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 Die Gemächer von Shigeko

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Shigeko
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BeitragThema: Re: Die Gemächer von Shigeko   So 26 Jan 2014 - 20:52

"Ich bin erfreut dies zu hören. Sowohl Ichiro als auch ich haben uns große Sorgen um Euren Zustand gemacht, da Euer Körper unter hohem Fieber zu leiden hatte." "Ich hoffe ich habe Euch nicht zu große Sorgen bereitet. Ich hätte nicht gedacht, dass ich nur so wenig verkrafte." sagte ich ein wenig niedergeschlagen. Jetzt hatte ich Lord Shigeru schon wieder Sorgen bereitet, obwohl ich mir fest vorgenommen hatte mir die Strafpredigt anzuhören und dazu zu stehen dass ich mich einfach so ohne Erlaubnis davongeschlichen hatte. Aber nein mein Körper meinte ja er müsste zusammenklappen. "Ihr seid während des Gesprächs mit mir und Seiko-san im Audienzsaal ohnmächtig geworden. Anschließend brachten wir Euch hierher, wo Ichiro Euch sofort behandelte." Ich lauschte Lord Shigerus Worten aufmerksam. Dass ich ohnmächtig geworden war wusste ich ja noch, allerdings konnte ich mich an keines der nachfolgenden Dinge erinnern. Erst jetzt fiel mir auf, dass ich ja auch Ichiro wieder Arbeit bereitet hatte. Nicht genug, dass er mich so aufopferungsvoll in der Zeit nachdem ich hierhergekommen war, gepflegt hatte, jetzt hatte er mich wieder am Hals und das nur weil ich so dumm gewesen und diesen Männern direkt in die Arme gerannt war. "Aufgrund dessen, dass Ihr eine stündliche Beobachtung benötigt habt, hielt sich Seiko-san die Nacht über in Eurem Gemach auf um Euren Zustand zu überwachen. Ichiro berichtete mit heute Morgen, dass sie ihn etwas grob aus dem Lazarett abgeführt und zu Euch gebracht habe, als sich Euer Zustand verschlechterte." Stündliche Beobachtung? Kein Wunder dass Seiko-san vorhin so fertig ausgesehen hatte, wenn sie die Nacht über hier gewesen war. Vermutlich dürfte dass die Sympathie gegenüber mir nicht gerade gesteigert haben. Aber dass Ichiro extra wegen mir seine Arbeit hatte vernachlässigen müssen tat mir leid. "Nein, sie hat kein Recht dazu Euch zu verurteilen. Sie mag vielleicht ein Talent bezüglich der Verteidigung haben und sehr hart im Nehmen sein, doch ist Euch in anderen Bereichen definitiv unterlegen. Zudem ist ihre Einschätzung voreilig, da sie Euch in keinster Weise kennt. Dies liegt vermutlich daran, dass sie stets Recht behalten will, was ich meist als eine ihrer negativen Eigenschaften anerkenne." Bei Lord Shigerus Worten rollten mir jedoch noch mehr Tränen über die Wangen. In welchen Bereichen sollte ich Seiko schon überlegen sein, darin das brave Mädchen zu spielen vielleicht, aber ansonsten auch in keinem anderen. Ich spürte seinen Arm, den er vorsichtig um meine Schultern legte und, möglicherweise lag es daran dass ich noch immer nicht vollkommen gesund und daher nicht ganz bei Sinnen oder einfach nur übergeschnappt war, ich legte meinen Kopf an seine Schulter und vergrub das Gesicht in dem weichen Stoff seines Kimonos. Noch immer rannen mir die Tränen über die Wangen, aber seine Nähe tat gut, auch wenn ich nicht genau beschreiben konnte woran es lag. Wenn er bei mir war dann war es auch plötzlich nicht mehr so furchtbar keine Familie mehr zu haben.

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BeitragThema: Re: Die Gemächer von Shigeko   So 26 Jan 2014 - 20:55

"Ich hoffe ich habe Euch nicht zu große Sorgen bereitet. Ich hätte nicht gedacht, dass ich nur so wenig verkrafte." Ich hatte Lady Shigeko während sie sprach aufmerksam von der Seite betrachtet. Ihre Stimme war immer leiser geworden, bis sie von einem Schluchzen unterbrochen wurde und verstummte. Behutsam strich ich ihr über den Arm und hoffte sie dadurch ein wenig beruhigen zu können. Es tat mir so leid, sie in diesem Zustand sehen zu müssen und ich machte mir zusätzlich Vorwürfe für diesen maßgeblich verantwortlich zu sein. "Es ist nicht Eure Schuld." sagte ich leise. "Ihr habt in letzter Zeit vieles erlebt, dies ist ganz natürlich. Macht Euch keinerlei Gedanken." Ich spürte ihren Kopf an meiner Schulter, wie sie ihn in dem Stoff meines Kimonos grub, hörte ihren ungleichmäßigen Atem und ihr Schluchzen. Meine Gedanken galten ausschließlich der Antwort auf die Frage, wie ich Shigeko wohl am besten beruhigen und aufmuntern könne, aber mir fiel einfach nichts ein. Sanft lehnte ich meinen Kopf gegen den ihren, fühlte die warme Haut ihres Halses und atmete ihren Duft ein, während mein Körper von einem wohligen Gefühl durchströmt wurde. Was konnte ich nur tun verdammt? Und noch viel wichtiger, was sollte ich tun, wenn nun jemand den Raum betreten würde? Dann hätten sowohl ich als auch Lady Shigeko ein großes Problem, auf dies hier eine logische Erklärung zu geben. Ich verdrängte den Gedanken. Selbst wenn, ändern konnte man es dann ohnehin nicht mehr. Ich legte meine Hand letztendlich an Lady Shigekos Kinn und hob sanft ihren Kopf an. Noch immer rannen Tränen ihre Wangen hinab, in ihren Augen ein Ausdruck von Angst und Trauer, während sie hin und wieder schluchzte. Sanft wischte ich ihre Tränen weg und blickte sie ruhig an. "Wovor fürchtet Ihr Euch, da Ihr doch nun nicht mehr allein seid?" fragte ich vorsichtig und strich sanft über ihre Wangen.

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BeitragThema: Re: Die Gemächer von Shigeko   So 26 Jan 2014 - 21:00

Noch immer konnte ich nicht aufhören zu weinen und auch immer wieder brach ein Schluchzen aus mir heraus. Ich kam mir klein und hilflos vor, so als hätte ich nicht mehr genug Kraft für irgendwas. Ich spürte Lord Shigerus leichte Berührung als er mir über den Arm strich und es tat gut, merkwürdigerweise fast so als würde er mir mit dieser simplen Berührung Kraft geben. "Es ist nicht Eure Schuld." Seine Stimme war leise und sehr sanft und es fiel mir schon schwer nicht allein deswegen noch zu weinen weil er so unglaublich freundlich und einfühlsam war. "Ihr habt in letzter Zeit vieles erlebt, dies ist ganz natürlich. Macht Euch keinerlei Gedanken." Ich nickte vorsichtig, vermutlich war ich nicht dazu in der Lage etwas mit Worten darauf zu erwidern ohne dabei vollkommen ins Schluchzen zu geraten. Seine Nähe tat gut und ich hoffte innerlich dass dieser Moment nicht unterbrochen werden würde. Dann spürte ich wie Shigeru seinen Kopf an meinen lehnte und ein wundervolles Gefühl erfasste meinen Körper. Ich kannte Gefühle dieser Art nicht, deswegen überraschten sie mich auch. Ich wusste dass es sich absolut nicht gehörte, da wir uns kaum kannten und noch dazu beide einen hohen Rang einnahmen, doch vorsichtig schmiegte ich mich an Shigeru, mein Herzschlag beschleunigte sich dabei ein wenig. Vermutlich würde sich Shigeru nun gleich erheben und den Raum verlassen, es würde mich nicht überraschen denn ich hielt mich ja kein bisschen an irgendwelche Regeln. Doch dem war nicht so, denn ich spürte Shigerus Hand an meinem Kinn und wie er somit meinen Kopf leicht anhob. Ich sah in sein Gesicht während mir immer noch die Tränen über die Wangen liefen und erkannte Besorgnis in seinem Blick, aber auch dieser warme mitfühlende Ausdruck fand sich darin wieder. "Wovor fürchtet Ihr Euch, da Ihr doch nun nicht mehr allein seid?" "Es wieder zu sein." flüsterte ich, meine Stimme war ziemlich dünn und von Tränen fast schon ein wenig erstickt. "Denn auf ewig kann ich nicht hierbleiben."

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BeitragThema: Re: Die Gemächer von Shigeko   So 26 Jan 2014 - 21:02

Ich hörte wie Shigeko sich langsam beruhigte, ihr Schluchzen sich reduzierte und ihre zuvor so hektische Atmung sich langsam legte. Behutsam strich ich ihr über die Wange und blickte sie noch immer an. Natürlich konnte ich mich gut in ihre Situation hineinversetzen, mir war es damals ähnlich ergangen, doch ich hatte dies alles stets ertragen, nie Schmerz gezeigt oder auch nur ansatzweise das Gesicht verzogen, eine Maske die niemand beurteilen konnte, gegen die niemand etwas zu verwenden hatte. Man hatte mir einst gesagt, dass lediglich Kinder weinten und Erwachsene die Situation zu ertragen hätten, belanglos dessen wie schlimm und ausweglos die Angelegenheit auch erschien. "Es wieder zu sein." Lady Shigekos Stimme klang dünn wie ein Halm und ich strich sanft über ihren Arm, in der Hoffnung sie damit zur Ruhe bringen zu können. "Denn auf ewig kann ich nicht hierbleiben." Ich schenkte ihr ein Lächeln. Natürlich war dies ein Thema, dass noch lange nicht unter dem Tisch war, doch solange zahlreiche Domänen nach Lady Shigeko gierten um ihr Land erschließen zu können, dachte ich nicht einmal im Traum daran, sie auch nur eine Sekunde lang dieses Anwesens zu verweisen. "Wer verbietet Euch dies?" fragte ich in einer ruhigen und gleichzeitig freundlichen Tonlage. "Niemand wird Euch hier etwas tun. Ihr werdet hier nie wieder allein sein." Ich nahm vorsichtig Lady Shigekos zierliche Hand und drückte sie. Es war ein Versprechen. Eines dass ich niemals brechen würde. Diese Frau faszinierte mich und ich konnte es ihr nicht antun in eine andere Domäne verschleppt und dort verheiratet zu werden, an einen Mann den sie möglicherweise nicht im Entferntesten liebte. Ich gierte nicht wie jeder andere nach ihren Besitztümern, ich wollte ihr lediglich helfen und ihrem Leben, das nun von so harten Schlägen getroffen worden war, endlich wieder einen Sinn geben.

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BeitragThema: Re: Die Gemächer von Shigeko   So 26 Jan 2014 - 21:06

Meine Tränen begannen langsam zu versiegen und auch mein gesamter Körper wurde ruhiger, denn das Schluchzen ebbte mit den Tränen ab und verschwand schließlich ganz. Ich wollte nicht wissen wie meine Benimmlehrerin von damals reagiert hätte wenn sie diese Situation gesehen hätte. Vermutlich wäre sie komplett in die Luft gegangen, hätte mich angeschrien dass ich mich einer solch hohen Persönlichkeit niemals in einem solchen Licht hätte zeigen dürfen. Dass ich stumm zu lächeln gehabt hätte, alles was mir auf der Seele gelegen hätte, egal wie schwerwiegend es auch war, einfach beiseite zu drängen hätte. Aber ich hatte es nicht gekonnt, ich hatte schon wieder so viel Schwäche gezeigt, mich schon wieder der Trauer öffentlich hingegeben. Aber es war mir einfach nicht mehr möglich gewesen so zu tun ob alles in Ordnung wäre. Ich hatte vor gut zwei Wochen die Hölle durchmachen müssen, war tagelang ohne jegliche Pause durch die Wildnis gerannt, ständig die Bilder des Todes in meinem Kopf und immer wieder das Adrenalin was durch meine Adern schoss und mich dazu antrieb weiter zu laufen und nicht zu sterben. Ich hatte die Strecke für die man normalerweise fünf Tage brauchte in nicht einmal drei Tagen zurückgelegt und war schließlich zusammengebrochen. Aber ich war nicht tot, denn Shigeru war zu meinem Glück dort gewesen und hatte mich gerettet. Auch wenn es kitschig klang, aber so war er fast wie ein Schutzengel gewesen. Und nun befand ich mich hier, erholte mich langsam wieder von allen Verletzungen und den Strapazen. Shigeru hatte mir seine Hilfe angeboten, mir Schutz gewährt und war so freundlich zu mir obwohl er mich überhaupt nicht kannte. Und dann war ich aus bloßer Dummheit aus dem Anwesen verschwunden und hatte mich in hohe Gefahr gebracht. Musste mir dann von Seiko anhören was sie von mir hielt, dass ich sowieso nur ein Kind war, jemand der keine Ahnung von der Welt hatte, da er sowieso nur in seiner gut behüteten Welt gelebt hatte. Sie hatte ja Recht, das hatte ich auch, aber nie freiwillig. Und nun war ich schon wieder zusammengebrochen, mein Körper hatte schon wieder nachgegeben und ich bereitete allen wieder Sorgen. Ich unterdrückte neue Tränen und sah wieder zu Shigeru der mich nun anlächelte. "Wer verbietet Euch dies?" Ich musste mich zwingen Shigeru nicht anzustarren. "Niemand wird Euch hier etwas tun. Ihr werdet hier nie wieder allein sein." Fast hätte ich schon wieder angefangen zu weinen, allein weil mich seine Worte so tief berührten. Ich lächelte ihn zaghaft an. "Ich glaube ich werde Euch nie genug dafür danken können was Ihr alles für mich tut." sagte ich und bemerkte wie mir eine leichte Hitze in die Wangen stieg.

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BeitragThema: Re: Die Gemächer von Shigeko   So 26 Jan 2014 - 21:09

Die Freude in meinem Körper verstärkte sich nur umso mehr, als ich sah, dass Lady Shigeko ein Lächeln zustande brachte. "Ich glaube ich werde Euch nie genug dafür danken können was Ihr alles für mich tut." Ich drückte sanft ihre Hand. "Das erwarte ich auch gar nicht. Mein einziger Wunsch ist es, dass Ihr ein glückliches Leben führen könnt, deshalb helfe ich Euch." Ich machte eine kurze Pause und fragte mich, ob ich die folgenden Worte aussprechen sollte. Dennoch war die Situation an sich schon ungewöhnlich. Wenn Lady Shigeko mich nun wegen diesem Verhalten verurteilen würde, so sollten es ein paar Worte nicht noch sehr verschlimmern können. "Ich möchte nicht, dass Ihr dasselbe wie ich durchleiden müsst, um an einen Punkt Eures Lebens anzugelangen, wo dieses keinen Sinn mehr zu machen scheint." Ich dachte einen Moment daran zurück, an meine Kindheit und alles, was bisher in meinem Leben geschehen war. Stets war ich allein gewesen, hatte niemanden gehabt, der mich beschützte, mir Halt gab und dazu ermutigte niemals aufzugeben. Ich hatte dies lediglich getan um den Namen meiner Eltern wieder reinzuwaschen, auch wenn ich dabei mehrere Male kurz davor gewesen war, dieses elende Leben zu beenden. In Gedanken versunken strich ich einen Moment über ihren Handrücken, ehe ich eine leichte Röte in Shigekos Gesicht ausmachen konnte. Ich kicherte einen Moment amüsiert. Ich wollte nicht, dass sie so leiden musste. Zudem fragte ich mich ob sie auch die Stärke hatte dem Ganzen standzuhalten. Shigeko wirkte so zart und zerbrechlich wie eine zarte Blüte, die ihre Blütezeit erst noch vor sich hatte. Etwas, dass ihr niemand auf der Welt nehmen sollte.

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BeitragThema: Re: Die Gemächer von Shigeko   So 26 Jan 2014 - 21:12

Ich spürte wie Shigeru meine Hand drückte. "Das erwarte ich auch gar nicht. Mein einziger Wunsch ist es, dass Ihr ein glückliches Leben führen könnt, deshalb helfe ich Euch." Erneut bildete sich ein Lächeln auf meinem Gesicht. Ich hatte bisher niemanden gekannt der mir aus einem solchen Grund so sehr geholfen hätte. Die meisten hätten vermutlich eine starke Gegenleistung erwartet oder Bezahlung für ihre Hilfe und ihren Schutz, etwas das Shigeru nicht tat. Ich blickte ihn an und bemerkte dass sich jetzt aber auch noch etwas anderes in das Lächeln mischte und was dieses verdrängte. "Ich möchte nicht, dass Ihr dasselbe wie ich durchleiden müsst, um an einen Punkt Eures Lebens zu gelangen, wo dieses keinen Sinn mehr zu machen scheint." Eine starke Schwermut und Bitterkeit hatte sich jetzt unter seine Stimme gemischt. Es fiel mir schwer mir vorzustellen dass der sonst immer so freundliche und offene Shigeru eine dunkle Vergangenheit hatte, eine Vergangenheit die ihn fast dazu gebracht hätte sein Leben zu beenden. Ich blickte ihn noch eine Weile an, wie gern hätte ich gewusst was es gewesen war, das ihn so weit getrieben hatte, zu gern hätte ich etwas gesagt damit es ihm besser ging. Wenn er sich damals wirklich das Leben genommen hätte so wäre auch ich nicht mehr am Leben, dieser Gedanke ließ mich frösteln. Doch es tat mir viel mehr leid, dass Shigeru nun wieder an Dinge erinnert worden war, die er lieber vergessen würde. Ich suchte nach Worten die ihn vielleicht aufmuntern könnten, aber mir fiel beim besten Willen nichts ein. Ohne wirklich weiter darüber nachzudenken legte ich meine Hand sacht an seine Wange und fuhr mit den Fingerspitzen über die weiche Haut. Zu gern hätte ich gefragt was ihn noch immer so zu belasten schien, aber das wäre vollkommen unhöflich und unangebracht, noch vielmehr als das was ich gerade tat.

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BeitragThema: Re: Die Gemächer von Shigeko   So 26 Jan 2014 - 21:17

Es beunruhigte mich, dass Shigeko nichts auf meine Worte erwiderte, doch ich versuchte dies so gut wie möglich zu überspielen und betrachtete ihren Kimono um nicht in ihre Augen blicken zu müssen. Er war dunkelfarben und dazu mit edlen Mustern bestickt, stand ihr zudem ganz ausgezeichnet. Man konnte sehen wie ihr Brustkorb sich durch die nun wieder gleichmäßige Atmung regelmäßig hob und senkte. Innerlich hoffte ich Lady Shigeko nicht allzu sehr mit meinen Worten verärgert zu haben. Jedoch spürte ich stattdessen eine Hand auf meiner Wange. Vor Schreck weiteten sich meine Augen einen Augenblick und ich hob den Kopf um Lady Shigeko anzusehen, deren Finger nun sanft über meine Haut strichen. Ein beruhigtes Lächeln legte sich langsam auf meine Züge und ich legte vorsichtig meine Hand auf die Ihre. Die letzte Person die mir so über die Wange gestrichen hatte, war meine Mutter gewesen, was nun schon mehr als ein Jahrzehnt zurückliegen musste. Obwohl ich in keinster Weise an Mangel von Verehrerinnen litt, so widmete ich keiner von ihnen, allein schon aufgrund dessen, dass sie durch die abstrakten Gedanken und Handlungen meiner Onkel einer Gefahr ausgesetzt werden könnten. Zusätzlich hatte ich gar keine Zeit um eine feste Beziehung für längere Zeit aufrechterhalten zu können. Somit hatte es nie solche Zärtlichkeiten für mich gegeben, weshalb mich solche Berührungen da ich nicht mehr mit ihnen vertraut war ein wenig erschreckten. Jedoch fühlte es einfach nur wundervoll an Lady Shigekos Hand zu spüren, sie schien mir etwas wie Trost zu spenden und munterte mich zeitgleich auf. Es fühlte sich einfach vertraut an, etwas dass ich schon sehr lange nicht mehr in diesem Ausmaß gespürt hatte.

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BeitragThema: Re: Die Gemächer von Shigeko   So 26 Jan 2014 - 21:19

Ich bemerkte dass Shigeru nach meiner Berührung einen Moment überrascht wirkte, seine Augen schienen sich ein winziges bisschen zu weiten. Erst dachte ich, dass ich ihn mit dieser Berührung vielleicht verärgert haben könnte, aber dem schien doch nicht so zu sein, denn ein kleines Lächeln legte sich auf seine Züge. Dass mein Herz dabei auf einmal anfing wie wild gegen meinen Brustkorb zu schlagen verwirrte mich. Was war denn plötzlich los mit mir? Den Gedanken dass ich mehr für Lord Shigeru empfinden könnte als bloße Sympathie und Freundschaft drängte ich gekonnt in den Hintergrund. So etwas konnte ich mir nicht erlauben. Zum einen war ich nur ein einfacher Gast und zum anderen gab es in seinem Leben bestimmt weitaus erwachsenere und ihm ebenbürtigere Damen als ich es war. Wie Seiko es bereits immer sagte, so war ich doch nur ein unerfahrenes Kind, was also sollte Shigeru mit einem solchen Kind. Ich zwang mich dazu mir nicht auf die Lippe zu beißen. Jedoch überraschte es mich als ich schließlich seine Hand auf der Meinen spürte. Ich hatte nie wirklich das Anwesen meiner Eltern verlassen und sonst auch nie jemanden kennengelernt, außer meinen Lehrern und von weit ab die höher gestellten Persönlichkeiten. Ich war davon ausgegangen, dass ich sowieso irgendwann verheiratet werden würde und mich daher auch niemals solchen Gefühlen würde hingeben können. Doch jetzt schlug mein Herz höher und das Blut rauschte in meinen Ohren. Ich spürte noch immer Shigerus Hand auf der meinen und die weiche Haut seiner Wange unter meinen Fingern. Es tat gut zu wissen dass er mich nicht sofort zurückgewiesen hatte. Ich blickte wieder in seine Augen, wo sich nun nicht mehr die Besorgnis oder die Bitterkeit widerspiegelten, sondern das Lächeln was sich auf seinen Zügen gebildet hatte. Jedoch wurde die Situation unterbrochen als ein Klopfen von der Tür erklang. Beinah zeitgleich entfernten sich unsere Hände voneinander und Lord Shigeru richtete sich auf.

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BeitragThema: Re: Die Gemächer von Shigeko   So 26 Jan 2014 - 21:23

Ich hatte sanft meine Finger mit denen von Lady Shigeko verschränkt, als plötzlich ein Klopfen ertönte. Innerhalb weniger Sekunden richtete ich mich auf und wandte den Blick von Shigeko hinüber zu der Schiebetür des Gemachs. Ich bedauerte es, dass ich Shigekos zarte Hand nicht mehr fühlte, ihre Wärme, während ihre Finger über meine Wangen glitten. Vermutlich würde ich eine solche Berührung so wie bereits bekannt erst wieder in zehn Jahren erneut spüren, sofern Shoichi und Masahiro es bis dahin noch nicht geschafft hatten mich unter die Erde zu befördern. Ich unterdrückte ein bedauerndes Seufzen, ehe ich meine Stimme erhob. "Ja bitte?" fragte ich in einem freundlichen Ton. Eine der Dienerinnen trat ein und verbeugte sich tief. "Verzeiht die Störung Lord Shigeru, Lady Tsuyika. Es tut mir leid, die Zeit Eurer Genesung zu unterbrechen, doch Lord Kujion bat mich unverzüglich Lord Maruyama aufzusuchen, da er diesen schnellstmöglich zu sprechen wünscht." Ich nickte zustimmend, auch wenn es mir in keinster Weise behagte dies tun zu müssen. Mit einem schwachen Lächeln auf den Zügen wandte ich mich zu Shigeko um. "Es tut mir leid, unserer Unterhaltung ein solches Ende bereiten zu müssen, doch die Unterredung mit Lord Kujion steht schon länger aus und hat äußerst hohe Priorität." sagte ich und verbeugte mich kurz. "Dennoch können wir die unsere, sobald Ihr Euch ausreichend erholt habt auf Euren Wunsch hin vollenden. Wenn Ihr mich nun entschuldigt Shigeko-sama." Mit einem gekünstelten Lächeln drehte ich mich um und schritt hinüber zur Tür, wo die Dienerin noch immer niederkniete. "Bitte führe mich zu ihm. Ich hoffe Lord Kujion hat nicht allzu lange Zeit warten müssen." Gemeinsam mit dem noch jungen Mädchen trat ich aus dem Gemach und begab mich in den inneren Teil des Anwesens.


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