwegs durchdacht. "Dürfte ich es auch einmal versuchen?" Ich drehte mich zu Lady Shigeko um und versuchte nicht allzu erstaunt auszusehen. Das kleine Mädchen aus gutem Hause wollte kämpfen und sich womöglich noch einen kostbaren Fingernagel abbrechen? Einen Moment lang war ich kurz davor in lautes Gelächter auszubrechen, konnte dies jedoch ausgezeichnet kaschieren. "Vergebt mir Shigeko-sama." sagte ich und verbeugte mich. "Ich halte es für keine gute Idee Eurem Körper nach den letzteren Ereignissen einer solchen Belastung auszusetzen. Zudem ist dies definitiv nicht der Bereich indem eine Frau wie Ihr es eine seid Euch zu betätigen hättet." Außerdem du kleines Balg möchte ich nicht demnächst in meinem Sarg landen so wie du das gerne hättest und anscheinend alles daran setzt um dies zu erreichen! Ich war doch nicht lebensmüde und ließ Lady Shigeko, der große Schützling Shigerus, von einer Horde hirnloser Soldaten attackieren, wobei diese zusätzlich erst vor wenigen Tagen umgekippt war. Da konnte ich mir gleich ein Messer in die Brust rammen. "Wenn Ihr mich einen Moment entschuldigt." Ich wandte mich von Shigeko ab und blickte zu den Soldaten. "Das genügt, sonst fühlen sich die kleinen Kinder des Bürgerviertels noch gekränkt, weil ihr deren Kampfstil so schlecht nachahmt." Seufzend schritt ich auf die Männer zu. "Ich sagte ihr sollt präzise angreifen und nicht wie Geistesgestörte aufeinander losgehen. Was glaubt ihr, was ich mit euch in den letzten Stunden überhaupt geübt habe? Nochmal von vorne, ich werde dabei eure Haltung, den Stand und weitere Dinge korrigieren." Die Soldaten setzten ihre Übungen fort und schlugen immerhin nicht mehr ganz so schlimm wie Kindergartenkinder aufeinander ein, was mich ein wenig zufriedenstellte. Ich korrigierte beinahe alle zwei Sekunden irgendjemanden, erklärte wie man den Schlag richtig ausführte oder ähnliches, bis ich jedoch zu Jusa kam. Er war noch ein sehr junger Mann, vermutlich nicht einmal zwanzig und war wie ich wusste in zahlreiche Frauengeschichten verwickelt, weshalb er nur selten zum Unterricht erschien. Ich verabscheute diesen Kerl, doch als Vizeadmiralin konnte ich es mir nicht erlauben, dies auszudrücken. Ich war gerade dabei seinen Stand zu korrigieren und schob daher seine Schultern ein Stück zurück, da man durch einen solchen Fehler leicht ins Wanken geraten konnte, als ich etwas an meinem Körper spürte. Eine Hand. Eine Hand die da definitiv nichts zu suchen hatte! Meine Augen verfärbten sich Rot und ich holte schwungvoll zu einem Schlag aus. Es folgte eine schallende Ohrfeige, deren Geräusch so laut war, dass die umstehenden Soldaten bereits zusammenzuckten und sich zudem ein roter Abdruck meiner Hand auf Jusas Wange abzeichnete. Bevor er sich auch nur einen Zentimeter bewegen konnte, packte ich ihn am Kragen und hob ihn hoch, was dank meiner Absätze sogar relativ gut ging. "Wag das noch einmal und ich garantiere dir, dass du diese Halle nicht mehr lebend verlassen wirst. Haben wir uns da verstanden?" zischte ich und funkelte ihn mit meinen roten Augen wütend an. An meiner Hand konnte ich spüren, wie sein ganzer Körper zitterte, während er eifrig nickte. Ich ließ ihn los und sein Körper prallte ähnlich wie ein Mehlsack auf dem Boden der Halle auf. Jetzt sollte er genug haben, doch ich hatte falsch gedacht. "Su… Sugimura-sa… sama?" fragte er mit zitternder Stimme. Wieso hatte ich in letzter Zeit nie einen Dolch bei mir, denn es gab inzwischen zahlreiche Personen an denen ich diese Waffe liebend gerne ausgetestet hätte. Ich hörte wie er ein paar Mal tief Luft holte, ehe er weitersprach. "Ich würde mich dazu bereit erklären, Lady Tsuyikas Bitte an Euch nachzukommen und es sie versuchen zu lassen, sofern sie dies möchte. Nic… Nicht einmal Ihr habt das Recht ihre Wünsche zu missachten." Ich ermordete ihn mit meinem Blick und hätte ihn am liebsten auf der Stelle umgebracht, doch das ließ sich nun wirklich schlecht einrichten. Stattdessen zwang ich mich zu einem Lächeln als ich mich an Lady Shigeko wendete. "Nun Lady Tsuyika? Habt Ihr Interesse?" Verdammt noch mal, wieso musste dieser Idiot mit seinen Worten auch Recht haben!?

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 3:58

Innerlich vor Wut schäumend ließ ich mich zurück auf die Erhöhung sinken, das war ja mal wieder typisch. Im einen Moment wurde man als vollkommener Waschlappen und Balg ohne Lebenserfahrung beschimpft und wenn man dann mal seinen gesamten Mut zusammennahm und fragte ob man es im Kämpfen auch einmal versuchen dürfte sowas. Super. Ich zwang mich dazu meine Hände nicht zu Fäusten zu ballen und auch möglichst nicht mit den Zähnen zu knirschen, da dies Seiko vermutlich nur aufgeregt hätte. "Ich halte es für keine gute Idee Eurem Körper nach den letzteren Ereignissen einer solchen Belastung auszusetzen. Zudem ist dies definitiv nicht der Bereich indem eine Frau wie Ihr es eine seid Euch zu betätigen hättet." Am liebsten hätte ich ihr an den Kopf geworfen dass ihr meine Gesundheit zuvor auch egal gewesen war und sie wenn sie schon daher kam, dass ich hier nichts zu suchen hätte, endlich damit aufhören sollte mich derart zu hassen nur weil ich nichts von der Welt kannte und wohlbehütet aufgewachsen war. Mal wieder zeigte sich das was mir schon zuvor aufgefallen war, diese Frau widersprach sich selbst mit Worten und Gefühlen. Zum einen hasste sie mich weil ich klein und mädchenhaft war und zum anderen unterband sie es tunlichst wenn ich versuchen wollte dies abzuschütteln, es war ja geradezu als wollte sie mich hassen. Ich schnaubte leise, sodass Seiko es nicht mitbekommen konnte. "Wenn Ihr mich einen Moment entschuldigt." Ich hätte ihr am liebsten ein mürrisches Jaja hintergeworfen doch ich nickte nur und beobachtete wie sie die Soldaten zurechtwies. Ich merkte mir jegliche Verbesserungsvorschläge und Erklärungen die sie zu dieser Kampftechnik gab und hätte sie wirklich gern einmal angewendet, aber das war ja dank Seiko nicht möglich. Das würde ja noch eine lustige Zeit werden. Doch als Seiko plötzlich von einem der Männer berührt wurde, rastete diese schon wieder aus. Ich hatte mir vorgenommen mich vor diesem Anblick nicht mehr zu fürchten. Ich war schon einmal fast gestorben, da würde ich mich nicht von Seiko wieder einschüchtern lassen, sodass ich umkippte. Der arme Mann erhielt eine saftige Ohrfeige, die extrem schmerzhaft klang. Ich vermutete dass der junge Mann nie wieder das Wort gegen Seiko erheben würde, doch bereits kurz nachdem er auf dem Boden aufgeschlagen war sprach er sie wieder an. "Ich würde mich dazu bereit erklären, Lady Tsuyikas Bitte an Euch nachzukommen und es sie versuchen zu lassen, sofern sie dies möchte. Nic... Nicht einmal Ihr habt das Recht ihre Wünsche zu missachten." Ich zog erstaunt die Augenbrauen in die Höhe. Aha so war das also. Ich versuchte mich nicht triumphierend vor Seiko hinzustellen und in Siegesgelächter auszubrechen. "Nun Lady Tsuyika? Habt Ihr Interesse?" Ich verkniff mir ein Grinsen auf diese Frage. "Ja, das habe ich." sagte ich vernünftig, ich wollte meinen Kopf nicht durch eine gehässige Antwort riskieren.

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 4:01

"Ja, das habe ich." Ich musste mich wahrhaft beherrschen nicht mit den Zähnen zu knirschen oder die Hände zu Fäusten zu ballen. Nicht einmal Jusa konnte ich einen tödlichen Blick zuwerfen, da dieser nur wieder panisch reagieren und meine Wut damit verraten würde. "Wenn dies Euer Wunsch ist." Ich verbeugte mich und versuchte den Zorn in den Hintergrund zu schieben, zum Einen da es nur wieder zu einer Veränderung meines Erscheinungsbildes führen könnte und ich nicht erneut einen Sprint wegen Lady Shigeko zu Ichiro hinlegen wollte, zum Anderen um diese Halle nicht sofort in ein Häufchen Asche zu verwandeln. "Also schön." sagte ich letztendlich zu den Soldaten und deutete ihnen mit der Hand stehen zu bleiben. "Ihr wartet hier, ich möchte noch Rücksprache mit Shigeko-sama halten. Und Jusa?" fragte ich mit drohender Stimme. "Solltest du bei Lady Tsuyika denselben Versuch wie bei mir starten, wirst du den restlichen Abend ohne deine Hände verbringen müssen, sowie deine gesamte verbliebene Lebenszeit." Ich wartete noch einen Augenblick auf eine Reaktion seitens der Soldaten, doch als diese sich als herausragende steinerne Statuen bewährten, schritt ich auf Shigeko zu. Wenigstens etwas, dass diese Männer beherrschten. "Shigeko-sama?" fragte ich so freundlich wie zuvor. "Wie Ihr wisst, bin ich gegen dieses Vorhaben, doch wenn dies Euer Wunsch ist, so soll diesem nichts im Wege stehen." Na? Hast du es bald geschafft mich unter die Erde zu bringen oder warum nutzt du jede Gelegenheit um mir Ärger einzuhandeln? "Dennoch bitte ich Euch selbstverständlich zunächst äußerst vorsichtig zu sein und würde Euch noch gern ein paar Angelegenheiten und Regeln mitteilen, bevor Ihr gegen Jusa anzutreten wünscht. Wäre Euch dies genehm?" So abstrakt es auch klang, wenn diese Frau sich wirklich für diese Thematik interessierte, ja sie sogar vielleicht verstand und anwenden konnte, so würde ich wohl zugeben müssen Shigeko ein wenig unterschätzt zu haben. Ach Unsinn. Sowas würde ich mit Sicherheit nicht tun!

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 4:04

Auf meine Antwort hin wirkte Seiko alles andere als motiviert oder glücklich, obwohl sie so gut wie möglich versuchte ihre Wut zu verstecken, aber ich würde mich jetzt nicht wie ein Kind wieder in meine Ecke setzen und brav sein. "Wenn dies Euer Wunsch ist." Ich nickte und versuchte angestrengt Seikos Blick standzuhalten ohne den meinen abzuwenden. Ich merkte ihr wohl an dass sie mit der Wut kämpfte und ich fürchtete um das Leben des armen Soldaten der sie darauf aufmerksam gemacht hatte, dass sie meine Wünsche nicht missachten konnte. Sie richtete das Wort wieder an die Soldaten und der arme Jusa bekam von ihr eine saftige Drohung die man bei Seiko wohl auch auf alle Fälle ernst nehmen musste. Wenn ich er wäre, dann wollte ich meine Hände wirklich gern behalten. Handlos durchs Leben zu gehen war sicherlich nicht besonders schön. Schließlich atmete ich unbemerkt tief durch während ich auf das wartete was Seiko mir zu sagen hatte. "Wie Ihr wisst, bin ich gegen dieses Vorhaben, doch wenn dies Euer Wunsch ist, so soll diesem nichts im Wege stehen. Dennoch bitte ich Euch selbstverständlich zunächst äußerst vorsichtig zu sein und würde Euch noch gern ein paar Angelegenheiten und Regeln mitteilen, bevor Ihr gegen Jusa anzutreten wünscht. Wäre Euch dies genehm?" Ich bemühte mich nicht hämisch zu grinsen oder sonstiges zu tun um Seiko zu erzürnen sondern nickte nur. "Ja das wäre es." sagte ich und wartete darauf was ich jetzt noch von Seiko hören würde. Natürlich war es jetzt wichtig für mich die Regeln zu erlernen, denn ich wollte mich nicht wie der vollkommene Trottel aufführen wenn ich dort unten stand und gegen den Soldaten antreten würde. Ich war schon jetzt gespannt darauf wie der Kampf sich entwickeln würde und was ich daraus lernen könnte. So hätte ich wenigstens die Chance mich das nächste Mal wenn ich angegriffen würde, selbst zu verteidigen.

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 4:09

"Ja das wäre es." Na immerhin. Wenigstens würde Shigeko dann nicht wie ein wildgewordener Stier auf Jusa zustürmen und sich dabei verletzen, denn dann hätte ich bereits jetzt die Halle verlassen und Ichiro hierher schleifen können. Ich griff so sanft wie möglich nach Lady Shigekos Arm und zog sie ein kleines Stück weiter weg von den Männern, denn sie brauchten definitiv nicht wissen, welche Ratschläge ich ihr bezüglich des bevorstehenden Duells erteilte. "Nun zunächst zu den Regeln." sagte ich schließlich, nachdem wir einen halbwegs weiten Abstand einhielten. Schließlich beugte ich mich ein Stück hinab, da ich allein schon meiner Absätze wegen ein gutes Stück größer als sie war, und blickte über ihre Schulter. "Wie Ihr wisst, besteht das heutige Training aus reinem Faustkampf. Keine Waffen. Dazu zählen auch Nadeln so wie jene, welche Ihr letztens bei dem Angriff auf Euch verwendet habt. Sobald der Gegner am Boden liegt, wird kein Angriff mehr ausgeführt, dann ist der Kampf zu Ende. Eine Widersetzung bringt für jeden, einschließlich mir und auch Lord Shigeru Folgen mit sich, größtenteils seitens Ichiro, da dieser als Arzt sich ohnehin häufig über die Trainingseinheiten aufregt." Meine Stimme war ein wenig leiser geworden, während ich den letzten Teil grummelte, anstatt ihn Lady Shigeko wirklich nennen zu wollen. "Fingernägel und ähnliches fallen als normale Körperteile nicht in diese Sparte, ebenso wenig wie Zähne. So abstrakt es nun also auch klingt, Ihr könnt Euren Gegner tatsächlich beißen oder versuchen ihm sprichwörtlich die Augen auszukratzen." Ich machte eine kurze Pause und seufzte. Anschließend blickte ich zu den Männern hinüber, welche sich gerade mit Jusa unterhielten. So wie es klang schienen sie sich zu amüsieren, während Jusa zeitgleich etwas Staub von seinen Kleidern klopfte. "Tzz." Eingebildetes Pack. Vermutlich dachten sie lediglich Jusa würde mit Leichtigkeit gewinnen, nur weil Shigeko eine Frau und dazu noch ein wohlbehütetes Kind war. Von wegen! Ich würde wenigstens versuchen, dafür zu sorgen, dass sie länger als zehn Sekunden durchhielt. "Nun noch ein paar Ratschläge. Möglicherweise schafft Ihr es diese umzusetzen im Gegensatz zu den eingebildeten Herrschaften dort drüben." Ich zeigte mit einem Finger auf die Männer. "Zunächst. Das wichtigste ist Euer Stand, ihr dürft nicht zu Boden fallen, sonst seid Ihr Eurem Gegner schutzlos ausgeliefert und könnt Euch kaum verteidigen. Die Fäuste solltet Ihr nicht öffnen, ansonsten besteht die Gefahr, dass Ihr Euch den Finger brecht, was äußerst unschön ist. Kopfschlägen am besten weitgehend ausweichen, denn eine Benommenheit ist in einem Kampf tödlich." Ich machte eine weitere Pause und blickte Shigeko kurz an. Ob sie wenigstens das verstanden hatte? Ich würde es schon sehen. "Das ist quasi der Grundbaustein, vermutlich das Einzige was die dort drüben können." Ich schüttelte den Kopf. "Nun weiter. Richten wir uns speziell auf Jusa. Ihr seht, dass er relativ groß und muskulös gebaut ist, weshalb Schläge gegen die Brust vermutlich sinnlos sind. Auch seinen Kopf zu treffen dürfte schwer werden, ohne dass Ihr Eure Verteidigung fallen lasst. Mit sinnlosen Schlägen werdet Ihr nicht sehr weit kommen. Jedoch ist genau dies Jusas Taktik, speziell bei Euch, da er nicht damit rechnet, dass Ihr präziser handeln könntet. Ich würde Euch raten seine Gelenke mit Schlägen zu versehen, dort befinden sich keine Muskeln und der betroffene Teil wird zumindest kurzzeitig außer Gefecht gesetzt. Dies ist ganz ähnlich wie jene Technik, die ich damals im Iwakunviertel angewendet habe. Ich schätze, dass er Euch von oben angreift und versuchen wird Euch zu packen, das heißt, da sein Kopf unerreichbar ist, dass Ihr nach unten geht. Versucht gegen das Sprunggelenk zu treten, jedoch nicht gegen die Wade, das hat keinen Zweck. Damit sollte er meiner Einschätzung nach umfallen, woraufhin ihr kontern könntet, oder wenigstens kurzzeitig ins Wanken geraten, so dass Ihr erneut angreifen könnt. Ich zwinge Euch nicht, dies anzuwenden, es ist lediglich ein Ratschlag und zeigt wie ich persönlich vorgehen würde. Letztendlich liegt die Entscheidung Eures Handelns selbstverständlich bei Euch."

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 4:12

Ich hörte Seiko aufmerksam zu und blickte kurzzeitig immer wieder zu den Männern, die sich nun in einer Gruppe zusammen gerottet hatte und lachten. Ab und an warf einer von ihnen einen Blick zu uns herüber und ich knirschte mit den Zähnen. Ich würde sicher nicht wie ein kleines Mädchen beim ersten Schlag davon laufen und weinen. Ich fand es zwar ein wenig unnötig, dass Seiko mir noch alle Regeln genauestens erklärte aber trotzdem hörte ich zu. Fast hätte ich die Augen verdreht, es war jawohl klar dass ich nicht mit Nadeln auf den unbewaffneten Mann losgehen würde und auch dass wenn er am Boden lag keinerlei Angriffe mehr auf ihn ausgeführt werden durfte war jawohl lächerlich offensichtlich. Als ob ich auf ihn eintreten würde wenn er schon im Staub lag. Bei den Ratschlägen die sie mir erteilte hörte ich jedoch wieder genauer hin. Das Jusa nicht einfach im Kampf zu besiegen wäre, hatte ich mir schon gedacht. Er war groß und hatte ein ziemlich breites Kreuz und noch dazu bildete er sich recht viel auf sich ein, jedenfalls sah dies so aus wie er da hinten bei den Männern stand und schon über seinen Sieg philosophierte. Ich zog die Augenbrauen zusammen, vermutlich dachte er, er könnte mich mit lediglich einem Schlag besiegen oder müsste nur seine Fäuste in die Luft heben damit ich schreiend davonrannte, aber da hatte er sich gewaltig geschnitten. Ich verbeugte mich leicht vor Seiko-san. "Vielen Dank." sagte ich und ging dann in Richtung Kampfbereich. Auch die anderen Männer nahmen wieder ihre ursprünglichen Positionen ein und Jusa stellte sich mir gegenüber auf. Sein Grinsen war bereits siegessicher. Ich atmete tief durch und rief mir nochmal alles ins Gedächtnis was ich mitbekommen und was Seiko mir gesagt hatte. Und dann begann der Kampf. Jusa zögerte nicht einen Augenblick und sein erster Schlag zielte auf meine rechte Schulter, ich wich diesem mit einem Schritt nach hinten aus, sodass Jusa ins Leere schlug und für einen Moment aus dem Gleichgewicht kam. Er fasste sich jedoch sehr schnell und schien nun recht wütend darüber zu sein, dass er mich nicht mit dem ersten Schlag getroffen hatte. Diesmal schien er auf mein Gesicht zu zielen. Ich rief mir eine Bewegung eines Soldaten ins Gedächtnis die ich zuvor beobachtete hatte und senkte meinen Kopf ab um dann einen Schritt nach links zu machen. So wie Seiko es mir geraten hatte zielte ich mit dem ersten Schlag auf Jusas Ellbogen woraufhin dieser perplex zusammenzuckte und sein Arm sich absenkte. Mein nächster Schlag sollte seine Schulter treffen, doch er wich aus. Mit dem anderen Arm zielte er auf mein Gesicht, doch fast geistesgegenwärtig riss ich denn Kopf nach hinten und sah so seinen Arm nur wenige Zentimeter von meinem Gesicht entfernt. Für einen Moment erschien ein Bild von meiner Flucht aus dem Anwesen meiner Familie vor meinen Augen, es war ähnlich gewesen. Ich biss die Zähne zusammen und stellte mir vor Jusa wäre einer dieser Männer. Mein Schlag traf seine Schulter woraufhin sein Arm absackte und er aus dem Gleichgewicht geriet und mit einem Fußtritt traf ich sein Knie von hinten, sodass er nach vorn auf den Boden sackte. Ich war selbst überrascht dass ich es noch wusste, früher hatte ich einmal zugehört wie der Trainer den jungen Soldaten beibrachte wie man einen Lähmungsschlag ansetzte. Ich zielte und traf Jusa an der Seite seines Halses und bemerkte wie er nun gänzlich nach vorne sackte. Das Adrenalin wich langsam aus meinen Adern und jetzt wirklich erstaunt starrte ich auf Jusa am Boden. Aber ich war nicht die Einzige, denn auch alle anderen Soldaten um uns herum hatten aufgehört gegeneinander zu kämpfen und starrten zu mir herüber.

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 4:15

Ich verbeugte mich ebenfalls kurz vor Shigeko-sama und sah zu, wie diese mir den Rücken kehrte und auf Jusa und die anderen Männer zuschritt. Nun wurde es langsam interessant… und lebensgefährlich für mich sobald man Shigeko auch nur ein Haar krümmte. Ich trat ein Stück nach vorne um das Duell aus der Nähe betrachten zu können und verschränkte die Arme. Egal, jetzt war es sowieso zu spät sich Gedanken über meinen Sarg und die gesamte Beerdigung zu machen. Shigeko und Jusa stellte sich auf und ich sah ein Grinsen auf seinen Zügen, wobei ich mich fragte, wie lange sie wohl durchhalten würde. Sollte Jusa es tatsächlich provozieren, würde er noch bevor er blinzeln konnte meine Faust zu spüren bekommen, denn von Strafpredigten bezüglich Shigeko hatte ich schon genug. Außerdem hatte er mir mit diesem Kampf bereits eine weitere beschert, diese musste nicht noch zusätzlich ausgebaut werden. Jusa setzte zum ersten Schlag an, verfehlte jedoch Shigeko, da diese ihm auswich. Wie erbärmlich, dass er schon wegen eines verfehlten Schlages ins Wanken geriet, woraufhin ich die Augen verdrehte. Auch sein zweiter Angriff schoss ins Leere, da Shigeko sich duckte, eine Technik die heute erst von den Soldaten geübt worden war. Meine Augenbraue rutschte ein Stück weit nach oben. Immerhin, die zehn Sekunden hatte sie schon einmal. Doch es ging noch weiter. Sie schaffte es tatsächlich seinen Arm lahmzulegen, indem sie sowohl gegen seinen Ellenbogen als auch gegen die Schulter schlug, wobei sie Jusas Schulter beim ersten Mal verfehlte. Letztendlich schaffte Shigeko-sama es tatsächlich Jusa mithilfe eines Tritts und eines Lähmungsschlages am Hals zu schlagen. Einen Moment sah ich erstaunt auf den nun am Boden liegenden Soldaten, wobei die Soldaten meine Mimik um Meilen schlugen, da sie allesamt aussahen wie Fische auf dem Trockenen. Aber wenigstens hatte Jusa jetzt seine Strafe bekommen. Er war von einer Frau, die vermutlich noch nie gekämpft hatte, in weniger als zwei Minuten besiegt worden. Meine Laune hob sich und etwas beinahe unglaubliches geschah, in Anbetracht der Tatsache, dass ich nur so reagierte wenn Shinji oder Shina in der Nähe war, was jetzt jedoch nicht der Fall war. Ich kicherte kurz amüsiert und klatschte anschließend ein paar Mal in die Hände, was aufgrund der schwarzen Handschuhe die ich stets trug, etwas dumpf klang. "Meinen Glückwunsch Shigeko-sama. Sollte dies Euer erster Kampf gewesen sein, was ich aufgrund Eurer Herkunft vermute, war dies wirklich ausgezeichnet." Ich legte den Kopf schräg und schenkte ihr, so unheimlich dies auf sie wirken musste, ein aufrichtiges Lächeln, ehe ich den Kopf drehte und die Soldaten schon beinahe verächtlich anblickte. "Und ihr." sagte ich gereizt. "Solltet euch an dieser Frau ein Beispiel nehmen. Lady Tsuyika hat in weniger als einer Stunde ohne eine Trainingseinheit vermutlich mehr gelernt als ihr den vergangenen Monaten. Ihr habt im Gegensatz zu Shigeko-sama schon zahlreiche Kämpfe hinter euch und es hätte Jusa nach dieser Trainingszeit nicht mehr schwer fallen dürfen eine noch unerfahrene Gegnerin zu besiegen. Und ihr wollt euch tatsächlich Soldaten schimpfen? Tzz. Ich werde Yuon-san beauftragen euch zu beobachten und mir Meldung zu machen, sobald ihr Fortschritte macht. Euer Training wird solange unter Uimuro-sans Leitung sein, zusammen mit Squad 6. Solange möchte ich, dass mir keiner von euch mehr unter die Augen tritt. Ich kann meine Zeit nicht an Personen wie euch verschwenden, die kein Interesse daran haben sich zu verbessern und keine Leistungsverbesserung zeigen." Ich streckte wütend schnaubend meinen Arm aus und zeigte auf die Hallentür. "Wegtreten."

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 4:17

Ich starrte noch immer wie paralysiert auf den am Boden liegenden Jusa. War das wirklich ich gewesen die ihn so zugerichtet hatte? Dabei hatte ich noch nie in meinem ganzen Leben ernsthaft gekämpft. Alles was ich angewendet hatte, war das was ich mir über das Zuschauen und Zuhören angeeignet hatte, jedoch noch nie im praktischen angewendet hatte. Ich fasste es noch immer nicht, dass ich wirklich in der Lage gewesen war einen Soldaten der schon mehrere Wochen kämpfte und Kampferfahrung hatte zu schlagen. Schließlich wandte ich den Kopf in Richtung Seiko als ich ein Klatschen hörte. "Meinen Glückwunsch Shigeko-sama. Sollte dies Euer erster Kampf gewesen sein, was ich aufgrund Eurer Herkunft vermute, war dies wirklich ausgezeichnet." Ich verbeugte mich, obwohl ich mir fast schon sicher war, dass ich dieses Lob nicht verdiente. Vermutlich war Jusa einfach nur zu siegessicher gewesen und hatte sich daher überraschen lassen, in einem normalen Kampf hätte ich ihn vermutlich nicht geschlagen. Jedoch spalteten sich meine Gedanken als ich Seikos Lächeln sah. Zum einen wollte ich zurücklächeln und zum anderen fliehen, weil ich Angst hatte etwas Ungutes könne nun passieren. Ich entschied mich jedoch ihr Lächeln zu erwidern. "Und ihr. Solltet euch an dieser Frau ein Beispiel nehmen. Lady Tsuyika hat in weniger als einer Stunde ohne eine Trainingseinheit vermutlich mehr gelernt als ihr den vergangenen Monaten. Ihr habt im Gegensatz zu Shigeko-sama schon zahlreiche Kämpfe hinter euch und es hätte Jusa nach dieser Trainingszeit nicht mehr schwer fallen dürfen eine noch unerfahrene Gegnerin zu besiegen. Und ihr wollt euch tatsächlich Soldaten schimpfen? Tzz. Ich werde Yuon-san beauftragen euch zu beobachten und mir Meldung zu machen, sobald ihr Fortschritte macht. Euer Training wird solange unter Uimuro-sans Leitung sein, zusammen mit Squad 6. Solange möchte ich, dass mir keiner von euch mehr unter die Augen tritt. Ich kann meine Zeit nicht an Personen wie euch verschwenden, die kein Interesse daran haben sich zu verbessern und keine Leistungsverbesserung zeigen." Das war eine sehr saftige Abfuhr die die Soldaten da erhielten. Ein bisschen tat es mir leid, dass ich daran schuld war, aber ich musste zugeben dass diese Männer wirklich sehr zweifelhafte Soldaten waren. Vermutlich taten sie den Tag über nichts anderes als sich mit ein paar Damen zu vergnügen und ihr Schwert zu bewundern dass noch so glänzend und schön war, weil es kein einziges Mal benutzt worden war. Ich war zwar noch immer vollkommen überrascht dass ich es geschafft hatte Jusa fertig zu machen, der gerade eben von zwei weiteren Soldaten mit aus der Halle geschleift wurde, doch trotzdem hatte mich Seikos Lob geehrt.

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 4:20

Ich funkelte die Soldaten wütend mit roten Augen an, worauf diese eilig aus der Halle huschten, Jusa hinter ihnen her kriechend. Schließlich fiel die Tür lautstark ins Schloss und Ruhe kehrte ein. Nicht einmal verabschiedet hatten sie sich ordnungsgemäß. Ich schüttelte nur den Kopf und rieb mir die Schläfen. Diese Soldaten waren eine reine Zumutung die wie immer zu mir geschoben wurde, so dass meine Nerven mal wieder in rauen Mengen getötet werden durften. Ich seufzte leise. Meiner Anordnung würde sich keiner widersetzen, also wäre ich sie für die nächste Zeit wenigstens los. Und wieso hatte ich eigentlich immer so wenig Urlaub? Nun gut, da ich jetzt Wachhündchen spielen durfte, was ohnehin ein Vollzeitjob war, war dies logisch aber es ging nicht um den derzeitigen Zustand, sondern um den Allgemeinen. Naja selbst wenn, was sollte ich schon tun? Wer wusste schon wo meine Schwester sich aufhielt und ob sie überhaupt Zeit hatte… speziell wenn sie bei Hiroshi war. Der Gedanke an ihre Reaktion entlockte mir beinahe ein Grinsen. Schließlich beendete ich dieses Thema und hob den Kopf um zu Shigeko-sama zu blicken. Ich schenkte ihr nochmals ein kurzes Lächeln. Eine bessere Rache hatte es für mich gegen Jusa gar nicht geben können. Er besaß jetzt zwar noch seine Hände, aber sein Ruf war auf ewig ruiniert, weil er von einem einfachen, völlig unerfahrenen Mädchen im Kampf innerhalb zwei Minuten geschlagen worden war und das nach all seinem Training. Ach das amüsierte mich einfach köstlich. "Ihr habt Euch wirklich sehr geschickt angestellt, auch wenn man Euch die Unsicherheit anmerken konnte." stellte ich fest. "Dennoch ist dies auch nicht der Bereich mit dem sich Frauen Eures Ranges abzugeben hätten. Für Personen wie Euch gibt es weitaus bedeutendere Angelegenheiten, nicht wahr?"

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 4:22

Ich sah noch wie die Soldaten sich nun gänzlich aus der Halle zurückzogen. Einige von ihnen sahen betreten drein so als hätten sie gerade eine Straftat begangen, andere flüsterten wütend mit einander. Vermutlich passte es ihnen nicht, dass sie gerade wegen mir diesen Ärger abgesahnt hatten und auch der noch immer zum Teil bewegungsunfähige Jusa hatte einen wütenden Blick im Gesicht. Vermutlich hatte er sich die ganze Sache vollkommen anders vorgestellt, nämlich dass er mich mit kaum einer Anstrengung besiegen könne. Schließlich knallte die Tür ins Schloss und das nachhallen des Aufschlages war für den Moment das einzige Geräusch dass den Saal erfüllte. Ich fuhr mit der einen Hand gedankenverloren über meine andere, während ich noch zur Tür schaute. Ich hatte mich in dem Kampf eigentlich mehr von einer Art Instinkt leiten lassen, hatte mir vorgestellt Jusa wäre einer dieser Männer die meine Eltern ermordet hatten. Zwar hatte ich mich nicht von blinder Wut beherrschen lassen, dann hätte ich vermutlich noch weiter auf ihn eingeschlagen, aber der Hass war dagewesen, unterbewusst ballte ich die Hand zur Faust und kniff einen Moment die Augen zusammen. Noch vollkommen in Gedanken bemerkte ich schließlich eine Bewegung seitens Seiko. Ich schüttelte leicht den Kopf um die Gedanken zu verscheuchen und erwiderte Seikos Lächeln dann zaghaft. "Ihr habt Euch wirklich sehr geschickt angestellt, auch wenn man Euch die Unsicherheit anmerken konnte." Fast hätte ich bei diesen Worten aufgelacht, das war doch wohl klar gewesen dass ich unsicher war, immerhin war dies mein erster richtiger Kampf gewesen, da ging man ja schließlich nicht wie ein wütender Stier auf seinen Gegner los und stampfte diesen in Grund und Boden um sich dann mit Siegesgebrüll auf den am Boden liegenden hernieder zu sehen. "Dennoch ist dies auch nicht der Bereich mit dem sich Frauen Eures Ranges abzugeben hätten. Für Personen wie Euch gibt es weitaus bedeutendere Angelegenheiten, nicht wahr?" Ich lächelte ein kurzes trauriges Lächeln. "Wenn Ihr damit meint zu nähen oder still dazusitzen und keinen Ton von sich zu geben ehe man gefragt wird… dann nein."

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 4:24

Ich blickte nachdem es in der Halle wieder ruhig geworden war an mir hinab und entdeckte ein paar Staubflecken auf meiner Uniform. Meine Augen verengten sich. Dies war einer der Gründe, wieso ich es hasste in dieser Halle zu trainieren. Mit den Fingern klopfte ich den Staub von dem Stoff, so dass dieser wieder seine natürliche, schwarze Farbe annahm, ehe ich den Kopf hob und Lady Shigeko einer Musterung unterzog, da ich meine Pflichten, so sehr ich diese auch zu gewissen Zeiten verabscheute, nicht einfach außer Acht lassen konnte. Wie es schien hatte sie keine Verletzungen, zumindest keine Offensichtlichen. Es gab keinerlei Anzeichen von Kratzern, Blutergüssen oder ähnlichem und auch sonst schien es Shigeko-sama relativ gut gehen. Trotzdem beschloss ich mich sicherheitshalber zu erkunden, nicht dass Shigeko doch noch irgendwelche Schmerzen oder Beschwerden hatte. "Shigeko-sama, verzeiht diese Frage aber sie ist nun einmal von höchster Priorität. Hättet Ihr die Güte mir mitzuteilen, ob Ihr irgendwelche Schmerzen oder ähnliches fühlt? Schließlich könnte eine solche Anstrengung Euch nach den letzteren Tagen ein wenig zu sehr belastet haben." Ich blickte Lady Tsuyika sachlich an, so wie man es stets von mir als Vizeadmiralin erwartete, sämtliche Gefühle und Regungen nicht deutbar. "Wenn Ihr damit meint zu nähen oder still dazusitzen und keinen Ton von sich zu geben ehe man gefragt wird… dann nein." Auf meiner Stirn bildeten sich nachdenkliche Falten und ich dachte darüber nach, was genau Lady Shigeko mit diesen Worte meinen könnte. Was hatte sie schon für andere Aufgaben? Sie besaß all das, was für mich in unerreichbarer Ferne lag. Sie hatte eine Familie gehabt, war wohlerzogen, immer beschützt, behütet und geliebt worden. Ich hingegen war alleine in der Gosse gewesen, hatte lediglich meine Schwester gehabt, nachdem unsere Eltern kaltblütig ermordet worden waren und hatte für jede noch so kleine Sache hart arbeiten und kämpfen müssen. "Verzeiht Lady Tsuyika, aber ich bin nicht im dazu Stande Euren Worten gänzlich folgen zu können. Was genau meint Ihr mit diesen?"

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 4:26

Noch immer ein wenig in Gedanken ließ ich den Blick durch die Halle schweifen, die nun menschenleer war. Sie war groß und bis auf einige wenige Übungsgeräte für die Soldaten auch fast vollständig leer. "Shigeko-sama, verzeiht diese Frage aber sie ist nun einmal von höchster Priorität. Hättet Ihr die Güte mir mitzuteilen, ob Ihr irgendwelche Schmerzen oder ähnliches fühlt? Schließlich könnte eine solche Anstrengung Euch nach den letzteren Tagen ein wenig zu sehr belastet haben." Ich überlegte, die meisten Verletzungen die ich gehabt hatte waren gut verheilt und hatten mir bisher keine Probleme gemacht und bis auf ein leichtes Ziehen in der Seite, wo die Verletzung durch einen Dolch gewesen war, hatte ich auch keinerlei Schmerzen. "Nur ein leichtes Ziehen in der Seite, aber das ist nicht so schlimm." sagte ich mit einem kurzen Lächeln und damit Seiko nicht wieder auf die Idee geriet ich könne umkippen ging ich die paar Schritte zur Erhöhung und setzte mich. "Verzeiht Lady Tsuyika, aber ich bin nicht im dazu Stande Euren Worten gänzlich folgen zu können. Was genau meint Ihr mit diesen?" Ich überlegte einen Moment wie ich Seiko meine Worte so erklären konnte, dass sie mich nicht für vollkommen verrückt hielt, neben der Tatsache, dass sie mich sowieso schon hasste. "Ich meinte damit lediglich, dass ich seit meiner Kindheit kaum mit der Außenwelt in Berührung gekommen bin und man mir jeden Tag vorschrieb was ich zu tun und zu lassen habe und da ich nun die Freiheit habe das zu tun was auch ich möchte, ist dies hier viel wichtiger für mich als andere Angelegenheiten die meinem Stand angemessen wären. Außerdem…" Ich blickte auf den Boden vor mir. "… ist es für mich etwas Besonderes beim Kämpfen zuzusehen und es sogar selbst probieren zu dürfen. Dies war nicht mein erster Kampf, aber mit dem ersten Kampf meine ich auch nicht meinen schlechten Verteidigungsversuch an dem Abend als Ihr mir geholfen habt." Ich stoppte kurz und sah zu Seiko, hoffentlich hatte sie dies jetzt nicht irgendwie wütend gemacht. "Ich weiß nicht ob man Euch darüber in Kenntnis gesetzt hat, aber ich bin nicht unter normalen Umständen hier. Vor wenigen Wochen wurde die Domäne Tsuyika gestürzt und meine Eltern ermordet, ich befand mich zu der Zeit ebenfalls noch im Anwesen, sah wie man sie tötete." Ich atmete tief durch und verdrängte die Bilder vom Tod meiner Eltern. "Natürlich wollten die Männer auch mich töten also rannte ich weg, auf meiner Flucht wurde ich mehrmals angegriffen und verletzt, aber ich schaffte es schließlich bis hierher in die Domäne Maruyama, wo Lord Shigeru mich nach drei Tagen Flucht vor diesen Männern rettete."

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 4:31

Ich sah schweigend zu wie Shigeko zurück zu der Erhöhung schritt und sich erneut auf dieser niederließ. "Nur ein leichtes Ziehen in der Seite, aber das ist nicht so schlimm." Nicht gut. Oh nein, gar nicht gut. Jegliche Beschwerden seitens Shigeko waren tödlich für mich und wenn ich es mir so recht überlegte, wollte ich derzeit definitiv nicht sterben. Nicht bevor ich Amoun nicht diesen Dolch abgeluchst hatte, den er damals als Wetteinsatz bezüglich Shina und Hiroshi gesetzt hatte. Dieses Ding war aber auch sowas von edel! Wo hatte er diesen nur herbekommen? "Dürfte ich mir dies kurz ansehen?" fragte ich und bemühte mich um eine möglichst freundliche Tonlage, bevor Lady Shigeko wieder das Bild des personifizierten Teufels von mir vor Augen hatte. "Es ist lediglich zu Eurer Sicherheit, nicht dass es sich doch um etwas Ernsteres handeln sollte." Schließlich begab ich mich durch eine Gewichtsverlagerung in eine etwas bequemere Position und verschränkte die Arme. "Ich meinte damit lediglich, dass ich seit meiner Kindheit kaum mit der Außenwelt in Berührung gekommen bin und man mir jeden Tag vorschrieb was ich zu tun und zu lassen habe und da ich nun die Freiheit habe das zu tun was auch ich möchte, ist dies hier viel wichtiger für mich als andere Angelegenheiten die meinem Stand angemessen wären. Außerdem ist es für mich etwas Besonderes beim Kämpfen zuzusehen und es sogar selbst probieren zu dürfen. Dies war nicht mein erster Kampf, aber mit dem ersten Kampf meine ich auch nicht meinen schlechten Verteidigungsversuch an dem Abend als Ihr mir geholfen habt." Nun, dies verstand sich ja von selbst oder? Ein Kind aus reichem Hause, wohlbehütet aufgewachsen und gänzlich nach Mamis und Daddys Wünschen erzogen. Jedoch fragte ich mich, was wohl ihr erster Kampf, abgesehen von dem Überfall in der Gosse, gewesen war, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass Shigeko in ihrer Freizeit die Wachen ihres Anwesens plattgewalzt hatte. "Vor wenigen Wochen wurde die Domäne Tsuyika gestürzt und meine Eltern ermordet, ich befand mich zu der Zeit ebenfalls noch im Anwesen, sah wie man sie tötete. Natürlich wollten die Männer auch mich töten also rannte ich weg, auf meiner Flucht wurde ich mehrmals angegriffen und verletzt, aber ich schaffte es schließlich bis hierher in die Domäne Maruyama, wo Lord Shigeru mich nach drei Tagen Flucht vor diesen Männern rettete." Ich musste derzeit vermutlich aussehen, als wäre ich aus Stein gemeißelt, denn mein ganzer Körper zeigte nicht einmal den Ansatz einer Regung. Ach so war das also. Und ich wunderte mich wieso Shigeru so hinter der Sicherheit von Shigeko her war. Ein kurzes Grinsen schlich sich auf meine Züge. Er war ein Narr, wenn er diese Einstellung beibehalten würde, er war jetzt schon einer wenn dies tatsächlich der Grund seines Handelns war. Glaubte er jeder Person helfen zu müssen, die ihre Eltern verloren hatte, nur weil man ihn damals nicht unterstützt hatte? Welch sinnloser Gedanke. Es war nur eine Frage der Zeit bis man diese Güte ausnutzen und ihm das Messer in den Rücken rammen würde. Nicht, dass ich Shigeru nicht über alles dankbar war, dass er mir diese Möglichkeiten damals geboten hatte, doch nicht viele Menschen waren so wie ich… oder wie Shigeko. "Das tut mir sehr leid Shigeko-sama." sagte ich ehrlich und vermied es somit, dass eine erdrückende Stille entstand. "Ihr könnt von großem Glück sprechen, dass Lord Shigeru Euch auffand. Dennoch ist Eure Leistung eine solche Flucht zu vollführen wahrhaft beeindruckend. Nicht viele Frauen Eures Standes wären meiner Einschätzung nach zu so etwas fähig." In der Tat dies war erstaunlich und zudem etwas, dass mir einen herzhaften Lachanfall beschert hätte, wenn mir jemand anderes diese Geschichte erzählt hätte. Doch Lady Shigekos Worte wirkten aufrichtig, was ihr Verhalten zudem bestätigte und ich glaubte ihr, trotz meines stark ausgeprägten Misstrauens. Für einen Moment blitzten die Bilder von damals auf, als ich meine eigenen Eltern verloren hatte, auch wenn ich sehr klein gewesen war. Mein Leben und ebenso das von Shina hatte sich innerhalb weniger Minuten gänzlich umgekehrt. Wie eine Münze, deren schlechtere Seite nun ans Licht kam, alles Schöne weggewischt. Meine steinerne Fassade wies kurzzeitig ein paar schmälere Risse auf, als sich Trauer auf meine Züge legte. Erst letztens hatten ich und Shina uns über dieses Thema unterhalten, es hatte uns beiden nicht behagt und ich hatte mich nicht einmal beherrscht. "Ihr solltet jedoch nicht unterschätzen, dass der Verlust beider Eltern kein Einzelschicksal ist." sagte ich schließlich wenige Sekunden später, während meine Miene wieder so starr wie eh und je war.

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 15:51

"Dürfte ich mir dies kurz ansehen? Es ist lediglich zu Eurer Sicherheit, nicht dass es sich doch um etwas Ernsteres handeln sollte." Ich nickte bei diesen Worten. Zwar ging es mir wieder auf die Nerven, dass ich überprüft wurde, aber ich wusste dass Seiko es tat um nicht wieder von Lord Shigeru eine Strafpredigt zu erhalten. "Natürlich." murmelte ich. Es war ja nichts, meine Seite war eigentlich wieder recht gut verheilt und auch sonst hatte ich keine Beschwerden was meine Gesundheit anging. Das Ziehen kam vermutlich lediglich von der kurzen Anstrengung, würde aber sicher nicht dafür sorgen, dass ich im nächsten Moment wieder im Staub liegen und die Augen verdrehen würde. Ich hatte mir selbst geschworen nie wieder so schwächlich zu sein, wie ich es gewesen war. Ich wollte stärker werden und ich wollte meine Eltern rächen und nicht unter ihrem Verlust gänzlich eingehen. Ich war nicht wie andere Mädchen aus reichem Hause, auch wenn Seiko mich trotz allem für eine verzogene kleine Göre hielt die nichts von der Welt kannte. Ich würde nicht mehr um meine Eltern trauern und mich selbst beweinen, weil ich nun allein auf dieser ach so grausamen Welt war, ich würde kämpfen, ich würde mich rächen und ich würde eine starke Frau werden und das kleine ängstliche Mädchen hinter mir lassen. Ich seufzte nachdem ich meine Geschichte erzählt hatte, natürlich war sie kein fesselnder Stoff für Romane und ich war mir sicher, dass es eine Lappalie im Vergleich zu dem war, was Seiko in ihrem Leben bereits erlebt und gesehen hatte. Ich war mir nicht sicher wie viele sie schon hatte sterben sehen müssen um so zu werden wie sie nun einmal war. In gewisser Weise etwas verbittert und sehr ernst. Sie nahm die Aufgaben die sie erhielt sehr wichtig und erfüllte sie. Da war ich mir mehr als sicher. Selbst wenn sie mich unfreundlich behandelt hatte, so hatte sie doch nie riskiert dass ich hätte sterben können, die Verletzung war ja meine Schuld gewesen. Ich beneidete Seiko darum wie sie lebte, nicht dass sie ständig ihr Leben riskierte, sondern dass sie über die Grausamkeit der Welt Bescheid wusste, dass sie damit leben konnte und dass sie für das kämpfte an das sie glaubte. "Das tut mir sehr leid Shigeko-sama." Ich nickte mit einem schwachen Lächeln. Allein dass ihre Worte ehrlich geklungen hatten war etwas mit dem ich zu meinen Lebzeiten nicht mehr gerechnet hatte und es freute mich auch in gewisser Weise. "Ihr könnt von großem Glück sprechen, dass Lord Shigeru Euch auffand. Dennoch ist Eure Leistung eine solche Flucht zu vollführen wahrhaft beeindruckend. Nicht viele Frauen Eures Standes wären meiner Einschätzung nach zu so etwas fähig." "Ohne Lord Shigeru wäre ich nicht mehr am Leben." sagte ich, noch immer erfüllt von purer Dankbarkeit für Shigerus Hilfe. "Dennoch war es eine selbstsüchtige Handlung, denn ich bin geflohen um mein eigenes Leben zu schützen." Ich seufzte und schüttelte dann den Kopf. Es war mir lieber nicht länger auf dieses Thema einzugehen. "Ihr solltet jedoch nicht unterschätzen, dass der Verlust beider Eltern kein Einzelschicksal ist." Ich hatte vor Seikos Worten so etwas wie Trauer in ihrem Blick wahrgenommen, doch die war so schnell verschwunden, wie sie aufgetaucht war. "Das tue ich auch nicht und ich habe Lord Shigeru auch darum gebeten mir deswegen keine Sonderbehandlung zukommen zu lassen, woran er sich allerdings nicht ganz hält." Ein kurzes bitteres Lächeln huschte über meine Züge. "Trotzdem bin ich ihm über alle Maßen dankbar."

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 15:54

Erleichtert atmete ich auf als ich Shigekos Zustimmung hörte. "Natürlich." Eine dreistündige Diskussion mit ihr über das Thema, wieso ich bezüglich ihrer Gesundheit sichergehen wollte und mir anhören musste wieso ihr das nicht in den Kram passte hätte mir wirklich den allerletzten meiner noch vorhandenen Nerven geraubt. Ich trat ein paar Schritte nach vorne und musterte den Stoff, ob sich dort irgendwelche Spuren von einem Aufprall oder ähnliches befanden, da ich es für maßlos übertrieben hielt, das Ganze ausführlich zu untersuchen, schließlich war das die Aufgabe unseres Depps vom Dienst, nämlich Ichiro. Manchmal fragte ich mich hingegen, wer von uns beiden der größere Depp war, denn in Konkurrenz konnte ich definitiv mit ihm treten. Auch als ich meine Hand kurz auflegte und einen leichten Druck auf die Stelle ausübte geschah nichts, Shigeko zuckte nicht einmal zusammen. Zufrieden trat ich wieder ein Stück zurück. Damit war dieser Punkt abgehakt. "Ohne Lord Shigeru wäre ich nicht mehr am Leben. Dennoch war es eine selbstsüchtige Handlung, denn ich bin geflohen um mein eigenes Leben zu schützen." Ich überlegte einen Augenblick. "Nun, ich hoffe es erzürnt Euch nicht, wenn meine Meinung nicht mit der Euren übereinstimmt und ich diese äußere, doch ich schätze in Eurem Fall ist alles eine Frage der Perspektive." Ich machte eine kurze Pause und versuchte meine Gedanken halbwegs verständlich auszudrücken. "Es gibt immer mehrere Blickwinkel aus denen man eine Situation betrachten kann, völlig egal wie diese auch ist, genauso wie alles andere dieser Welt. Was einigen Freude bereitet, verletzt andere, was einige bereichert kostet andere das Leben. Das ist nur natürlich. Vielleicht solltet Ihr versuchen, Euer Handeln aus einem größeren Sichtfeld zu betrachten, anstatt Euch darauf zu fixieren, dass Euer Verhalten selbstsüchtig war." Am liebsten hätte ich mich selbst geohrfeigt, als ich meinen letzten Satz beendet hatte. Was hatte ich eben gesagt? Dass Shigeko sich auf dieses Sichtweise fixiert hatte?? Verdammt! Jetzt hatte mich dieses Mädchen in der Hand, wenn sie es wirklich wollte. Ich verbeugte mich, vielleicht war die Situation noch ein wenig zu retten, so dass ich im Ernstfall mit einer glimpflichen Strafe davonkommen würde. "Vergebt mir Shigeko-sama, es steht mir wahrlich nicht zu in solcher Weise das Wort an Euch zu richten." Ich richtete mich vorsichtig wieder auf. "Das tue ich auch nicht und ich habe Lord Shigeru auch darum gebeten mir deswegen keine Sonderbehandlung zukommen zu lassen, woran er sich allerdings nicht ganz hält. Trotzdem bin ich ihm über alle Maßen dankbar." "Das kann ich durchaus verstehen. Lord Shigeru ist ein guter Mann, vielleicht ist genau das sein Problem." Nächste Ohrfeige! Memo an mich selbst: Ich sollte mich nach dem Training nicht mehr mit Personen unterhalten, die mein Leben womöglich ruinieren könnten, wenn sie es wollten. Aber jetzt war es sowieso schon zu spät, dieses zu retten wenn der Ernstfall eingetreten war, da konnte ich wenigstens noch auf die Antwort einer mich sehr interessierenden Frage hoffen. "Ich bitte um Entschuldigung Shigeko-sama aber ich hätte eine Frage an Euch. Wieso wolltet ihr an einem Kampf wie diesem teilnehmen?"

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 16:01

Ich hatte auf Seikos Frage schnell geantwortet um sie mit Zögern oder sonstigen Argumenten nicht wieder in Rage zu bringen, das wollte ich unter allen Umständen vermeiden. Mein Blick wanderte ebenfalls zu der Stelle meines Kimonos unter der sich die Wunde befand, doch dort war nichts zu sehen, keine Hinweise auf äußerliche Einwirkung und auch kein Blut. Der Druck den Seiko ausübte, löste zwar leichte Schmerzen aus, diese waren jedoch keinesfalls so schlimm, dass deswegen die Welt untergehen könnte. Ich würde deswegen auch kein Wort sagen, denn das Einzige was dann passieren würde war, dass ich wieder zurück ins Anwesen geschleift wurde und Ichiro möglichst schnell herbei geholt, damit er ja sicher gehen konnte, dass auch wirklich alles in Ordnung war. Ich war nicht mehr das verwundete und geistig völlig durcheinanderne Mädchen, das vor einigen Wochen diese Domäne erreicht hatte. Ich hatte den Schmerz abgelegt und ich würde sicher nicht mehr dafür sorgen, dass ich wieder als dieses gesehen wurde. "Nun, ich hoffe es erzürnt Euch nicht, wenn meine Meinung nicht mit der Euren übereinstimmt und ich diese äußere, doch ich schätze in Eurem Fall ist alles eine Frage der Perspektive. Es gibt immer mehrere Blickwinkel aus denen man eine Situation betrachten kann, völlig egal wie diese auch ist, genauso wie alles andere dieser Welt. Was einigen Freude bereitet, verletzt andere, was einige bereichert kostet andere das Leben. Das ist nur natürlich. Vielleicht solltet Ihr versuchen, Euer Handeln aus einem größeren Sichtfeld zu betrachten, anstatt Euch darauf zu fixieren, dass Euer Verhalten selbstsüchtig war." Ich überlegte einige Zeit und ließ Seikos Worte auf mich wirken. Ja, sie hatte Recht, ich hatte bisher nur den einen Blickwinkel der Sache betrachtet, aber es war schwer sich die anderen vor Augen zu rufen, vor allem wenn man selbst beteiligt und nicht außenstehend war. "Ihr habt Recht." sagte ich nach einigen Minuten. "Aber dennoch ist es schwer das Ganze aus einer anderen Perspektive zu betrachten, jedenfalls dann wenn man selbst daran beteiligt war und nicht als Außenstehender darüber urteilen kann." Am liebsten hätte ich diese Worte wieder zurückgenommen, da ich befürchtete, dass sie Seiko verärgern könnten, was keinesfalls meine Absicht gewesen war. "Vergebt mir Shigeko-sama, es steht mir wahrlich nicht zu in solcher Weise das Wort an Euch zu richten." Ich schüttelte bei ihren Worten den Kopf. "Ihr müsst nicht um Vergebung bitten, es war nichts schlechtes an Euren Worten." sagte ich und bemühte mich um ein kleines Lächeln, immer noch darauf bedacht Seiko nicht irgendwie zu verärgern. "Das kann ich durchaus verstehen. Lord Shigeru ist ein guter Mann, vielleicht ist genau das sein Problem." Ich überlegte auch auf diese Worte ein wenig. Ja in gewisser Weise hatte Seiko Recht, aber ich glaubte nicht, dass Lord Shigeru ein Mann war, der egal wem half und sich ausnutzen ließ nur um danach das Messer im Rücken zu haben. "Ich denke auch dies ist eine Sache der Perspektive. Lord Shigeru ist sehr freundlich, aber ich denke nicht, dass er unterschätzt welcher Gefahr er sich damit auch aussetzen könnte." "Ich bitte um Entschuldigung Shigeko-sama aber ich hätte eine Frage an Euch. Wieso wolltet Ihr an einem Kampf wie diesem teilnehmen?" Ich horchte bei Seikos Frage auf und stockte einen Moment. "Nun ja ich wurde mein Leben lang eingeschränkt in dem was ich tun wollte und was nicht. Ich konnte nie eigene Entscheidungen treffen. Ich wollte nie die wohlbehütete Clanerbin sein, auch wenn es vermutlich weitaus angenehmer war als sich ständig durch das Leben kämpfen zu müssen." Ich stoppte einen kurzen Moment. "Aber ich wollte schon immer wissen wie es ist zu kämpfen, ich wollte nicht immer das wehrlose kleine Mädchen sein."

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BeitragThema: Re: Die Trainingshalle   Mi 29 Jan 2014 - 16:13

"Ihr habt Recht. Aber dennoch ist es schwer das Ganze aus einer anderen Perspektive zu betrachten, jedenfalls dann wenn man selbst daran beteiligt war und nicht als Außenstehender darüber urteilen kann." Ich biss mir einen Moment lang unbewusst auf die Lippe. Shigekos Worte entstammten der Wahrheit, das wusste ich vermutlich besser als die meisten Menschen dieser Welt, denn schon oft hatte ich mit diesem Problem zu kämpfen gehabt. Speziell als Kind war es schwierig gewesen Dinge von mehreren Seiten aus zu betrachten, doch es war nötig gewesen um zu überleben, weshalb ich dies heute vermutlich noch immer sehr häufig tat. "Nun." erhob ich schließlich wieder meine Stimme. "Damit habt Ihr in keinster Weise unrecht, doch vermutlich ist genau dies die Herausforderung, der wir uns zu stellen haben. Erst wenn wir zu der Einsicht gelangen eine Situation objektiv aus einem anderen Blickwinkel zu sehen erhalten wir die Möglichkeit neue Wege zu entdecken und eventuelle Lösungen zu finden. Dies ist unser Lohn, weiter nichts." Ich machte eine Pause und betrachtete den Boden der Halle. Das war das Leben. Betrachtete man es aus dem falschen Blickwinkel so konnte es bereits in der nächsten Sekunde für immer verloren sein. Schwächlich und zugleich ungeschützt, schön und zugleich vergänglich. "Fixieren wir uns auf etwas, so rennen wir nur in das Verderben, da wir unser Ziel krampfhaft auf diesem Wege zu erreichen versuchen." Ich hob den Kopf und blickte mich in der Halle um. Bei Kriegsstrategien war es das Gleiche. Man musste alles von oben herab betrachten, sich in jede der feindlichen Parteien hineinversetzen, ihre Gedanken, ihr Handeln und alles andere versuchen vorherzusehen, sich die noch so absurdesten Einfälle durch den Kopf gehen lassen. Nur dann bekam man die Möglichkeit seine eigenen Strategien so zu kreieren, dass sie gegen die Pläne des Feindes siegen konnten und man sein Leben behielt. "Ich denke auch dies ist eine Sache der Perspektive. Lord Shigeru ist sehr freundlich, aber ich denke nicht, dass er unterschätzt welcher Gefahr er sich damit auch aussetzen könnte." Einen Moment lang dachte ich über diese Worte nach, ehe ich eine Antwort formulierte. "Damit habt Ihr sicherlich Recht, auch Lord Shigerus Verhalten lässt sich auf viele Varianten interpretieren. Dennoch fällt es mir manchmal schwer seinen Gedanken folgen zu können oder diesen vollends zu vertrauen." Ich ersparte es mir den Kopf zu schütteln. Natürlich wäre ich für Shigeru ohne zu Zögern in den Tod gerannt und dies nicht nur wegen all meiner Schuldgefühle, sondern weil er neben Shinji und Shina eine der wenigen Personen war, die ich überhaupt noch hatte. Doch in gewissen Situationen erschien mir sein Verhalten einfach nur wahnsinnig, so dass ich glaubte, dass er alle einschließlich mir ins Verderben stürzen wollte, was letztendlich jedoch nicht geschehen war. "Nun ja ich wurde mein Leben lang eingeschränkt in dem was ich tun wollte und was nicht. Ich konnte nie eigene Entscheidungen treffen. Ich wollte nie die wohlbehütete Clanerbin sein, auch wenn es vermutlich weitaus angenehmer war als sich ständig durch das Leben kämpfen zu müssen. Aber ich wollte schon immer wissen wie es ist zu kämpfen, ich wollte nicht immer das wehrlose kleine Mädchen sein." Zum Glück besaß ich meine Maske, sonst hätte ich nun vermutlich mehrmals geblinzelt und wie ein Fisch auf dem Trockenen dreingeschaut oder begonnen mich halbtot zu lachen! Dieses Mädchen interessierte sich… an Kämpfen? Wo waren die wohlbehüteten Tischdeckchenmacherinnen geblieben? Ich konnte ja verstehen, dass einem das eingeschränkte Leben auf die Nerven gehen konnte, aber es gab auch Möglichkeiten Clanerbin zu sein, ohne sich an jene halten zu müssen. Und ausgerechnet Shigeko wollte keine Clanerbin sein, wo es sich hunderte von einfältigen Frauen so sehr wünschten und dafür töten würden? Ich schüttelte kaum merklich den Kopf. Ich war wirklich niemand gesundes, denn das Idealbild einer Frau war bei mir gänzlich abhanden gekommen. "Das heißt, Ihr interessiert Euch für das Kämpfen?" Ich kicherte leise. "Das ist ja wirklich amüsant, einer Frau wie Euch bin ich wirklich selten begegnet. Die meisten Frauen verabscheuen das Kämpfen und den Gedanken es zu lernen noch um vieles mehr. Aber ich schätze bei zweiterem Punkt ergeht es Euch gleich, nicht wahr?"

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