Inuyasha Legends


 
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 Der Audienzsaal

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Shinji
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Snakedemon
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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Mi 11 Jun 2014 - 23:14

Es hatte zu meinem Bedauern wirklich viel zu lange gedauert bis ich endlich die Genehmigung von Hiroshi bekam, mir für mehr als nur ein paar Tage frei zu nehmen, wobei ich das Gefühl hatte, dass dies, vor allem in der jetzigen Lage, mit Shinas kürzlichem Besuch in Maruyama zu tun hatte. Ihr ständiges Zwinkern als hätte sie etwas im Auge und das Kichern waren da eher nebensächlich. Jedenfalls war ich ihr mehr als nur dankbar und hätte sie vermutlich durch die Luft gewirbelt, wenn Hiroshi nicht im Raum gewesen wäre. Ich bezweifelte zwar, dass er mich wie ein wütender Stier anfallen würde, aber man musste es ja nicht provozieren, wo die Beziehung der beiden anscheinend noch in den Anfängen steckte. Wobei, wenn man mich fragte, war das schon seit Jahren offensichtlich gewesen, da sowohl Hiroshi als auch Shina sich während Konferenzen ständig anstarrten oder heimlich tuschelten, was mehr an zwei Kindergartenkinder erinnerte als an einen Domänenführer und seine Beraterin. Vermutlich gab es für die anderen Vertreter ein äußerst merkwürdiges Bild ab, wenn der Domänenführer Chitoyos und seine kluge Beraterin sich über die Listen der Zivillisten lustig machten und ich, der gutaussehende Vizeadmiral nebensitzend, die Augen verdrehte. Aber immerhin hatte ich nun erst einmal Ruhe vor den beiden Chaoten, denn die letzten Wochen waren wirklich äußerst anstrengend gewesen. Ich konnte es Shigeru nicht verübeln, dass ich mich derart um alles kümmern musste, denn er stand ebenfalls unter großem Druck. Seit dem Fall der Domäne Tsuyika und dem Tod der beiden Domänenführer war in den umliegenden Bereichen einfach alles drunter und drüber gegangen. Man stritt sich um die Rechte und die ersten begannen bereits sich um das Land zu bekriegen, obwohl es Hinweise gab dass die Tochter und Erbin der Domäne noch am Leben war und dementsprechend das Recht an der Domäne besaß. Die Personen in den Konferenzen waren dann nicht viel besser und so musste ich gemeinsam mit Hiroshi die weitere Vorgehensweise besprechen. Es war selbstverständlich, dass wir uns nicht großartig einmischen würden, da die Domäne Chitoyo fast vollkommen neutral gegenüber den umliegenden Ländereien war und fast ausschließlich nur mit Maruyama positive Beziehungen führte. Wir hatten also die Verteidigungslinien erhöht um einen möglichen Angriff abwehren zu können und die Handelsrouten eingeschränkt, was zur folge hatte dass natürlich auch die Produktion von Nahrungsmitteln und anderen Gütern im Inland für die Bevölkerung erhöht werden musste. In den letzten Wochen hatte es sich einigermaßen beruhigt, weswegen es nun auch möglich war, dass ich endlich abreisen und Seiko wiedersehen konnte. Ich verabschiedete mich von Hiroshi und Shina, die immer noch zwinkerte, und holte das Benötigte aus meinem Apartment, das schwerer unter Akten litt als jemals zuvor. Es war ein Wunder, dass ich überhaupt noch darin leben konnte. Mein Weg nach Maruyama verlief fast vollkommen gefahrlos und selbst der Weg über die Grenze war weniger stark bewacht als ich vermutet hatte. Endlich angekommen machte ich mich direkt auf den Weg zum Anwesen der Maruyamas, da ich mir sicher war, dass Seiko um diese Uhrzeit noch nicht wieder zurück in ihrem Apartment war. Dort angekommen wurde ich mit den Worten begrüßt, dass sich Lord Shigeru anscheinend im Audienzsaal befand und ich machte mich sogleich auf den Weg dorthin, da dieser für mich nicht unbekannt war. Ein Grinsen schlich sich auf mein Gesicht als ich die Szene sah, die sich mir dort bot. Shigeru, der wie es schien schon halb auf seinem Platz eingeschlafen war und Seiko, die ziemlich unmotiviert und ein wenig wütend wirkte. Mein Blick huschte kurz zu der dritten Person in ihrer Mitte, die ich bisher noch nie zu Gesicht bekommen hatte und mich ehrlich gesagt fragte warum sie bei einer Audienz zu gegen war. Ein Weilchen lehnte ich noch am Türrahmen und beobachtete das Spektakel, bevor ich mich sacht abstieß und den Finger an die Lippen legte als sowohl Shigeru als auch die fremde Dame, mich sahen. Seiko, die mir den Rücken zugewandt hatte bemerkte das nicht und obwohl ich mir sicher war, dass sie mich gehört hatte, machte sie auch keine Anstalten sich umzudrehen. "Aber das ist ja alles nicht so wichtig. Wir könnten natürlich auch Chitoyo um Unterstützung bitten oder Truppen von Süden her nach Tsuyika schicken, um wenigstens einen Teil der Bevölkerung zu retten, aber wenn du mich fragst wird das vollkommen überbewertet." Schnell schlang ich die Arme um ihre schmale Taille und hob Seiko anschließend hoch. "Was höre ich da von Unterstützung aus Chitoyo?" fragte ich grinsend, während ich in Seikos verdutztes Gesicht blickte.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Mo 16 Jun 2014 - 3:05

Das Gespräch mit Shigeru und Seiko verlief eigentlich genauso wie ich es erwartet hatte. Seiko tat so als würde ich kein Wort von dem verstehen was sie redete, so als spräche sie plötzlich eine andere Sprache und Shigeru schien eher müde und mit seinen Gedanken nicht ganz anwesend zu sein. Ich wusste nicht ob es ihm auffiel oder ob er es überhaupt bewusst tat, aber sein Blick lag für eine lange Zeit auf mir, bzw. in meiner Nähe und wenn ich ehrlich war machte mich das mehr als nur nervös. Er schien in Gedanken abzudriften und hörte gar nicht mehr zu, was Seiko noch so alles zu sagen hatte und ich fragte mich worüber er wohl gerade nachdachte und warum er dabei mich ansah. Vermutlich bildete ich mir das nur ein und übertrieb mal wieder vollkommen, wie es schon öfter der Fall war. Um nicht rot zu werden senkte ich den Blick wieder auf die Karte und lauschte Seikos Worten, die anscheinend immer ungeduldiger wurde, während Shigeru sich nicht daran zu stören schien. Jedoch kam mir ein anderer Gedanke und mal wieder machte ich mir Vorwürfe, dass er wegen dem Streit um meine Domäne und meinem Wunsch diese zurückzuerlangen so viel Arbeit hatte, was auf Seiko natürlich auch zutraf. Shigeru wirkte müde und daher wohl auch derart teilnahmslos. Im Gegensatz zu den beiden schien mein Alltag noch geradezu lächerlich entspannt, da mich kaum etwas erwartete als das Training mit Seiko und mein späteres, geheimes Training, für das ich vermutlich umgebracht werden würde, wenn jemand davon wüsste. Aber wie ich zugeben musste, hatte es mir in der letzten Zeit doch etwas gebracht mich ständig aus dem Anwesen zu schleichen und gegen Lord Shigerus Wünsche zu verstoßen. Im Training mit Seiko war ich nun schneller und meine Schläge waren nicht mehr lasch und unpräzise, was ich allerdings noch verbarg, da sie sonst nur Verdacht geschöpft hätte. "Verzeih mir, was sagtest du gerade?" - "Ach gar nichts. Nur das wir alle sterben werden, dein Volk verhungern wird, Tsuyika bald, nachdem es in tausend Stücke zerteilt wurde in Schutt und Asche liegen wird und du das alles verschläfst. Aber das ist ja alles nicht so wichtig. Wir könnten natürlich auch Chitoyo um Unterstützung bitten oder Truppen von Süden her nach Tsuyika schicken, um wenigstens einen Teil der Bevölkerung zu retten, aber wenn du mich fragst wird das vollkommen überbewertet." Nach Seikos Worten atmete ich schon fast erleichtert aus, da zwischen ihren und Shigerus Worten eine geradezu tödliche Stille für einen Moment geherrscht hatte und ich schon besorgt war, dass sie ihn im nächsten Augenblick mit heißem Tee übergießen würde. Allerdings hatte ich mich in der letzten Zeit schon fast an solche Gespräche gewöhnt und war nicht mir so überrascht wie noch am Anfang, als mich ein Wortgefecht der beiden buchstäblich von den Füßen gehauen hatte. Ich zupfte an der Kordel, welche über den Gürtel meines Kimonos geschlungen war und wartete darauf, dass sich Shigeru zu Seikos Worten äußerste und hoffentlich keinen Streit mit ihr begann. Jedoch wurde mein Blick schließlich zur Tür gelenkt, als ich eine Bewegung dort ausmachte. Ein wenig verwirrt erkannte ich dass es sich dabei um einen jungen Mann, ungefähr in Shigerus Alter handelte, der eine schwarze Uniform trug und ähnlich wie alle hier Anwesenden, langes silbernes Haar aufwies. Warum hatte ihn denn niemand angekündigt? Mein Blick huschte zurück zu Shigeru, der nun ein verschwörerisches Grinsen auf dem Gesicht trug und keineswegs mehr müde wirkte. Meine Verwirrung erreichte ihren Höhepunkt als sich der Fremde näherte, allerdings den Finger an die Lippen legte. Trotz meines verständnislosen Blickes schien Shigeru nicht im Geringsten über diese Situation erstaunt, nein er wirkte sogar so als wüsste er genau was jetzt passieren würde. "Was höre ich da von Unterstützung aus Chitoyo?" Mein Mund blieb für einige Sekunden tatsächlich offen stehen als ich sah wie der Fremde Seiko die Hände an die Taille legte und sie anschließend hochhob. Was dachte er sich dabei? War er lebensmüde? Denn Seiko derart zu behandeln konnte nur mit dem Tod oder schwersten Verletzungen enden. Mir grauste es bereits jetzt vor ihrem kommenden Wutanfall.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Di 17 Jun 2014 - 22:54

Noch immer beschäftigte mich der Gedanke ob und was zwischen dem Soldaten und Shigeko vor sich ging, ob sie einfach nur trainierten oder es tatsächlich mehr war, was Shigeko für ihn empfand und ob sie ihn möglicherweise nur aufsuchte, da ihr der Aufenthalt im Anwesen missfiel. In gewisser Weise kam ich mir ziemlich idiotisch vor, da mich dieses Thema so derart beschäftigte und das obwohl gerade jetzt so viele, weitaus wichtigere Dinge anstanden, die womöglich über die Zukunft entscheiden würden. Aber egal was ich tat, es ließ mich einfach nicht los und immer wieder erwischte ich mich dabei, wie meine Gedanken langsam zu Shigeko abschweiften, ich mich um sie sorgte und mich fragte, was mit ihr geschehen würde, wenn all das endlich vorüber war. "Ach gar nichts. Nur das wir alle sterben werden, dein Volk verhungern wird, Tsuyika bald, nachdem es in tausend Stücke zerteilt wurde in Schutt und Asche liegen wird und du das alles verschläfst. Aber das ist ja alles nicht so wichtig. Wir könnten natürlich auch Chitoyo um Unterstützung bitten oder Truppen von Süden her nach Tsuyika schicken, um wenigstens einen Teil der Bevölkerung zu retten, aber wenn du mich fragst wird das vollkommen überbewertet." Ein Schnipsen riss mich aus meinen Gedanken und ich fand mich wieder im Audienzsaal wieder, vor mir eine nicht gerade glücklich wirkende Seiko, was eine Tatsache war, die auch mich nicht in Hochstimmung versetzte, besser gesagt das genaue Gegenteil. In gewisser Weise fragte ich mich, ob ich auf diese keifende Antwort ihrerseits überhaupt reagieren sollte, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie mir andernfalls anschließend die Augen auskratzte oder etwas nach mir warf, geschweige denn ihr Schwert zog, das als Valkürenlanze gleich mal die gefühlt hundertfache Größe erreichte, war einfach zu hoch und keine allzu prickelnde Aussicht. Ich unterdrückte ein Seufzen. Jetzt war wieder meine fachmännische Pädagogik gefragt, die ich schon bei Seikos Ausbildung angewandt hatte. "Das passiert mit Sicherheit nicht, schließlich haben wir dich. Und gegen deine Strategien kommt bekanntlich niemand an." Erstmal das Ego meiner kleinen, gereizten Vizeadmiralin kraulen, das mochte eigentlich jeder. "Und das mit Chitoyo halte ich für eine hervorragende Idee von dir. Mit ihrer Unterstützung können wir der Bevölkerung Tsuyikas helfen und zugleich zu einem Gegenschlag ausholen um das Land zurückzuholen. Wir sollten lediglich darauf achten, dass das Beitragen Chitoyos nicht Publik wird, sonst haben Hiroshi, Shinji und Shina ein nicht gerade kleines Problem." Trick zwei im Umgang mit Seiko: Shinji erwähnen. Das funktionierte immer. Sie war derart vernarrt in Shinji, dass es meines Erachtens schon beinahe ungesund war, aber für mich so gesehen äußerst praktisch und mich stets in eine überlebenssichernde Zone brachte. Allein sein Name beruhigte sie um Meilen. Die Ironie der Geschichte war, das eben dieser bereits kurze Zeit später äußerst unauffällig zu uns in den Audienzsaal stieß, während sich Seiko wieder der Karte gewidmet hatte und sich nicht einmal die Mühe machte sich umzudrehen. Sie ahnte ja nicht im geringsten, wer sich dort hinter ihr befand. Ein verschwörerisches Grinsen legte sich auf meine Züge, als Shinji mir und Shigeko bedeutete still zu sein und anschließend von hinten an Seiko herantrat, um diese hochzuheben. "Was höre ich da von Unterstützung aus Chitoyo?" Während Seikos Miene sich von einer verblüfften, zu einer freudestrahlenden verwandelte, erhob ich mich von meinem Sessel und trat neben Shigeko, die nun vermutlich dachte sie sei im falschen Film gelandet. Beinahe grinste ich als ich feststellte, wie ihr Mund für einige Sekunden offen stehen blieb und sie geschockt die Szene beobachtete, welche sich vor ihren Augen zutrug. "Bevor ihr fragt Lady Shigeko, ja dies geschieht wirklich.", meinte ich grinsend und deutete auf das wiedervereinte Pärchen vor uns.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Di 17 Jun 2014 - 23:25


Ich konnte es immer noch nicht fassen wie sich Shigeru momentan verhielt. Erst brummte er mir dutzende Aufgaben als Vizeadmiralin auf, die teils unmöglich zu meistern waren, ließ mich von einer Audienz zur nächsten traben, was dank dem Fall Tsuyikas nun kein Ende mehr fand, dann zwang er mich Mentorin für dieses verwöhnte, reiche Fräulein zu spielen und nicht zu vergessen, ich solle mir etwas einfallen lassen um die Domäne zurückzuholen, damit Shigeru Zeit für ein weiteres Schläfcherstündchen hatte. Beinahe hätte ich die Hand zu einer Faust geballt oder mit den Zähnen geknirscht, da ich innerlich vor Wut kochte. Wieso war ich eigentlich noch hier? Der Job war nicht mal gut bezahlt! "Das passiert mit Sicherheit nicht, schließlich haben wir dich. Und gegen deine Strategien kommt bekanntlich niemand an." "Tzz…" Schnippisch drehte ich den Kopf zur Seite. Von wegen, mit Schmeicheleien brauchte Shigeru jetzt nicht mehr kommen, das würde  ihn auch nicht retten. Wobei, seine Worte waren ja keine Schmeicheleien sondern Tatsachen. Der einzige, der sich im Punkt Strategien mit mir messen konnte war Shinji und da er niemals eine Strategie planen würde, welche die meine negativ beeinflussen könnte, gab es von dieser Seite ausgehend keinen Grund zur Besorgnis. "Und das mit Chitoyo halte ich für eine hervorragende Idee von dir. Mit ihrer Unterstützung können wir der Bevölkerung Tsuyikas helfen und zugleich zu einem Gegenschlag ausholen um das Land zurückzuholen. Wir sollten lediglich darauf achten, dass das Beitragen Chitoyos nicht Publik wird, sonst haben Hiroshi, Shinji und Shina ein nicht gerade kleines Problem." Natürlich war die Idee hervorragend, sie stammte ja auch von mir. Und solange es nicht zu ungeplanten, kurzfristigen Änderungen kam, gab es an dieser Taktik auch nichts zu bemängeln. Allerdings verengten sich meine Augen kurz als Shigeru Shinji erwähnte, wobei ich es bei einem strengen Blick beließ, als Shigeru seinen Worten nichts mehr hinzufügte. "Gut gerettet.", meinte ich mit einem leicht genervten Unterton und wandte mich wieder der Karte zu, welche auf dem Tisch ausgebreitet war. "Aber es war knapp." Mein Blick richtete sich auf die Landkarte und ich überlegte, über welchen Weg es am geschicktesten wäre sich nach Tsuyika zu begeben, sofern Chitoyo uns Unterstützung zusicherte, was ehrlich gesagt nahezu außer Frage stand. Schließlich hörte ich, wie nach einiger Zeit die Tür geöffnet wurde, meiner Mutmaßung nach handelte es sich bei dem Besucher vermutlich um Ichiro und ich schenkte der Situation hinter meinem Rücken nicht mehr allzu viel Beachtung. Das einzige, was mich ein wenig verwunderte war, dass ich weder Ichiros noch Shigekos Stimme hörte, aber das war mir offen gesagt total egal, solange das Mädchen nicht wieder umkippte und man mir die Schuld zuschrieb. Erst als ich plötzlich zwei Hände an meiner Taille spürte, hielt ich zum ersten Mal überrascht inne und wandte den Blick von der Karte ab. Es gab nur eine Person, der dieses Privileg zugute kam und sofern er nicht in diesem Moment hinter mir stand, würde Shigeko mit Sicherheit gleich wieder umkippen, da vor ihren Augen eine weitere Person durch meine Hand ums Leben käme. "Was höre ich da von Unterstützung aus Chitoyo?" Es fühlte sich an, als würde mein Herz für einen Moment stehen bleiben, als ich die Stimme erkannte und sie zu einhundert Prozent Shinji zuordnete. Aber wie war das möglich? Wieso wusste ich nicht, dass er hier war? Und wie kam er eigentlich… mooooment. Shina. Das war die Antwort. Dennoch war mir dies in der nächsten Sekunde gänzlich egal als Shinji mich hochhob und ich ihm anschließend ins Gesicht blickte. "Offensichtlich ist die Unterstützung schon hier.", meinte ich und strahlte ihn an, während ich meine Hand an seine Wange legte. Kurz glitt mein Blick an ihm vorbei, um in Richtung Tür zu sehen, nicht dass sich hier noch unbefugtes Personal befand, welches anschließend meine und Shinjis Beziehung ausplaudern würde, ehe ich mich vorbeugte und einen Kuss auf seine Lippen hauchte. "Und das gerade zur rechten Zeit."  

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Fr 27 Jun 2014 - 2:18


Ich war wirklich unsagbar froh endlich in Maruyama angekommen zu sein und Seiko aufzusuchen zu können. Worte hätten nicht beschreiben können wie ich sie in den vergangenen Monaten vermisst hatte und was ich dafür gegeben hätte auch nur wenige Stunden mit ihr verbringen zu können. Es war nicht so, dass ich unglücklich in Chitoyo war oder mir sonst etwas fehlte, aber wenn ich in ihrer Nähe war fühlte ich mich einfach wieder… vollständig. Es belastete mich, dass sich unser Wiedersehen bereits vor so langer Zeit ereignet hatte und wir uns kaum sehen konnten. Die radikale Veränderung von dem Zustand von früher zu jetzt war deutlich zu spüren, da wir in der Zeit in der Gosse nur uns gehabt hatten und jeden Tag gemeinsam hatten verbringen können und nun war es uns nicht einmal vergönnt uns jeden Monat zu sehen. Daher war mein Plan auch nicht gerade risikolos, da ich immer noch fürchtete die wenige Zeit, die Seiko und ich teilten, könnte ihre Antwort beeinflussen. Mit Hiroshi hatte ich schon mehrfach kurz über diese Pläne gesprochen, da es nicht gerade ein kleiner Schritt war und mit sich brachte, dass entweder ich die Domäne Chitoyo verließ oder Seiko zu dieser stieß und egal welche der beiden Möglichkeiten eintreffen würde, es wäre vermutlich für keinen von uns einfach. Aber für mich war bereits seit längerem klar, dass wir unsere Beziehung nicht ewig so weiterführen konnten, denn die ständige Trennung war nicht gerade angenehm. Jedoch schob ich diese Gedanken beiseite und durchquerte die Stadt bis hin zum Anwesen der Maruyamas, in welchem sich auch die Audienzsäle befanden. Auf dem Weg dorthin machte ich mir Gedanken darüber wie ich mich bei Shina für diesen Gefallen revanchieren konnte, was nicht gerade einfach war. Vermutlich war die beste Idee wirklich Hiroshi zu sagen, dass ich dringend mit ihm über einige Pläne reden musste und er sich dafür einen Abend lang von seinen ewigen Audienzen freinehmen müsste und ihn dann, natürlich unabsichtlich, zu versetzen. Denn so viele Tage und Nächte wie Hiroshi in letzter Zeit im Audienzsaal verbracht hatte, konnten die beiden ja gar keine Zeit für sich haben und so konnte er es immerhin auf mich schieben. Gut dass ich damals die Wette eingegangen war und jetzt mehr Geld besaß, dank der Tatsache dass die beiden nun eine Beziehung führten, nur dass Shina dies niemals erfahren durfte, denn ansonsten konnte ich mein Todesurteil auch gleich selbst unterschreiben. "Das passiert mit Sicherheit nicht, schließlich haben wir dich. Und gegen deine Strategien kommt bekanntlich niemand an. Und das mit Chitoyo halte ich für eine hervorragende Idee von dir. Mit ihrer Unterstützung können wir der Bevölkerung Tsuyikas helfen und zugleich zu einem Gegenschlag ausholen um das Land zurückzuholen. Wir sollten lediglich darauf achten, dass das Beitragen Chitoyos nicht Publik wird, sonst haben Hiroshi, Shinji und Shina ein nicht gerade kleines Problem." - "Gut gerettet. Aber es war knapp." Amüsiert lauschte ich dem Gespräch von Seiko und Shigeru, der sich zu retten versuchte, während ich noch immer in der Nähe des Eingangs stand. Das Einzige was mich bisher zurückhielt, war die junge Dame neben Shigeru, mit der ich bisher nicht vertraut war, doch ein Blick auf eben jenen zeigte mir dass sie anscheinend nicht über Seikos und meine Beziehung sprechen würde. Da Seiko sich tatsächlich nicht umwandte, gelang es mir sogar sie überraschend hochzuheben und ich amüsierte mich köstlich über den verdutzten Gesichtsausdruck der für einige Sekunden aufblitzte, ehe ich ihr bildschönes Lächeln sehen konnte. "Offensichtlich ist die Unterstützung schon hier." Sanft setzte ich sie wieder zurück auf den Boden und schenkte ihr ein liebevolles Lächeln. "Offensichtlich war die Unterstützung einen Schritt voraus." Zärtlich erwiderte ich ihren Kuss und musste mich wirklich zwingen ihn nicht noch in die Länge zu ziehen, da wir hier ja schließlich nicht allein waren. "Und das gerade zur rechten Zeit." Grinsend warf ich einen Blick auf Shigeru und die andere Dame, da ihre Mimik wirklich köstlich war, ehe ich Seiko antwortete. "Du weißt doch, dass ich mich nur selten verspäte." Mit einem kaum wahrnehmbaren Kopfnicken deutete ich auf das Mädchen. "Und wer ist euer werter Gast?"

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Di 15 Jul 2014 - 4:24


Ich hatte den Blick noch immer auf die Karte gesenkt, zum einen weil ich natürlich mitverfolgen wollte welche Taktiken Seiko gerade besprach und zum anderen um nicht der Peinlichkeit zu unterliegen meinerseits Shigeru anzustarren, womöglich noch von ihm dabei erwischt zu werden. Um mich von diesen Gedanken abzulenken zupfte ich an dem Knoten des Verbands an meiner Hand herum, den ich noch immer als nicht völlig nötig erachtete. Ich hatte dummerweise bei der Abwehrübung das Gleichgewicht verloren und den Dolch mit der Seite meiner Hand abgewehrt was natürlich einen kleinen Schnitt mit sich zog. Ichiro hatte ich später gesagt ich hätte versehentlich in eine der Scheren gefasst, die während des Nähens unter dem Stoff verborgen lag, was sich sogar plausibel anhörte. Und da der Schnitt auch nicht allzu tief war, konnte man tatsächlich annehmen dass er von der geschärften Seite einer Schere stammte. Nitori hatte sich hunderte Male dafür entschuldigt und ich hatte wirklich Angst dass er vor lauter Nervosität dass Seiko herausfinden konnte, dass er mir so gesehen geschadet hatte, ohnmächtig zusammenbrechen könnte. Immerhin hatte ich ihn soweit beruhigen können, dass er wieder Farbe im Gesicht hatte und nicht mehr mit einer weißen Wand konkurrieren konnte. Und zu meinem Glück hatte Seiko keine Fragen zu der Verletzung gestellt, da sie mich auch nicht großartig behinderte und das Training sowieso nicht derart fordernd war. "Das passiert mit Sicherheit nicht, schließlich haben wir dich. Und gegen deine Strategien kommt bekanntlich niemand an. Und das mit Chitoyo halte ich für eine hervorragende Idee von dir. Mit ihrer Unterstützung können wir der Bevölkerung Tsuyikas helfen und zugleich zu einem Gegenschlag ausholen um das Land zurückzuholen. Wir sollten lediglich darauf achten, dass das Beitragen Chitoyos nicht Publik wird, sonst haben Hiroshi, Shinji und Shina ein nicht gerade kleines Problem." - "Gut gerettet. Aber es war knapp." Leicht amüsiert verfolgte ich das Gespräch zwischen Shigeru und Seiko, dennoch wanderten meine Gedanken immer wieder in Richtung Tsuyika ab und ich fragte mich wie es dem Volk momentan erging und wie viele Opfer der Umsturz gefordert haben mochte. Denn immerhin waren es nicht nur meine Eltern, die dabei ihr Leben gelassen hatten sondern auch mit Sicherheit zahlreiche Diener und Personen aus der Oberschicht die in der Nähe des Hauptanwesens residiert hatten. Mit Sicherheit hatten nicht alle von ihnen einen ehrwürdigen Charakter besessen, doch so zu sterben verdiente niemand. Ich wurde aus meinen düsteren Gedanken gerissen, als sich die Tür zum Audienzsaal öffnete und eine Person eintrat, die mir bisher nicht bekannt war, aber Shigeru anscheinend schon. "Offensichtlich ist die Unterstützung schon hier." Die Szene vor meinen Augen eröffnete mir nur eines und das war ein großes rotes Fragezeichen in meinem Kopf und den unbändigen Wunsch mich selbst zu kneifen da ich mir zu fast einhundert Prozent sicher war, dass ich auf der Landkarte eingeschlafen war. Vermutlich amüsierte sich Shigeru gerade prächtig über das Bild das ich abgab und Seiko stand kurz davor mir mit dem Tisch eins überzuziehen. Das hier konnte einfach keine Realität sein. Seiko hätte ich ihm doch längst den Kopf abgerissen für dieses Verhalten. "Und das gerade zur rechten Zeit." - "Du weißt doch, dass ich mich nur selten verspäte. Und wer ist euer werter Gast?" War das möglich? Seiko hatte tatsächlich eine menschliche Seite und zeigte Gefühle abgesehen von Gleichgültigkeit und Wut? Und… sprach eine andere Sprache? Gut, ich war definitiv eingeschlafen, fragte sich nur wie ich am besten aufwachen konnte. Ich war schon kurz davor mich zu kneifen, als ich Shigeru bemerkte, der nun neben mir stand. "Bevor ihr fragt Lady Shigeko, ja dies geschieht wirklich." Mein Blick wanderte zwischen den beiden und Shigeru hin und her während ich in Gedanken versuchte das soeben Geschehene zu verarbeiten. "Aber…" Mir wurde schon ganz schwindelig, da sich das Bild das ich von Seiko hatte gerade radikal veränderte. "Sind die beiden… verheiratet?" fragte ich leise in Richtung Shigeru. Die Möglichkeit bestand, da ich Seiko wirklich noch nie privat angetroffen hatte und sie für ein Liebespärchen enorm vertraut wirkten.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Fr 1 Aug 2014 - 20:20


"Gut gerettet. Aber es war knapp." Für einen kurzen Moment musste ich mich wirklich beherrschen nicht erleichtert auszuatmen oder gar zu grinsen. Da sah man es eben wieder, meine Strategie von damals ließ sich immer noch perfekt anwenden. Schritt 1: Das Ego kraulen um eine ruhige Stimmung einzuleiten und den Einsatz von Waffen seitens Seiko zu vermeiden. Schritt 2: Das Urvertrauen in ihr wecken, indem man Shinji erwähnte. Auf Seikos Worte hin schenkte ich dieser nur ein freundliches Lächeln, während ich mir überlegte ob ich nicht nebenberuflicher Autor wurde und Ratgeber bezüglich des Umgangs mit Seiko in Alltagssituationen veröffentlichen sollte. Den hätten bestimmt einige meiner Soldaten gekauft, wobei ich für diese eine Sonderauflage wie ‚Seiko für Dummies‘ benötigen würde. Kurz wanderte mein Blick zu Shigeko, welche immer noch vor mir stand. Okay, sie gehörte definitiv auch zur Gruppe der Käufer, kein Zweifel. Ein besonders wichtiges Kapitel in meinem Buch wäre für sie wohl ‚Wie überlebe ich einen Tag mit Seiko (ohne körperliche Verletzungen)?‘ Womöglich hätte ich mit dieser Idee noch eine Menge Geld verdient… wenn Shinji nicht wenige Sekunden später im Audienzsaal erschienen wäre. Ich wollte mir gar nicht ausmalen, was für grausame Dinge er sich ausdenken würde, sollte ich ein solches Buch über seine Geliebte veröffentlichen. Wobei er es definitiv kaufen und lesen würde, darauf würde ich wetten. "Offensichtlich ist die Unterstützung schon hier." Herrje, dieser Blick von Seiko sagte mehr wie eintausend Worte. Beinahe hätte ich mir mit der Hand an die Stirn geschlagen. Herzlich willkommen Kitsch, bitte tritt ein, du wirst von den beiden jeden Moment benötigt. Gut ich war kein Feind des Kitsches, wirklich nicht und zugegeben, ein wenig beneidete ich Seiko und Shinji auch um ihre wahnsinnig starke Beziehung, welche sie seit Jahren führten, aber irgendwann reichte es doch mal, oder? Falsch. Diese beiden holten jeden Kitsch nach, den sie in der Zeit, welche sie getrennt verbrachten nicht haben konnten. Das war schon fast ein Phänomen. Traf man Seiko oder Shinji allein, war jeder Eisklotz im Vergleich zu ihnen eine warme Tasse Kakao. Aber trafen die beiden aufeinander, sah selbst ein Raum voller tiefroter Rosen neben ihnen blass aus. Wieder eine Idee für ein Buch: ‚Die Phänomene von Seiko und Shinji. Umgang mit ihnen gemeinsam und separat.‘ Potentielle Käufer: Shina, Hiroshi, Shigeko, Ich selbst, sämtliche Bewohner der Domänen Maruyama und Chitoyo. Mein Todestag: Tag der Erscheinung des Buches. Jetzt hieß es wohl abwägen. Sollte ich eines Tages Kinder haben, waren diese hoffentlich nicht ganz so kitschig veranlagt wie diese beiden. "Und das gerade zur rechten Zeit." - "Du weißt doch, dass ich mich nur selten verspäte. Und wer ist euer werter Gast?" Oh man, jetzt musste ich auch noch mein gering vorhandenes Shanjo rauskramen und das nach diesem Tag. So langsam wurde es unfair. Zwar verstand ich nicht jedes Wort von Seiko und Shinji, aber meine Kenntnisse reichten um zu verstehen, dass Shinji offensichtlich auf Shigeko zu sprechen kam, auf welche er anschließend auch deutete. Ich blickte sie von der Seite an da ich mich mittlerweile neben ihr befand wobei mir nicht entging, dass sie wie vor einigen Wochen als Seiko ausgerastet war, beunruhigend blass wurde. Vorsichtig legte ich ihr einen Arm um die Schulter. "Aber… Sind die beiden… verheiratet?" Ich lachte leise, als ich Shigekos zögernde und offensichtlich geschockte Frage hörte. "Nein leider nicht. Aber sie wären es, wenn sie auch nur ansatzweise die Möglichkeit dazu besäßen, ohne dass die Folgen fatal ausfielen."  

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Fr 1 Aug 2014 - 21:05


Mittlerweile fragte ich mich, warum ich mich hier überhaupt noch zum Deppen für  alles und jeden machte, da die einzige Belohnung, welche ich erhielt ohnehin meistens nur ein freundliches Lächeln und ein genuscheltes Danke war, ehe man sich zwei Minuten später auch schon wieder beschwerte, was ich bei meiner Arbeit denn hätte besser machen können. Es war einfach zum Verzweifeln. Oftmals stellte sich mir die Frage ob nur ich unter solchen Arbeitsumständen zu leiden hatte oder ob es Shinji und Shina ähnlich erging, wobei ich Zweitere schnell ausschloss. Ich bezweifelte, dass sie sich hinter massenhaft Akten und Strategien zu vergraben hatte wenn Hiroshi sie nach einer Audienz zum Essen ausführte. Bei Shinji hingegen könnte das durchaus anders aussehen, es sei denn er wurde ebenfalls mit eingeladen. Für einen Moment erschien ein Bild in meinem Kopf, wie Shinji, Shina und Hiroshi an einem Tisch in einem Restaurant saßen, Shinji mit den Nerven völlig am Ende, während Hiroshi und Shina einander anhimmelten als ob es nur sie und nichts anderes gäbe. Für Shinjis Gesichtsausdruck hätte ich wahrhaft Geld gezahlt. Allerdings nur unter der Voraussetzung, wenn ich ihn wenige Zeit später von seinem Leid hätte erlösen und mich ebenfalls an den Tisch hätte setzen dürfen. Dennoch viel mir wenig später auf, wie dumm und naiv diese wenn auch nicht ernst gemeinte Vorstellung war, da sich eine solche Szene zumindest unter den momentanen Umständen niemals hätte abspielen können ohne fatale Folgen mit sich zu bringen. Die Vizeadmiralin Maruyamas zusammen mit den drei höchsten Personen Chitoyos an einem Tisch zum Dinner? Bei den Spannungen, die unter den Domänen herrschte, würden die anderen ausrasten und sofort irgendwelche Truppen entsenden um Maruyama und Chitoyo zu schwächen, sowie ein offizielles Bündnis der beiden zu vermeiden. Traurig schloss ich für einen Moment die Augen und ließ den Kopf hängen, um wenigstens für ein paar Sekunden nicht jene Domänen sehen zu müssen, welche vor mir auf der Karte niedergeschrieben waren und all das verhinderten. Es durfte einfach nicht wahr sein, dass nach allem was ich und Shinji hatten durchleben müssen etwas derart banales uns voneinander trennte. Wieso war diese Welt so ungerecht? Und wieso immer bei mir? Was hatte ich denn verbrochen? Schließlich biss ich die Zähne aufeinander und öffnete wieder die Augen, während ich mir den Gedanken aus dem Kopf schlug und wie gewohnt alles verdrängte. Für solche sentimentalen Angelegenheiten hatte ich nun wirklich keine Zeit. Kurz zog ich meinen Handschuh ein Stück nach vorne und entdeckte auf meinem Handrücken einige feine, schwarze Linien. Na toll. Meine Beherrschung war offensichtlich noch immer nicht vollkommen genug um dies zu vermeiden. Ich zog den Handschuh wieder zurück, ehe mich kurze Zeit später jemand hochhob, genauer gesagt Shinji. Für einen Moment fragte ich mich wirklich ob ich nicht einfach nur träumte und in meinem Apartment auf einigen Akten eingeschlafen war, wie allzu oft in den letzten Tagen oder ob sich dies wirklich zutrug. "Offensichtlich war die Unterstützung einen Schritt voraus." Ich erwiderte Shinjis Kuss zärtlich, wobei ich mir danach sehr sicher war, dass ich nicht zuhause eingeschlafen war, denn so ausdrucksstark und realitätsgetreu waren meine Träume für gewöhnlich eigentlich nicht. "Dann haben wir also eine sehr kluge Unterstützung, gut zu wissen. Gibt es einen bestimmten Grund, warum sie schon eher eintrifft?", fragte ich mit einem Lächeln und hauchte Shinji einen kurzen Kuss auf die Wange. "Du weißt doch, dass ich mich nur selten verspäte."  - "Das ist wahr.", meinte ich und hob verschwörerisch die Augenbrauen. "Und wer ist euer werter Gast?" Okay, hätte ich jetzt etwas Wasser im Mund gehabt, hätte ich es spätestens in dem Moment als Shinji in Shigekos Richtung deutete, ausgespuckt. Verdammt, die hatte ich ganz vergessen. Ich zwang mich dazu mich nicht zu ohrfeigen oder ähnliches zu tun, da ich mir so derart dumm vorkam, Shigeko einfach ausgeblendet zu haben. Sie hatte mich jetzt schließlich so ziemlich in der Hand, auch wenn sie das vermutlich noch nicht wusste. Aber da Shigeru ihr nahezu blind zu vertrauen schien, war es eine Frage von Minuten, bis sie dies realisieren würde. Oh man. Heute war echt nicht mein Tag. Ich wusste, ich hätte heute einfach im Bett bleiben sollen, Shinji wäre auch so nach Narita gekommen und hätte ganz sicher mein Apartment aufgesucht, wenn ich nicht hier gewesen wäre. "Das ist Tsuyika Shigeko.", antwortete schließlich wahrheitsgemäß auf Shinjis Frage hin.  "Die Erbin der kürzlich gefallenen Domäne und Shigerus persönlicher Schoßhund und Liebling. Ach und nebenbei der Fluch meines Privatlebens und Haupträuber meiner Freizeit." Ich bezweifelte, dass Shigeru mit seinen minimalen Shanjo Kenntnissen meinen zweiten Satz auch nur ansatzweise verstand, erst recht da ich diesen sehr leise sagte, ja schon fast nuschelte. Für Shinji hingegen müsste es, sofern er Shanjo seit seinem letzten Besuch nicht vollständig verlernt hatte, gut verständlich gewesen sein. Und wenigstens konnte ich einmal über Shigeko herziehen, ohne danach bestraft oder halbgetötet zu werden.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Fr 15 Aug 2014 - 6:22


Egal wie oft ich es nun bereits zu Gesicht bekommen hatte, es faszinierte mich immer wieder Seiko zu sehen wenn sie sich nicht in meiner Gegenwart aufhielt und ich kam nicht um die Frage hin, ob ich wohl selber ein solches Bild abgab. Wäre ich bloß ein Soldat von niederem Rang und wüsste nichts von ihrer zärtlichen und mitfühlenden Seite, so hätte ich vermutlich enormen Respekt vor ihr und würde mir mehr als nur einmal überlegen ob ich das Wort an sie richten würde. Zu meinem Glück war ich aber nichts dergleichen und genoss im Gegensatz zu so gut wie jedem anderen Seikos Wohlwollen und Liebe. Shina hatte es in diesem Fall ebenfalls gut getroffen, da sie trotz ihrer… extrovertierten Art und jeglichen unangemessenen Einfällen kaum etwas von Seikos Zorn zu spüren hatte. Was Shigeru anging war ich mir nicht ganz so sicher, ich wusste zwar dass Seiko ihn respektierte, da er nun einmal ihr Lehrer gewesen war, dennoch konnte ich mir nicht vorstellen dass sie sich ständig seinem Willen unterwarf, das beste Beispiel wurde mir ja soeben geboten. Einen Streit der beiden stellte ich mir jedoch nicht ganz so spaßig vor, da Shigeru nicht bloß mit einem kalten Blick davonkam wenn Seiko erst einmal wütend geworden war. In der Haut von einer, ihr gänzlich unvertrauten, Person wollte ich somit nicht stecken, denn dass diese lebend aus einem Wutausbruch Seikos hervorkam war eher unwahrscheinlich. Wie gut, dass sie zurzeit nicht an einem solchen litt, denn sonst hätte ich wohl mit einem ordentlichen Schlag rechnen müssen, nachdem ich sie ungefragt hochgehoben hatte und das auch noch so, dass sie mich dabei nicht sehen konnte. Aber das Bild was sie für einige Sekunden bot, amüsierte mich wirklich köstlich, da der sonst so strenge Zug um ihre Mundwinkel verschwand und ihr Blick in der Überraschung weicher wurde. Wieder einmal wurde mir schmerzlich bewusst, wie sehr sie mir oft fehlte und wie selten ich sie zu Gesicht bekam, was ich in der nächsten Zeit zu ändern hoffte. Hiroshi wäre wohl nicht ganz so begeistert gewesen, wenn er den Beschluss, den ich langsam fasste, bereits kennen würde. Chitoyo war eine blühende Domäne, deren Zukunft kaum Grenzen gesetzt waren und die mit Hiroshi als ihrem Führer und neben mir noch weiteren fähigen Generälen und Admirälen eine sichere politische und militärische Gewalt besaß. Maruyama hingegen, oder besser gesagt der Teil der Domäne der Lord Shigeru unterstand, war noch immer nicht selbstständig und durch den Druck des restlichen Landes unter Shigerus Verwandten enorm gefährdet. Seiko in dieser Situation an eine andere Domäne zu verlieren war somit wirklich unmöglich und so kam es mir immer logischer vor, dass ich die Person sein musste die einen neuen Weg einschlug. "Dann haben wir also eine sehr kluge Unterstützung, gut zu wissen. Gibt es einen bestimmten Grund, warum sie schon eher eintrifft?" Ein kurzes Grinsen huschte über meine Züge. "Da solltest du eine gewisse Beraterin aus der Domäne Chitoyo fragen." "Sie hat es mir erst möglich gemacht, dass ich meine Mission ausführen kann." Ich zwinkerte Seiko zu und wandte mich nach ihren nächsten Worten wieder der fremden Dame zu. "Das ist wahr. Das ist Tsuyika Shigeko. Die Erbin der kürzlich gefallenen Domäne und Shigerus persönlicher Schoßhund und Liebling. Ach und nebenbei der Fluch meines Privatlebens und Haupträuber meiner Freizeit." Ich musste mich wirklich beherrschen, dass ich bei diesen Worten nicht lachen musste, war aber dennoch erstaunt dass sich jene Erbin ausgerechnet hier befand, während sich die restlichen Domänenführer darüber stritten wer sie wohl versteckt hielt oder ob sie nicht bereits lange in der Wildnis umgekommen war. "Hört sich ja geradezu danach an, als wärt ihr bereits beste Freundinnen." erwiderte ich mit einem Grinsen. "Ich schätze mal, dass sie nicht einfach so vor dem Anwesen stand und da du dich deiner Begeisterung zufolge auch nicht darum gerissen hättest sie aufzunehmen gehe ich davon aus, dass Shigeru sie irgendwo aufgelesen hat. Aber ist Tsuyika nicht fast zwei Tagesreisen von hier entfernt? Wie hat er das denn angestellt?" Wie gut, dass Seiko hier die Einzige war, die flüssig shanjo sprach und selbst Shigeru, der einen Teil verstand, würde bei meiner Sprechgeschwindigkeit nicht mithalten können. Sanft löste ich mich von Seiko, da dieses Mal ja nicht bloß Shigeru zugegen war, der Bescheid wusste. "Verzeiht meine verspätete Begrüßung Lord Shigeru und auch Lady Tsuyika, es ist mir eine Ehre Eure Bekanntschaft zu machen." Ich verbeugte mich anstandsgemäß und schenkte ihr einen freundlichen, aber nichtsdestotrotz neutralen Blick, ehe ich anschließend den Arm um Seikos Taille legte.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Fr 15 Aug 2014 - 18:40

Ich brauchte langsam wirklich dringend ein kaltes Bad, da ich mir beinahe sicher war, dass ich entweder schlief oder erkrankt war und nun von Fieber halluzinierte. Wer konnte es mir auch verübeln, da Seiko all die Zeit die ich nun mit ihr trainierte oder die sie gezwungen war auf meine Sicherheit zu achten, nicht ein einziges Mal auch nur einen Hauch von sanften Gefühlen hatte anmuten lassen. Sie erschien mir fast wie die Statue einer Kriegsgöttin, die niemals Schwäche zeigen durfte und somit kühl und hart auf ihre Außenwelt wirkte. Und nun stand sie nur wenige Meter von mir entfernt und wirkte wie die zärtlichste Liebende in der ganzen Größe der Domäne. Hilflos blickte ich zwischen dem vertrauten Paar und Shigeru hin und her, der keineswegs aus der Fassung geraten war, sondern die Szene schon fast amüsiert mit ansah. Ich wusste nicht einmal was ich erwartete, ob es eine Erklärung der jetzigen Situation war oder dass sich jene als ein Trugbild in Rauch und Schall auflöste. "Und wer ist euer werter Gast?" - "Das ist wahr. Das ist Tsuyika Shigeko. Die Erbin der kürzlich gefallenen Domäne und Shigerus persönlicher Schoßhund und Liebling. Ach und nebenbei der Fluch meines Privatlebens und Haupträuber meiner Freizeit." - "Hört sich ja geradezu danach an, als wärt ihr bereits beste Freundinnen. Ich schätze mal, dass sie nicht einfach so vor dem Anwesen stand und da du dich deiner Begeisterung zufolge auch nicht darum gerissen hättest sie aufzunehmen gehe ich davon aus, dass Shigeru sie irgendwo aufgelesen hat. Aber ist Tsuyika nicht fast zwei Tagesreisen von hier entfernt? Wie hat er das denn angestellt?" Zu meinem Bedauern verstand ich nicht ein Wort des Gespräches, ich glaubte nur meinen Namen gehört zu haben, aber vielleicht war dies bloß Einbildung gewesen. Die beiden sprachen derart schnell miteinander, dass ich, selbst wenn ich die Sprache beherrschen würde, vermutlich kaum ein Wort verstanden hätte. Und aus irgendeinem Grund wurde ich das Gefühl nicht los, dass sie dies absichtlich taten. Dank meiner Ausbildung hatte ich auch Unterricht in den Sprachen gehabt, was vor allem die Dialekte der älteren Bevölkerung in und um Tsuyika beinhaltete, doch eine solche Sprache hatte ich noch nie gehört. Sie klang vollkommen anders, nicht einmal wie ein Dialekt, sondern als wäre sie aus einem anderen Land übernommen worden. "Nein leider nicht. Aber sie wären es, wenn sie auch nur ansatzweise die Möglichkeit dazu besäßen, ohne dass die Folgen fatal ausfielen." Ich blickte zu Shigeru hinauf, war mir aber nicht ganz klar was er mit diesen Worten sagen wollte, zum einen weil ich mir nicht vorstellen konnte was daran so fatal wäre und zum anderen weil mir das Blut ins Gesicht stieg nachdem ich Shigerus Berührung spürte. Ich zerbrach mir noch den Kopf darüber, als ich bemerkte wie der junge Mann sich in unsere Richtung wandte. "Verzeiht meine verspätete Begrüßung Lord Shigeru und auch Lady Tsuyika, es ist mir eine Ehre Eure Bekanntschaft zu machen." Jegliche Farbe wich mir aus dem Gesicht, als ich die Worte des Mannes hörte und mein Blick huschte panisch zu Lord Shigeru. War es denn überhaupt in Ordnung, dass er wusste wer ich war? Was wenn diese Information an die Öffentlichkeit geriet? Man würde Lord Shigeru noch vorwerfen er hätte geplant die Domäne Tsuyika für sich selbst zu behalten.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Sa 16 Aug 2014 - 3:38


Zugegeben ich war sicherlich niemand, der schwer von Begriff war und mein shanjo war vermutlich nicht das beste aber selbst wenn ich mich seit über zwanzig Jahren mit dieser Sprache beschäftigt hätte, hätte ich dieses Gespräch sicherlich nicht verstanden. Sowohl Shinji als auch Seiko sprachen derart schnell und Letztere zudem noch unglaublich leise, dass es mir schon schwer fiel auch nur halbwegs sinnvolle Wortfetzen der gesamten Konversation zu entnehmen. Mein Blick wanderte kurz zu der immerhin noch stehenden Shigeko, welche allerdings nicht viel klüger als ich selbst aus dem Gespräch zu werden schien und sich vermutlich gerade fragte,  was wir ihr hier eigentlich zum Frühstück gaben und ob dieses Essen wirklich gesund war, wenn es derartige Halluzination hervorrief. Bedauerlicherweise war dies keine Halluzination. "Und wer ist euer werter Gast?" - "Das ist wahr. Das ist Tsuyika Shigeko. Die Erbin der kürzlich gefallenen Domäne und Shigerus persönlicher Schoßhund und Liebling. Ach und nebenbei der Fluch meines Privatlebens und Haupträuber meiner Freizeit." Moment was? Okay Shigekos Name war gefallen, den hatte ich gehört ebenso wie den meinen, aber wieso ebenfalls das Wort Hund? Hatte Shigeko heimlich ein Hündchen in das Anwesen geschmuggelt? Oder hatte Shinji Seiko ein Hündchen mitgebracht und es irgendwo versteckt? Wie kamen die beiden den bitte auf das Wort Hund? Vor meinem inneren Auge erschien ein Bild, welches daraus bestand wie ich bepackt mit einer schwarzen Mülltüte zur nächstgelegenen Tonne lief und meine offensichtlich nicht wirklich vorhandenen shanjo Kenntnisse entsorgte, was meinem momentanen Gefühl ziemlich konkret entsprach. "Hört sich ja geradezu danach an, als wärt ihr bereits beste Freundinnen. Ich schätze mal, dass sie nicht einfach so vor dem Anwesen stand und da du dich deiner Begeisterung zufolge auch nicht darum gerissen hättest sie aufzunehmen gehe ich davon aus, dass Shigeru sie irgendwo aufgelesen hat. Aber ist Tsuyika nicht fast zwei Tagesreisen von hier entfernt? Wie hat er das denn angestellt?" Okay, so langsam gab ich wirklich komplett auf. Shinji sprach seine Worte derart schnell aus, dass ich nicht einmal mehr eine Pause hörte und es mir vorkam als würde ich in einer Bar sitzen, umgeben von einem Dutzend Betrunkenen, die alle auf einmal irgendetwas daher lallten. Demnächst bekam ich vermutlich noch Kopfschmerzen. "Wir haben verstanden, dass ihr uns nicht an eurem Gespräch teilhaben lassen wollt.", meinte ich schließlich demotiviert zu Seiko und Shinji und deutete dabei auf mich und Shigeko. "Ihr könnt um-was-auch-immer-es-eigentlich geht meinetwegen auch die ganze Nacht ausdiskutieren, aber bitte was es auch ist, kommt endlich zum Punkt." Ich seufzte leise. Wieso waren diese beiden so anstrengend? Vielleicht sollte ich Hiroshi in naher Zukunft vorschlagen ein Erziehungscamp für junge Vizeadmiräle zu eröffnen um solche Problematiken futuristisch gesehen zu vermeiden. Ja, das war wirklich eine gute Idee, das musste ich mir merken. Schließlich wanderte mein Blick, nach meiner vermutlich einem Suizid sehr nahekommenden Ansage an Seiko und Shinji, zurück zu Shigeko auf deren Wangen sich eine leichte Röte abzeichnete, was mich in gewisser Weise zum Lächeln brachte. Es sah unglaublich niedlich bei ihr aus. Allerdings verschwand diese ebenso schnell wie sie gekommen war, als Shinji sich schließlich erneut zu Wort meldete und das sogar in einer Sprache und Sprechgeschwindigkeit, die der Allgemeinheit noch verständlich war. "Verzeiht meine verspätete Begrüßung Lord Shigeru und auch Lady Tsuyika, es ist mir eine Ehre Eure Bekanntschaft zu machen." Ich seufzte leise und nickte, wobei ich es mir verkniff nach meinen vorigen Worten einen Kommentar abzugeben aufgrund der Tatsache, dass Seiko mich vermutlich anschließend wie ein wilder Stier angefallen und mich auf die Hörner genommen hätte und das obwohl ich heute nicht einmal etwas Rotes an mir trug. "Lady Tsuyika, dies ist Vizeadmiral Iwakana Shinji der Domäne Chitoyo.", stellte ich die beiden einander vor, wobei mir Shigekos panischer Blick nicht entging. "Er und Seiko sind seit einiger Zeit in einer festen Beziehung. Glaubt mir wenn ich euch sage, dass ihr diesem Mann mit Sicherheit vertrauen könnt." Ich schenkte ihr ein zuversichtliches Lächeln und wandte mich anschließend Shinji zu, da dieser bestimmt nicht völlig grundlos den Weg von Chitoyo nach Maruyama auf sich genommen hatte, auch wenn sein Hauptbeweggrund äußerst offensichtlich war. "Gibt es einen bestimmten Grund, warum du dich nach Maruyama begeben hast oder ist es lediglich wieder die zumindest deiner Meinung nach schönste Frau der Welt, die dich hierher geführt hat?", fragte ich mit einem Grinsen.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Sa 16 Aug 2014 - 23:01


In gewisser Weise kam es mir immer noch vor als würde ich träumen, dass Shinji derart unerwartet in Maruyama aufgetaucht war und ich nun in seinen Armen lag. Aber egal ob es nun ein Traum war oder nicht, ich fühlte mich einfach unsagbar wohl und hoffte, dass ich nicht in den nächsten Minuten allein in meinem Apartment auf meinem unbequemen Tisch bei irgendwelchen Akten aufwachen würde nur um festzustellen, dass sich dies in meiner Fantasie zugetragen hatte. "Da solltest du eine gewisse Beraterin aus der Domäne Chitoyo fragen." "Sie hat es mir erst möglich gemacht, dass ich meine Mission ausführen kann." Muhaha ich hatte als richtig gedacht. Wenn dies die Konsequenz aus einer Streiterei mit meiner Schwester war, sollte ich diese vielleicht öfter provozieren damit Shinji diese Missionen zu wiederholen hatte. "So? Du meinst diese Kleine mit den langen, silbernen Haaren, die seit neuestem auch eine Beziehung mit dem Domänenführer hat?" Ich lächelte und legte anschließend meinen Kopf an Shinjis Brust. "Worin besteht diese ‚Mission‘ denn genau?"  Zufrieden schloss ich kurz die Augen und hörte Shinjis Herzschlag, was mich unheimlich beruhigte. Vermutlich hätte jemand in diesem Moment mein Apartment abbrennen oder die halbe Stadt zerlegen können, es hätte mich nicht einmal ansatzweise aus der Fassung gebracht. In Shinjis Armen fühlte ich mich einfach nur unglaublich wohl und sicher als ob mir kein Leid der Welt hier etwas anhaben könnte. "Hört sich ja geradezu danach an, als wärt ihr bereits beste Freundinnen." "Natürlich, wir sind unzertrennlich. Ich meine, wir haben ein für mich unbezahltes Einzeltraining, das ich gezwungen werde ihr zu erteilen. Dazu einen wunderschönen Papierkrieg, den mir der Fall der Domäne einbringt. Die unzähligen Nachtschichten, Strategieplanungen und zusätzliche Akten, sowie Schlafmangel und der Verlust von Freizeit stärken und erhalten unsere Freundschaft erst richtig, das kannst du dir gar nicht vorstellen.", meinte ich sarkastisch und seufzte. Wehe ich musste wegen diesem Mädchen auch noch arbeiten obwohl Shinji da war, dann konnte sie sich gemeinsam mit Shigeru schon einmal ihr Grab schaufeln, so viel stand fest.  "Ich schätze mal, dass sie nicht einfach so vor dem Anwesen stand und da du dich deiner Begeisterung zufolge auch nicht darum gerissen hättest sie aufzunehmen gehe ich davon aus, dass Shigeru sie irgendwo aufgelesen hat. Aber ist Tsuyika nicht fast zwei Tagesreisen von hier entfernt? Wie hat er das denn angestellt?" Ich grinste, als ich bemerkte wie Shinji sein Sprechtempo stark erhöhte und somit nicht einmal mehr Shigeru, der neben uns der einzige im Raum war, der diese Sprache noch kannte, etwas verstehen konnte. "Das weiß keiner so genau. Fakt ist, dass er mit diesem Etwas von einer Reise zurückkam und sie sich seitdem hier häuslich einrichtet, alle in Gefahr bringt und mein Leben nahezu vollständig ruiniert." Ich machte eine kurze Pause. "Aber du kennst Shigeru ja mittlerweile, er hat offensichtlich ein Talent sich in solche Situationen zu bringen und kann einfach nicht ‚Nein‘ sagen. Ich wusste, ich hätte das damals ausnutzen und kündigen sollen als ich dich wiedergefunden hatte, das hätte einiges für uns verbessert." Wieso war ich eigentlich so gutherzig und hatte Mitleid mit Shigeru, so dass ich ihm helfen wollte seine Domäne wieder zu erlangen? Ja gut, er hatte mir ab und an mal das Leben gerettet, mich aus der Gosse geholt, mich ausgebildet und mir mehr oder weniger ein Zuhause geboten, so ein paar Kleinigkeiten eben, aber… ach Mist. Leben, sei gefälligst etwas fairer. Oder sorge dafür, dass Shigeru mir weniger Ärger macht und nicht wieder jedem noch so kleinen Etwas seine Hilfe anbietet. "Wir haben verstanden, dass ihr uns nicht an eurem Gespräch teilhaben lassen wollt. Ihr könnt um-was-auch-immer-es-eigentlich geht meinetwegen auch die ganze Nacht ausdiskutieren, aber bitte was es auch ist, kommt endlich zum Punkt." Selbstgefällig sah ich Shigeru an, wobei ich es wirklich als eine absolute Unverschämtheit ansah, dass er sich einfach in das Gespräch von mir und Shinji auf derart unhöfliche Weise einmischte, nach allem was man mir zur Zeit ohnehin schon zumutete. "Halt du dich da gefälligst raus, du kannst ja sowieso nicht mitreden.", meinte ich bissig, wobei ich zu spät merkte, dass meine Augen vermutlich wieder einen leichten rot Stich angenommen haben dürften. Oh nein, hoffentlich kippte Shigeko jetzt nicht schon wieder um. Vorsichtig sah ich zu ihr und anschließend zu Shinji, was mich ein wenig besänftigte. "Bitte.", fügte ich schließlich an Shigeru gewandt an meine Worte an und klimperte unschuldig mit den Wimpern, um den bösen Nachhall, welche sie hinterlassen hatten ein wenig zu mildern. Es… funktionierte leider nur nicht ganz so gut wie geplant."Verzeiht meine verspätete Begrüßung Lord Shigeru und auch Lady Tsuyika, es ist mir eine Ehre Eure Bekanntschaft zu machen."  -   "Lady Tsuyika, dies ist Vizeadmiral Iwakana Shinji der Domäne Chitoyo. Er und Seiko sind seit einiger Zeit in einer festen Beziehung. Glaubt mir wenn ich euch sage, dass ihr diesem Mann mit Sicherheit vertrauen könnt." Ich lauschte dem Gespräch schweigend, da das meiste was ich hätte ergänzen können ohnehin nicht gerade freundlich gewesen wäre und ich mir die gute Laune, welche dank Shinji noch immer vorhanden war, nicht vollständig zerstören wollte. Allerdings rechnete ich nicht mit Folgendem: "Gibt es einen bestimmten Grund, warum du dich nach Maruyama begeben hast oder ist es lediglich wieder die zumindest deiner Meinung nach schönste Frau der Welt, die dich hierher geführt hat?" Okay, das war provokativ. "Was soll das heißen, ‚seiner Meinung nach‘?", fragte ich ein wenig eingebildet und verschränkte die Arme vor der Brust, während ich mich ein wenig gegen Shinji lehnte, dessen Arm momentan an meiner Taille lag. "Nenn mir eine Frau in Maruyama, die auch nur ansatzweise so gut aussieht wie ich." Ich wusste das ich gut aussah, den spätestens nach meinem dritten Ball in Maruyama, hatte ich diesen Satz derart oft gehört und so viele Verehrer gehabt, dass ich sogar ein zweites Schloss an meiner Haustür angebracht hatte, mit dem Hintergrund das hoffentlich niemand Nachts bei mir einzubrechen versuchte, wobei das grundsätzlich eine schlechte und tendenziell tödliche Idee war. Shina war der lebende Beweis, dass dieses Schloss absolut nichts nützte. Mein Blick wanderte zurück zu Shigeru, auf dessen Zügen sich ein Grinsen abzeichnete, das mir ganz und gar nicht gefiel, ehe er antwortete. "Lady Shigeko zum Beispiel."

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Mo 18 Aug 2014 - 22:08

"So? Du meinst diese Kleine mit den langen, silbernen Haaren, die seit neuestem auch eine Beziehung mit dem Domänenführer hat?" Ich nickte gespielt nachdenklich. "Ja, die könnte es gewesen sein, wenn ich mich recht erinnere." Behutsam strich ich eine ihrer silbernen Haarsträhnen hinter ihr Ohr und blickte sie liebevoll an. In ihrem Beisein musste ich mich immer wieder daran erinnern, dass wir uns nicht allein im Raum befanden und es fiel mir schwer mich dementsprechend zu verhalten. "Worin besteht diese ‚Mission‘ denn genau?" Ich lächelte über diese Frage und schüttelte dann sanft den Kopf. "Warum so neugierig? Das ist streng geheim, aber du erfährst es schon früh genug." Ich hauchte ihr einen weiteren, kurzen Kuss auf die Lippen ehe ich kurz in Richtung Lord Shigerus blickte. Wenn er meine Frage mit einem Nein beantworten würde, so hatte sich Shina umsonst bemüht Hiroshi davon zu überzeugen mich freizustellen. Jedoch war ich eigentlich zuversichtlich, dass er ihr nach der langen Zeit endlich wieder eine Pause gönnen würde, die ich nutzen konnte um meinen Plan in die Tat umzusetzen. "Natürlich, wir sind unzertrennlich. Ich meine, wir haben ein für mich unbezahltes Einzeltraining, das ich gezwungen werde ihr zu erteilen. Dazu einen wunderschönen Papierkrieg, den mir der Fall der Domäne einbringt. Die unzähligen Nachtschichten, Strategieplanungen und zusätzliche Akten, sowie Schlafmangel und der Verlust von Freizeit stärken und erhalten unsere Freundschaft erst richtig, das kannst du dir gar nicht vorstellen." Ich musste mich zurückhalten um nicht vor Lord Shigeru und der vermissten Clanerbin in Lachen auszubrechen, sondern nickte nur sehr mitfühlend. "Nun ja so eine Freundschaft beruht nun mal nicht bloß auf positiven Erfahrungen, sondern auch auf schweren Zeiten die man gemeinsam ausstehen muss. Das Problem stellt sich nur wenn eine der Parteien der Auslöser dieser schweren Zeiten ist." Das stellte die Freundschaft auf eine harte Probe und nicht jeder vermochte damit umzugehen. Im Falle von Seiko und Lady Tsuyika war es wohl besser, wenn sie lieber nicht versuchten weitere positive Erinnerungen zu sammeln. Zum einen wollte ich nicht, dass Seiko ständigem Stress ausgesetzt war und zum anderen fürchtete ich um Lady Tsuyikas Leben, denn irgendwann hatte auch meine reizende Freundin genug. "Das weiß keiner so genau. Fakt ist, dass er mit diesem Etwas von einer Reise zurückkam und sie sich seitdem hier häuslich einrichtet, alle in Gefahr bringt und mein Leben nahezu vollständig ruiniert. Aber du kennst Shigeru ja mittlerweile, er hat offensichtlich ein Talent sich in solche Situationen zu bringen und kann einfach nicht 'Nein' sagen. Ich wusste, ich hätte das damals ausnutzen und kündigen sollen als ich dich wiedergefunden hatte, das hätte einiges für uns verbessert." Aufmerksam lauschte ich Seikos Worten und war nicht einmal allzu überrascht von den Geschehnissen. Shigeru hatte wahrlich eine Gabe für derartige Abenteuer und war in manchen Zeiten schon fast zu sanftmütig für den Posten eines Domänenführers. Dennoch war mir seine ruhige, durchdachte Art um einiges lieber als die kaltherzige, brutale Vorgehensweise von Maruyama Shoichi und Masahiro. Wenn es eine Hölle gab, so verdienten diese beiden einen Platz darin und ich war mir langsam sicher dass ich den Grund dafür kannte, dass Shigeru Lady Tsuyika lieber unter seinen Schutz stellte als sie einfach ziehen zu lassen. Würden die beiden Domänenführer noch mehr Macht an sich reißen, so hätte das fatale Folgen für den Teil Maruyamas der Shigeru unterstand. "Immerhin ist es kein verzogener, vorlauter Bengel den du betreuen musst und der dich zu all dem was du zuvor erwähntest, noch mit Beleidigungen überhäuft." Oh ja, dieses Problem hatte ich leider schon selbst gehabt und es war alles andere als spaßig gewesen. Wäre dieser Junge kein hochrangiger Adliger gewesen, so hätte ich ihn irgendwo ausgesetzt. "Ich vermute eine Kündigung wäre in dem Fall gar nicht so einfach gewesen." antwortete ich seufzend, da ich mir diese Gedanken bereits selbst gemacht hatte. "Wir haben verstanden, dass ihr uns nicht an eurem Gespräch teilhaben lassen wollt. Ihr könnt um-was-auch-immer-es-eigentlich geht meinetwegen auch die ganze Nacht ausdiskutieren, aber bitte was es auch ist, kommt endlich zum Punkt." - "Halt du dich da gefälligst raus, du kannst ja sowieso nicht mitreden. Bitte." Nach Seikos Worten unterdrückte ich mein 'Hättest du mal besser shanjo gelernt, würdest du auch was verstehen' und nickte einfach nur zustimmend. "Lady Tsuyika, dies ist Vizeadmiral Iwakana Shinji der Domäne Chitoyo. Er und Seiko sind seit einiger Zeit in einer festen Beziehung. Glaubt mir wenn ich euch sage, dass ihr diesem Mann mit Sicherheit vertrauen könnt." Ich schenkte der jungen Clanerbin ein Lächeln ehe ich Shigerus Worten zustimmte. "Lord Shigeru hat Recht, Euer Aufenthalt hier wird mit keinem Wort an die Öffentlichkeit gelangen." Nun ja, Hiroshi sollte vielleicht schon davon wissen, aber ich war mir sicher dass Shina diese Aufgabe bereits erledigt hatte. "Gibt es einen bestimmten Grund, warum du dich nach Maruyama begeben hast oder ist es lediglich wieder die zumindest deiner Meinung nach schönste Frau der Welt, die dich hierher geführt hat?" Ich ignorierte Shigerus Anspielung gekonnt, da mir der Grund meines Kommens zu wichtig war um mich nun von ihm provozieren zu lassen. "Allerdings." Ich warf einen kurzen Blick auf Seiko, selbst wenn Shigeru zustimmen würde, so hatte ich dennoch eine kleine Befürchtung dass sie selbst nicht die Begeisterung in Person wäre. "Ich möchte Euch darum bitten Seiko für die nächste Zeit freizustellen, da es etwas Wichtiges gibt, das ich mit ihr besprechen möchte." Ich verbeugte mich tief und hoffte einfach auf ein kleines Wunder. "Etwas das mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, als ihr momentan zur Verfügung steht." fügte ich noch schnell an, da ein paar Stunden bei weitem zu wenig waren. "Was soll das heißen, 'seiner Meinung nach'? Nenn mir eine Frau in Maruyama, die auch nur ansatzweise so gut aussieht wie ich." - "Lady Shigeko zum Beispiel." Ich zog Seiko noch ein Stück in meine Richtung und griff behutsam nach ihrer Hand, da ich bemerkte wie sie sich von Shigeru provozieren ließ. "Das mag Eure Meinung sein Lord Shigeru, jedoch ist Seiko für mich ohne Konkurrenz." Zärtlich hauchte ich ihr einen Kuss auf die Schläfe. "Jedem das Seine, ich teile sowieso nicht gern. Aber wie man so schön sagt, sieht man doch immer in der Person die vollkommene Schönheit, die man liebt, nicht wahr?" fragte ich mit einem Grinsen und gab so die Provokation an Shigeru zurück.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Di 19 Aug 2014 - 6:33

Ich hatte mit einem Seufzen aufgegeben dem Gespräch von Seiko und dem jungen Mann zu folgen, da ich doch so oder so kein Wort davon verstand und machte mir stattdessen Gedanken darum welche Sprache sie wohl sprechen mochten. Da ich mir sicher war, dass es keiner der Dialekte der Umgebung war blieben nur die Sprachen die vor Jahren von Einwanderern eingeschleppt worden waren. Hauptsächlich wurden sie meines Wissens in ärmlichen Vierteln gesprochen da viele der ausländischen Personen sich schwer damit taten hier Fuß zu fassen und oftmals in der Gosse landete, brachten sie kein Vermögen aus ihrem Heimatland mit sich. Diese Personen versammelten sich dann hauptsächlich in Gruppen bestehend aus ihren eigenen Landsleuten und die Sprache wurde über Generationen weitergegeben und verbreitete sich auch an die einheimische Bevölkerung. Das beste Beispiel wurde mir ja soeben dargeboten. Fragte sich nur aus welchem Land diese Sprache stammte und wie alt sie war. Es gab auch einige, beinahe verloschene Sprachen in diesem Land, die schon lange hier Einzug gehalten hatten, in ihren Ursprungsländern jedoch kaum noch genutzt wurden. "Wir haben verstanden, dass ihr uns nicht an eurem Gespräch teilhaben lassen wollt. Ihr könnt um-was-auch-immer-es-eigentlich geht meinetwegen auch die ganze Nacht ausdiskutieren, aber bitte was es auch ist, kommt endlich zum Punkt." - "Halt du dich da gefälligst raus, du kannst ja sowieso nicht mitreden. Bitte." Überrascht blickte ich auf, als ich Shigerus Worte hörte, welcher sich soeben in das Gespräch der beiden einmischte und auf fast schon grobe Art unterbrach. Seiko schien über diese Störung keineswegs erfreut zu sein und ich hoffte, dass ihr Temperament nicht wieder mit ihr durchgehen würde, doch anscheinend schien sie die Gegenwart des jungen Mannes zu beruhigen, was wiederum meine Befürchtung etwas besänftigte. Konnte er sich nicht ständig in ihrer Nähe aufhalten? Das würde sowohl ihr als auch mir das Leben um einiges leichter machen und ich musste nicht ständig darum fürchten, dass sie mich wegen etwas anschrie oder aus der Ruhe kam. Dennoch machte sich all dies nicht bezahlt, da ich im nächsten Moment einmal wieder vollkommen hilflos im Raum stand. Woher wusste er denn meinen Namen? Hatte Seiko so großes Vertrauen in ihn, dass sie ihm dies verriet ohne sich um mögliche Konsequenzen Gedanken machen zu müssen? "Lady Tsuyika, dies ist Vizeadmiral Iwakana Shinji der Domäne Chitoyo. Er und Seiko sind seit einiger Zeit in einer festen Beziehung. Glaubt mir wenn ich euch sage, dass ihr diesem Mann mit Sicherheit vertrauen könnt." - "Lord Shigeru hat Recht, Euer Aufenthalt hier wird mit keinem Wort an die Öffentlichkeit gelangen." Ich entspannte mich nach diesen Worten ein wenig und erlangte meine Fassung zurück. "Es ist mir ebenso eine Ehre Euch kennenzulernen Vizeadmiral Iwakana." antwortete ich schließlich noch auf seine Worte, etwas förmlicher als es vielleicht Sitte gewesen wäre. Dennoch erstaunten mich Lord Shigerus Worte auf eine gewisse Weise. Zwar hatte ich nach dem Bild, das sich vor wenigen Minuten vor meinen Augen abgespielt hatte, keinen Zweifel mehr daran dass die beiden sich in einer engen Beziehung befanden, dennoch fragte ich mich in diesem Fall warum ich den jungen Vizeadmiral noch kein einziges Mal hier erblickt hatte. Nur zu gern hätte ich Shigeru danach gefragt, aber der Zeitpunkt wäre nun nicht gerade vorteilhaft gewählt. "Gibt es einen bestimmten Grund, warum du dich nach Maruyama begeben hast oder ist es lediglich wieder die zumindest deiner Meinung nach schönste Frau der Welt, die dich hierher geführt hat?" - "Allerdings. Ich möchte Euch darum bitten Seiko für die nächste Zeit freizustellen, da es etwas Wichtiges gibt, das ich mit ihr besprechen möchte. Etwas das mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, als ihr momentan zur Verfügung steht." Ich lauschte aufmerksam dem Gespräch und horchte auf, als ich die Worte 'für die nächste Zeit freizustellen' vernahm. Ich hoffte wirklich Shigeru würde diesem Wunsch nachgeben, denn eine Auszeit würde sowohl mir als auch Seiko guttun. Es war nicht so, dass ich sie verabscheute, und das stimmte wirklich, denn ich hatte über die vergangene Zeit und nun auch das heutige Ereignis zumindest einen kleinen Einblick auf ihre Persönlichkeit bekommen. "Was soll das heißen, 'seiner Meinung nach'? Nenn mir eine Frau in Maruyama, die auch nur ansatzweise so gut aussieht wie ich." - "Lady Shigeko zum Beispiel." Wie? Ich musste vollkommen idiotisch aussehen, denn ich fühlte mich wie von einem Blitz getroffen. Hatte Shigeru mich soeben wirklich auf eine Stufe mit Seiko gestellt? Mit Seiko, die trotz ihrer kalten Augen und der steifen Haltung eine unglaubliche Präsenz und Schönheit ausstrahlte? Und was war ich dagegen? Ein bleiches Adelsmädchen mit kindlichen Zügen. "A…aber nicht doch. Ihr beliebt wohl zu scherzen." sagte ich peinlich berührt und hob abwehrend die Hände. "Das mag Eure Meinung sein Lord Shigeru, jedoch ist Seiko für mich ohne Konkurrenz. Jedem das Seine, ich teile sowieso nicht gern. Aber wie man so schön sagt, sieht man doch immer in der Person die vollkommene Schönheit, die man liebt, nicht wahr?" In meinem Kopf schwirrten die Gedanken während ich versuchte jegliche falsche Ideen so schnell wie möglich aus meinem Verstand zu befördern, da dies bloß Worte waren um Lord Shigerus vorige Stichelei zurückzugeben.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Sa 4 Okt 2014 - 18:46

Mittlerweile blendete ich das Gespräch auf shanjo, welches Seiko und Shinji nach wie vor mit vollster Motivation verfolgten aus, da ich ohnehin nichts verstand und ließ es einfach zu einem leisen, unbedeutenden Hintergrundgeräusch werden, das hoffentlich bald verstummte. Allerdings blieb meine mittlerweile stark ersehnte Ruhe aus, als Seiko mich bereits kurz nach meiner Bemerkung ankeifte und mit einem bösartigen Blick in ihren Augen anfunkelte. Ich sollte womöglich für sie ein neues Trainingsprogramm ausdenken, in welchem sie lernte wie man sich richtig entspannte. Wobei eigentlich stand das ultimative Programm bezüglich dessen bereits fest, es trug sogar eine Uniform und besaß einen Namen: Shinji. Also blieben mir nur noch zwei Möglichkeiten: 1. Ich versuchte Shinji zu einem meiner Vizeadmiräle zu machen und luchste ihn Hiroshi bei ein paar Gläsern Sake ab oder 2. Ich gestaltete ein Shinji-Project, welches zwar nicht allzu effektiv wäre wie die Anwesenheit seiner Person, aber Seiko womöglich etwas entspannte und Wutausbrüche minimierte. Die Erfolgschancen beider Möglichkeiten rechnete ich mir allerdings nicht allzu hoch aus. Zudem vertrug Hiroshi einfach unglaublich viel Sake, er würde mir vermutlich meine halben Vorräte wegtrinken und das selbst dann wenn ich meinen Anteil durch Wasser ersetzte um nüchtern zu bleiben. "Allerdings. Ich möchte Euch darum bitten Seiko für die nächste Zeit freizustellen, da es etwas Wichtiges gibt, das ich mit ihr besprechen möchte. Etwas das mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, als ihr momentan zur Verfügung steht." Oh das klang gut, das klang nach Ruhe für mich, selbst wenn ich dann Seikos Pflichten größtenteils zu übernehmen hätte und den Import von Kaffee stark erhöhen müsste. Anders würde ich wohl kaum gegen den Schlafmangel ankommen. "Hast du bereits eine Vorstellung, wie viel Zeit ihr etwa benötigen werdet?", fragte ich scheinheilig, da Seiko mich bereits beim ersten Wort des Widerspruchs vermutlich mit ihrem Schwert aufgespießt hätte. Es war ironisch, aber in diesem Moment fühlte ich mich wie ein Teenager, dem man sagte seine Eltern würden eine Weile weg fahren und er habe das ganze Haus für sich allein. Einfach großartig. Und solange die beiden nicht in Uniformen bekleidet durch irgendwelche Städte laufen und von ihrer Beziehung erzählen würden, gab es keine großen Risiken, weder für mich noch für die Domäne Chitoyo. Zudem traute ich es den beiden Turteltauben gerade noch zu sich unauffällig zu verhalten, sie hatten in den letzten Jahren bewiesen dass sie dies beherrschten, trotz meiner und Hiroshis anfänglicher Skepsis. "Was soll das heißen, 'seiner Meinung nach'? Nenn mir eine Frau in Maruyama, die auch nur ansatzweise so gut aussieht wie ich." "Lady Shigeko zum Beispiel.", erwiderte ich ohne groß darüber nachzudenken und kassierte einen weiteren, bösartigen Blick meiner Vizeadmiralin. Man, das konnte sie wirklich gut. "A…aber nicht doch. Ihr beliebt wohl zu scherzen." Oh wie nett, da versuchte sich jemand von dem Boot zu retten, das ich gerade unbedacht gegen einen Felsen gesteuert hatte. Allerdings hatte ich meine Worte ernst gemeint und dazu würde ich auch stehen. "Nein, das ist mein vollkommener Ernst.", meinte ich mit einem freundlichen Lächeln an Lady Shigeko gewandt und blickte anschließend zu Seiko, welche sich wie mir erst jetzt auffiel noch enger an Shinji geschmiegt hatte, seit dieser und Lady Shigeko einander kennengelernt hatten. Ich hob die Augenbrauen und sah sie schon fast triumphierend an. Da war jemand eifersüchtig auf seinen sonst so verhassten Schützling. In gewisser Weise konnte einem Shinji mehr leidtun, als dass man ihn beneidete, da Seiko an sich schon eine relativ launische und eifersüchtige Person war, ich wagte mir gar nicht es vorzustellen, was für ein Ausmaß diese Züge annahmen wenn man in einer Beziehung mit ihr war. "Meiner Ansicht nach kann Lady Shigeko durchaus mithalten, sowohl vom Aussehen betrachtet als auch von ihrem wohlbemerkt viel ruhigeren und ausgeglicheneren Charakter. Davon könntest du dir gerne etwas abschauen Seiko.", fügte ich hinzu und hörte ein Schnauben von Seiko. Und wieder war meine Lebenserwartung um einige Jahrzehnte geschrumpft. Schön zu wissen. "Das mag Eure Meinung sein Lord Shigeru, jedoch ist Seiko für mich ohne Konkurrenz. Jedem das Seine, ich teile sowieso nicht gern. Aber wie man so schön sagt, sieht man doch immer in der Person die vollkommene Schönheit, die man liebt, nicht wahr?" Beinahe hätte ich die Augen verdreht, eine solche Argumentation war wieder klassisch von Shinji und zudem auch der Grund, warum er nahezu jede Debatte, ob sie nun politische oder private Angelegenheiten betraf, gewann. Bedauerlicherweise hatte Seiko sich dies in großem Maße von ihm abgeschaut, nur die bei Shinji vorhandene Ruhe hatte sie sich nicht angeeignet. "Allerdings. Und angesichts Seikos öffentlichem Charakter kannst du unbesorgt sein, was das Teilen angeht.", stellte ich sachlich fest und beschloss Shinjis Worten zuzustimmen, da es ja ohnehin keinen Sinn hatte ihm zu widersprechen, vor allem da er absolut richtig mit ihnen lag.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Sa 1 Nov 2014 - 19:40

"Warum so neugierig? Das ist streng geheim, aber du erfährst es schon früh genug." Ein verschwörerisches Grinsen legte sich für einen Moment auf meine Züge. "Wir sind beide Admirale, da solltest du wissen das solche Fragen zur beruflichen Routine gehören.", beantwortete ich Shinjis Frage. "Außerdem würde mich wirklich interessieren, was du vor hast, wo du doch einen so weiten und gefährlichen Weg auf dich genommen hast nur um mich zu sehen." Zugegeben, nach allem was ich in meinem Leben erlebt hatte, war ich wirklich kein Mensch der gerne ungewiss einfach ins Blaue hineinlief und anschließend abwartete, was wohl passieren würde. War Shinji allerdings Person, welche mich auf diesen Pfad führte, sah das wie in diesem Fall natürlich anders aus. "Nun ja so eine Freundschaft beruht nun mal nicht bloß auf positiven Erfahrungen, sondern auch auf schweren Zeiten die man gemeinsam ausstehen muss. Das Problem stellt sich nur wenn eine der Parteien der Auslöser dieser schweren Zeiten ist." Ich lächelte, als ich Shinjis mitfühlendes Nicken sah und auf einmal erschienen mir die vergangen Wochen mit Shigeko nicht einmal mehr so schlimm, wie sie mir bisher vorgekommen waren. [color=darkcyan]"Die Frage ist nur ob diese ‚Freundschaft‘ jemals positive Erfahrungen mit sich bringen wird, denn bisher gibt es keinerlei Anzeichen für etwas Derartiges." Beinahe hätte ich geseufzt. Die Wahrscheinlichkeit dass ich Shigeko jemals etwas Gutes abringen können würde, geschweige denn sie als meine wie nannte man das? Freu… ndin? Bezeichnen können würde, lag meiner Meinung nach sehr niedrig, momentan sogar schon nahe am Minusbereich. "Immerhin ist es kein verzogener, vorlauter Bengel den du betreuen musst und der dich zu all dem was du zuvor erwähntest, noch mit Beleidigungen überhäuft. Ich vermute eine Kündigung wäre in dem Fall gar nicht so einfach gewesen." "Oh mein armer Schatz.", meinte ich mitfühlend und tätschelte Shinji die Wange. "Vielleicht sollte ich mal ein paar ernste Worte mit Hiroshi wechseln." Es tat mir wirklich leid, dass Shinji unter solchen Umständen zu Leben hatte, schließlich wusste ich genau wie lästig unser Beruf sein konnte und wie wunderbar die Domänenführer ihre Macht ausnutzen und einen quälen konnten. Anderseits musste ich zugeben dass sowohl Shinji mit Hiroshi, als auch ich mit Shigeru als Vorgesetzter gut weggekommen waren, denn ich wollte es mir wirklich nicht vorstellen, wie es war für Masahiro und Shoichi arbeiten zu müssen. Das war vermutlich noch schlimmer als die Hölle und das Fegefeuer in einem. Allerdings hätte ich Shigeru im folgenden Moment gerne an einen dieser Orte katapultiert, als er sich ungebeten in mein und Shinjis Gespräch einmischte, von seiner folgenden Provokation ganz abgesehen. Ich schnaubte verächtlich und neigte arrogant den Kopf in die Höhe, da ich wirklich keine Lust hatte eine noch größere Szene aus dem Ganzen zu basteln, vor allem da nun auch noch Shinji anwesend war. "A…aber nicht doch. Ihr beliebt wohl zu scherzen." Am liebsten hätte ich ein ‚Ja, das denke ich aber auch.‘ in die Runde geworfen, aber so tief war ich nun wirklich noch nicht gesunken. Ich würde mich doch nicht wegen eines kleinen, naiven Mädchens, welches nun zufällig in den Besitz einer Domäne gelangt war rechtfertigen also bitte. Zudem hatte meine Familie selbst einst eine eigene Domäne besessen, ganz so unadelig waren ich und meine liebste Schwester also auch nicht. "Nein, das ist mein vollkommener Ernst. Meiner Ansicht nach kann Lady Shigeko durchaus mithalten, sowohl vom Aussehen betrachtet als auch von ihrem wohlbemerkt viel ruhigeren und ausgeglicheneren Charakter. Davon könntest du dir gerne etwas abschauen Seiko." Bla bla bla Aussehen, bla bla bla ausgeglichener Charakter. Beinahe hätte ich Shigeru nachgeäfft, so sehr wie mich seine Worte nervten, schnaubte aber stattdessen nur und versuchte mich zu beruhigen. Vielleicht sollte er erstmal ein paar Stunden Nachhilfe im Punkt wie-werfe-ich-mir-weniger-Steine-in-den-Weg-und-vermeide-Probleme nehmen, bevor er mir etwas von Ruhe erzählte. Er war bestimmt eins von diesen Kindern gewesen, die immer versuchten kranken Tieren zu helfen, obwohl es von Anfang an offensichtlich war, dass sie es nicht schaffen würden. Und sowas war mein Chef, also wirklich. "Lord Shigeru hat Recht, Euer Aufenthalt hier wird mit keinem Wort an die Öffentlichkeit gelangen.- "Es ist mir ebenso eine Ehre Euch kennenzulernen Vizeadmiral Iwakana." Ja, schön, toll jetzt hatten Shigeko und Shinji sich ja kennengelernt, das reichte ja wohl. Wollten sie sich nicht noch umarmen oder so? Ich widerstand dem Drang die Augen zu verdrehen und kuschelte mich stattdessen etwas an Shinji heran, wobei mir aus den Augenwinkeln Shigerus Blick auffiel, welcher etwas schon fast triumphierendes in sich hatte. Ich verengte lediglich kurz die Augen und ignorierte Shigeru, offensichtlich hatte es ja doch keinen Sinn mit ihm über irgendetwas zu reden, geschweige denn etwas Sinnvolles. "Das mag Eure Meinung sein Lord Shigeru, jedoch ist Seiko für mich ohne Konkurrenz. Jedem das Seine, ich teile sowieso nicht gern. Aber wie man so schön sagt, sieht man doch immer in der Person die vollkommene Schönheit, die man liebt, nicht wahr?" Eine leichte Röte legte sich auf meine Züge, als ich Shinjis Worte hörte, wobei ich Shigerus Antwort eiskalt ausblendete. "Allerdings. Ich möchte Euch darum bitten Seiko für die nächste Zeit freizustellen, da es etwas Wichtiges gibt, das ich mit ihr besprechen möchte. Etwas das mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, als ihr momentan zur Verfügung steht." Ein wenig neugierig wanderte mein Blick zu Shinji hinauf. Was hatte er denn vor in dieser Zeit? Zu einem derart ungünstigen Zeitpunkt wohlbemerkt. Allerdings wurde meine Sorge hinsichtlich dessen ziemlich schnell über den Haufen geworfen, da ich mich einfach viel zu sehr freute tatsächlich für eine Weile bei Shinji zu sein und womöglich keinerlei Verpflichtungen durch meinen Beruf am Hals zu haben. Das wirkte fast schon wie ein Traum. Anschließend wanderte mein Blick zu Shigeru. Ein Wort des Widerspruchs, nur ein Wort und er war fällig. Nach allem was er mir in den letzten Monaten zugemutet hatte, konnte er mir ja wohl wirklich mal eine Auszeit gönnen. "Hast du bereits eine Vorstellung, wie viel Zeit ihr etwa benötigen werdet?" Na also, braver Junge. So lobte ich mir das.

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