Inuyasha Legends


 
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 Der Audienzsaal

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Seiko
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BeitragThema: Der Audienzsaal   So 28 Apr 2013 - 0:31

Der Audienzsaal


Der Audienzsaal ist ein großer Raum im Anwesen der Maruyamas, der zugleich eine wichtige Rolle einnimmt. Sämtliche Beratungen und Verhandlungen bezüglich der Domäne finden innerhalb dieses Saales statt. Lediglich höher gestellten Personen der Domäne oder speziell geladenen Gästen ist der Zutritt gewährt. Auch Akten, Karten und Verträge sind hier in geringer Menge zu finden.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Mi 22 Jan 2014 - 23:31


Ich hatte mich von Lord Shigeru verabschiedet und darum gebeten wegen dieses Vorfalls mir gegenüber keine Schuld zu empfinden, danach hatte ich mich von Ayame, einer Dienerin, in die für mich vorgesehenen Gemächer geleiten lassen. Erschöpft von den Geschehnissen hatte ich dort den Beruhigungstee eingenommen und mir von Ayame helfen lassen damit ich mich zu Bett begeben konnte. Doch selbst als das letzte Licht verloschen und auch die wenigen Geräusche verklungen waren, so konnte ich doch nicht einfach die Augen schließen und schlafen. Die Worte der beiden Soldaten hallten mir noch im Kopf nach. Seiko-sama, hatten sie gesagt. Aber Seiko war doch ein Frauenname und sie hatten eindeutig von ihr als hochgeschätzter Person gesprochen und wohl mehr in militärischen Dingen. Konnte es möglich sein dass diese Frau tatsächlich eine Kriegerin war? Ich drehte mich vorsichtig auf die Seite und heftete den Blick an die gegenüberliegende Wand, deren Material das Mondlicht leicht durchschimmern ließ. Ich blickte noch eine Weile auf das Bild und die sich auf dem Boden abzeichnenden weißen Flecken. Was wäre wohl geschehen wenn ich nicht immer im Haus festgehalten worden wäre, wenn ich gelernt hätte zu kämpfen und das Schwert zu führen? Ich erinnerte mich wieder an jene junge Männer die vor unserem Anwesen trainiert hatten, die Muskeln unter der schweißnassen Haut angespannt, den Blick eisern auf den Gegner gerichtet, bereit ihn jeden Moment anzugreifen. Diese Männer mussten Reflexe haben die es ihnen möglich machten selbst einen Angriff aus dem Hinterhalt abzufangen oder vielmehr musste es ihnen antrainiert werden. Ich hatte mir früher schon überlegt wie es wohl wäre sich als Junge auszugeben und selbst das kämpfen zu erlernen, aber diese Gedanken hatte ich schnell wieder verworfen, das hätte ich bei all der Bewachung doch niemals zustande gebracht. Und doch verlangte es mich sehr nach dem Wunsch diese Seiko einmal kennenzulernen. Mit diesen Gedanken hatte ich die Augen geschlossen und war fast augenblicklich eingeschlafen. Die Zeit auf dem Anwesen der Maruyamas verging recht schnell. Wie ich feststellen musste war das Zusammensein mit Lord Shigeru wohl das Letzte für einige Zeit gewesen, denn am nächsten Tag berichtete mir eine Dienerin mit Namen Kohana dass Lord Shigeru für einige Zeit fort sei, da es wichtige Angelegenheiten zu regeln gab. Etwas enttäuscht war ich schon, ich hatte darauf gehofft ihn in der nächsten Zeit noch einmal zu treffen und ein Gespräch mit ihm zu führen, allerdings hatte er ja wichtigeres zu tun als sich hier mit einem Gast zu unterhalten. Ich lebte mich recht schnell ein und lernte das Anwesen weiter kennen. Allerdings wurde mir ein strenges Verbot erteilt, ich durfte mich keinen einzigen Tag nach draußen begeben und selbst wenn ich mich drinnen aufhielt, so war immer jemand in meiner Nähe. Meiner Meinung nach war das völlig übertrieben und dass ich mich nur drinnen aufhalten konnte drückte nach einiger Zeit auch sichtlich auf meine Nerven. Ich hatte es schon früher immer gehasst eingesperrt zu sein und dass ich es jetzt wieder war, passte mir ganz und gar nicht. Es vergingen zwei Wochen ohne dass eine Nachricht von Lord Shigeru oder auch nur ein Lebenszeichen eintrafen. Doch dann endlich kam Aufruhr in das Geschehen auf dem Anwesen der Maruyamas. Auch wenn noch keiner etwas sagte, vermutete ich stark dass Lord Shigeru zurück war. Ich hatte nicht wirklich Ruhe und ging daher ein wenig durch das Anwesen nur um plötzlich auf eine junge Frau von schlanker Statur zu treffen. Sie hatte lange silberne Haare und markante blaue Augen, ihre Kleidung war mehr wie die eines Mannes, wenn auch nicht gerade unpassend. Sie passte zu dem Gesamtbild dass diese junge Frau trug, allerdings war ihr Blick kühl und berechnend, ich hatte das Gefühl sie würde durch mich hindurch blicken und mich gar nicht wirklich zur Kenntnis nehmen, es vermutlich gar nicht wollen. Dieser Blick ließ mich frösteln, doch sie war schon um die nächste Ecke, bevor ich auch nur noch etwas tun konnte. Jedoch fand ich mich jetzt in einem Teil des Anwesens wieder, den ich vorher noch nie betreten hatte. Aus einem Raum hörte ich Geräusche und spähte vorsichtig hinein und tatsächlich saß dort Lord Shigeru, aber er hatte Schrammen im Gesicht und leichte Augenringe, im Großen und Ganzen sah er übermüdet und abgekämpft aus, jedoch hielt ich es für unhöflich einfach so in den Raum hineinzuspazieren, allein aus dem Grund, dass ich hier eigentlich gar nichts verloren hatte und so wollte ich mich schon auf den Rückweg machen.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Mi 22 Jan 2014 - 23:41


First Post

Es hatte mich Zeit gekostet. Kostbare Zeit und dazu gleich jede Menge davon. Und dies war es was mich ärgerte, als Shigeru mich bat meine Taktiken am morgigen Tag zu erläutern, während ich aus dem Audienzsaal trat. Selbstverständlich hatte er eine lange Reise hinter sich, schließlich war es ein weiter Weg bis in die Hauptstadt Yaizu und ich konnte seine Erschöpfung durchaus nachvollziehen, jedoch nur bis zu jenem Grad an dem sie meine Zeitplanung nicht ruinierte. Und genau dies war eben geschehen. Ich stieß ein kaum hörbares Seufzen aus und zog die schwere Holztür hinter mir zu. Jetzt hieß es umdenken. Der morgige Tag war für die Berge von Akten, Berichten und Nachrichten vorgesehen gewesen, welche ich in der letzten Zeit wunderbar umgangen hatte. Dennoch war ich währenddessen zahlreichen bedeutenderen Dingen nachgekommen, beispielsweise der Gruppierung der Truppen im Inland. Seitdem die Domäne Tsuyika gefallen war, waren durch die zahlreichen nun entstandenen politischen Spannungen Unruhen aufgetreten, weswegen man die militärischen Maßnahmen zum Wohle und Schutze des Volkes erhöht hatte. Deshalb blieb natürlich, wie sooft auch, die gesamte schriftliche und auch im taktischen Bereich vertretene Arbeit mal wieder an mir als Vizegenralin hängen. Und als sei das Ganze noch nicht genug, konnte ich mich morgen nicht einmal auf diese Arbeiten konzentrieren und meine Wohnung nach langer Zeit der Abwesenheit mal wieder betreten sondern musste mich natürlich im Laufe des Tages wieder hierher begeben um Bericht zu erstatten. Toll. Zudem durfte ich mich dann morgen Abend auch noch um die auszubildenden Soldaten kümmern, welche mich nicht einmal zu fünft länger als dreißig Sekunden in Schach halten konnten. Das würde noch sehr lange dauern bis sie ein höheres Niveau erreichten, selbst wenn sie unter meine Fittiche gerieten. Am besten nicht daran denken und schneller in das Bürgerviertel zurückkehren, dann würde ich mit etwas Glück noch heute einen Teil des schriftlichen Zeugs erledigen können. Meine Schritte beschleunigten sich und ich hörte wie das Metall meines Schwertes durch die schwungvolle Bewegung ein leises Klirren von sich gab als ich anschließend um eine Ecke bog. Erstaunlicherweise begegnete ich dabei einer Frau. Einer Frau die hier definitiv nichts zu suchen hatte! Sie war relativ klein, reichte mir nicht einmal bis zur Schulter, was natürlich niemals an den Absätzen meiner Stiefel liegen könnte und war sehr zierlich gebaut. Ihr Haar war ebenfalls silberfarben, hatte jedoch einen etwas klareren Ton als das meine, dazu besaß sie passende goldene Augen. Der Kimono welchen sie trug rundete das Gesamte ab. Ohne eine Regung schritt ich an ihr vorüber. Völlig egal wer sie war, ich hatte keine Zeit, erst recht nicht für kleine hilflose Mädchen welche nicht mehr von der Außenwelt kannten als das, was sie beim heimlichen Spähen über die Schlossmauern gesehen hatten. Zudem waren es ihre Augen die mich störten. Sie hatten nichts, es waren die eines Kindes, eines wohlbehüteten Kindes, das nie hatte leiden oder Kämpfen müssen, anders wie ich. Auch wenn sie von einem Ausdruck gezeichnet waren, so waren sie noch immer die eines Kindes. Ich bog um eine weitere Ecke und öffnete anschließend eine Türe. Die kühle Brise des Abends empfing mich sogleich, während sich am Horizont noch wenige, letzte Sonnenstrahlen abzeichneten. Mit etwas Glück würde ich noch vor Einbruch der Dunkelheit zuhause sein, dachte ich und schritt durch den inneren Hof.


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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Do 23 Jan 2014 - 22:00

Ein wenig erschöpft ließ ich mich auf einem der samtenen Sessel nieder und blickte auf die vor mir auf dem Tisch liegende Karte. Bereits wenige Stunden nach der Ankunft von Lady Shigeko hatte mich ein Schreiben meiner Onkel ereilt in welchem sie mich dringlich darum baten sie schnellstmöglich aufzusuchen. Natürlich musste ich dieser Aufforderung Folge leisten, ob es nun meinem Willen entsprach oder nicht. Somit war ich bereits am nächsten Morgen aufgebrochen um die ganze Aktion schnellstmöglich beenden zu können. Wie sich letztendlich herausstellte wollten die beiden Lordschaften meine Zustimmung bezüglich einer militärischen Nichtigkeit, sprich, zehn dutzend meiner Soldaten abziehen, was ich mit einem freundlichen Lächeln auf den Zügen verneint hatte, mit dem Vorwand die Sicherheit des Volkes, welches sich in meiner Region des Landes aufhielt, sichern zu müssen. Meine Onkel nutzten jede Gelegenheit um endgültig die Macht zu erlangen, da musste ich ihnen meinen Tod nicht noch auf dem Silbertablett servieren indem ich meine Verteidigung auflöste. Zusätzlich erhielt ich die Ehre mich dutzenden von sinnlosen Konferenzen bezüglich der Landwirtschaft in der Nachbardomäne und ähnlichen Themen unterziehen zu müssen, bis ich es letztendlich geschafft hatte mich dank einer Ratsversammlung nach knapp zwei Wochen aus der Stadt zu befreien. Jedoch war es ein ganz verrückter Zufall, dass ich ausgerechnet während meiner Rückreise von einer Vielzahl von Dämonen angegriffen wurde, nicht wahr? Ärgerlicherweise hatten mich ein paar wenige von den guten Zweihundert während einer Wendung am Leib treffen können, weshalb sich nun drei lange Kratzer von meinem Hals bis zum Ende meines Oberkörpers erstreckten. Mit einem leisen Seufzen blickte ich nun zu der vor mir auf und ab gehenden Seiko und rieb mir die Schläfen. So hoch ich es ihr anrechnete, dass sie ihre Aufgaben schnell und problemlos erledigte, so wünschte ich mir, dass sie wenigstens heute den Bericht hätte auf den nächsten Tag verschieben können. Ich schloss einen Moment die Augen und überlegte, wie ich es schaffen würde das Ganze schnellstmöglich beenden zu können, als plötzlich ihre Schritte verstummten. Vorsichtig hob ich den Kopf und bemerkte wie sie mit kritischem Blick die Karte betrachtete. "Das Klügste wäre wohl, wenn wir die Truppen aus dem Osten abziehen und in Richtung Westen…" Ein lautstarkes Seufzen entwich mir. Auch wenn diese Frau eine gute Freundin von mir war, so musste ich gestehen, dass sie dringend eine Ablenkung oder etwas ähnliches benötigte um ihre Zeit mit etwas anderem als Taktiken und Kriegsplänen zu verbringen. Vielleicht sollte ich ihrer Schwester ein Schreiben zukommen lassen, das könnte sie womöglich beschäftigen… "Seiko, dein Engagement im Bereich unserer militärischen Verteidigung wird von mir, wie du weißt, sehr geschätzt und ich beneide dich um dein taktisches Talent, aber es wäre mir ein Vergnügen dieses Gespräch am morgigen Tag fortzusetzen, da ich anscheinend nicht in der Verfassung bin deinen Ideen und Vorschlägen gänzlich folgen zu können." Noch während ich zur Tür deutete, hörte ich ihr verächtliches Schnauben. "Es sollte dich nicht beleidigen." fügte ich mit einem Lächeln hinzu, dass sie schwach erwiderte, ehe sie auch schon aus dem Saal trat. In solchen Punkten hatte sie ein geringes Maß an Verständnis, dafür hatte sie einfach zu viel erlebt. Möglicherweise würde sie sich zu gegebener Zeit rächen, jedoch nur spielerisch, so wie das bei Freunden manchmal ist. Ich seufzte erneut und hörte sogleich wie die Tür des Nebenzimmers geöffnet wurde. Hatte man hier denn niemals seine Ruhe? Nein. Ein breitgrinsender Ichiro trat ein und erklärte mir was nun mit meinen, aus meiner Sicht völlig belanglosen Verletzungen war und dass er mir sogleich einen Tee zur Entspannung bringen würde. Zu meiner Erleichterung verschwand er ebenso schnell wie er gekommen war, diesmal jedoch durch das Haupttor. Langsam lehnte ich mich zurück und blickte auf die Landkarte als ich erneut Ichiros Stimme vernahm. "Guten Tag Lady Tsuyika." sagte er und klang ein wenig verwirrt. "Dürfte ich fragen, wieso Ihr Euch in diesem Bereich des Anwesens aufhaltet? Dies ist nicht gerade ein Bereich für edle Damen wie Euch."

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Do 23 Jan 2014 - 22:01

Ich hatte gerade leise den Rückweg angetreten als mich Schritte innehalten ließen. Das hatte ja so kommen müssen, dachte ich mir und versuchte möglichst nicht wie eine ertappte Straftäterin dazustehen oder womöglich noch davon zu laufen. Ich stellte mich gerade und so wie es mir anerzogen worden war für diese Verhältnisse elegant hin und wartete auf die Strafpredigt, die ich wohl erhalten würde für mein Verhalten. Doch vor mir stand wider Erwarten nicht Lord Shigeru sondern der hauseigene Arzt Ichiro, der mich wenige Tage nach meinem Eintreffen auf diesem Anwesen betreut und nach den Wunden gesehen hatte, die jetzt gut verheilten. Er hatte meine Genesung sehr gelobt, mir allerdings angeraten mich jeglicher Hektik und Aufregung zu entziehen, da dies dem Weiterverlauf meiner Erholung nicht gerade zuträglich wäre. "Guten Tag Lady Tsuyika." Die Verwirrung in seiner Stimme war deutlich heraus zu hören und machte mir den Fehltritt den ich hier wohl begangen hatte noch mehr bewusst. "Guten Tag Ichiro." sagte ich, bemüht nicht wie ein kleines schuldbewusstes Kind zu klingen das gerade seine Schelte erhielt und versuchte ein vorsichtiges Lächeln. "Dürfte ich fragen, wieso Ihr Euch in diesem Bereich des Anwesens aufhaltet? Dies ist nicht gerade ein Bereich für edle Damen wie Euch." Jetzt zeigte sich mal wieder mein Talent dafür die unpassendsten Orte zu finden die es zu finden gab. Anscheinend war ich hier mitten in den Teil des Anwesens geraten in dem Audienzen und Kriegsbesprechungen abgehalten wurden, also ein Teil der fast ausschließlich Männern vorbestimmt war. Auch wenn es mich reizte hier zu sein und mir diese Räumlichkeiten von denen ich zuhause immer fern gehalten wurde genauer anzusehen, so verlangte es das Benehmen mich mit einer höflichen Entschuldigung zurückzuziehen und über diesen Vorfall Stillschweigen zu bewahren. Ich hätte zwar gern mehr erfahren, darüber wo Lord Shigeru gewesen war, was vorgefallen war und wie es ihm nun nach seiner Rückkehr ging, aber dies waren Dinge die mir nicht zustanden zu fragen. Ich konnte mich glücklich schätzen überhaupt irgendwas über diese Reise zu erfahren auf der er gewesen war. Ich war immerhin nur ein bescheidener Gast auf diesem Anwesen und niemand hatte mir Rechenschaft abzulegen, also hatten sich diese Dinge auch erledigt. "Verzeiht, aber ich war in Gedanken und habe nicht darauf geachtet wo ich mich befand. Der Aufruhr hier im Anwesen hat mich ein wenig unruhig gemacht." sagte ich und doch drang der schuldbewusste Ton durch. "Ich werde mich natürlich gleich auf den Rückweg begeben." Ich verbeugte mich leicht und wollte nun vollends, noch schuldbewusster als zuvor, den Rückweg antreten.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Do 23 Jan 2014 - 22:03

"Verzeiht, aber ich war in Gedanken und habe nicht darauf geachtet wo ich mich befand. Der Aufruhr hier im Anwesen hat mich ein wenig unruhig gemacht. Ich werde mich natürlich gleich auf den Rückweg begeben." Ich schloss einen kurzen Moment meine Augen und folgte aufmerksam der Konversation zwischen Ichiro und Lady Tsuyika. Jedoch ließ sich ein schmales Grinsen nicht von meinen Zügen fernhalten, als ich einen leicht schuldbewussten Ton in Lady Shigekos Stimme ausmachen konnte. Ja, Ichiros Aussage war korrekt, dies war definitiv kein angemessener Ort für die Frauen unseres Anwesens und schon gar nicht für Außenstehende, oder wie in diesem Falle Gäste. Dies hatte Lady Shigeko wie es schien nun auch festgestellt. Ich beugte mich ein Stück weit aus meinem Stuhl hervor und drehte den Kopf in Richtung Tür. "Ichiro, wärest du so freundlich und würdest mir einen Gefallen tun?" fragte ich mit einem unschuldigen Ton. Der Kopf meines bereits langjährigen Hausarztes, der gleichzeitig mein Lehrer und fast wie ein Vater war, erschien erneut an der Tür, jedoch diesmal mit einer weitaus grimmigeren Mimik. Tja, wo war denn die Schadenfreude abgeblieben? Erneut erschien ein Grinsen auf meinen Zügen. "Könntest du Lady Tsuyika ausrichten, dass ich sie bitte mich bei nächster Gelegenheit aufzusuchen sofern sich dies einrichten lässt?" "Selbstverständlich Lord Shigeru." folgte sogleich seine Antwort, auch wenn diese mehr ein Grummeln anstelle eines deutlichen Satzes war. Die Tür wurde ein weiteres Mal geschlossen, dieses Mal etwas schwungvoller so dass sie lautstark in das Schloss fiel. Anscheinend hatte der Gute nicht gerade viel Vergnügen daran, mir einen weiteren Wunsch erfüllen zu müssen. Erneut fiel mein Blick auf die Landkarte, diesmal mit dem Vorsatz sie aufmerksam zu betrachten und eventuell einen Einblick in Seikos zuvor genannte Taktiken zu bekommen, welche ich vorhin etwas unaufmerksam und demotiviert zur Kenntnis genommen hatte. Anscheinend hatte Ichiros Auftritt mein Gemüt doch ein wenig erheitert. Also, soweit ich mich erinnern konnte hatte sich Seiko bezüglich der östlichen Truppen geäußert… Ich erhob mich langsam und stellte mich vor den großen, aus dunklem Holz gefertigten Tisch. Vielleicht würde es mir ja tatsächlich gelingen nach diesen zwei Wochen den Gedankengängen meiner erfolgreichsten Strategin folgen zu können.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Do 23 Jan 2014 - 22:04

Gerade als ich mich auf den Rückweg begeben wollte hörte ich wie Ichiro von Lord Shigeru zurückgerufen wurde, allerdings bekam ich nicht mehr viel von dem darauffolgenden Gespräch mit, jedenfalls sah Ichiro nicht gerade glücklich aus, als ich mich noch einmal kurz umwandte. Aber das ging mich ja nichts an. Während ich noch kurz mit mir haderte welche Richtung die richtige war hörte ich jedoch das Rascheln eines Kimonos. "Lady Tsuyika?" Ich wandte mich um und schaute dem sonst immer so freundlichen und offenen Hausarzt der Maruyamas in das gar nicht besonders erfreute Gesicht. "Lord Shigeru lässt Euch ausrichten dass er Euch zu sehen wünscht, sofern es Euch recht ist." dass Ichiro sich bei diesen Worten vorkam wie ein alberner Bote war nicht zu verkennen und ich musste mich bemühen mir das Grinsen zu verkneifen. Jedoch wurde mir erst dann bewusst, dass ich nun wohl zu Lord Shigeru gehen sollte, es wäre unhöflich dieser Bitte nicht Folge zu leisten. "Vielen Dank Ichiro." sagte ich, lächelte ihn an und verneigte mich leicht. Er war einer der Bediensteten hier auf dem Anwesen die wirklich vollkommen freundlich waren und nicht nur die aufgesetzte Freundlichkeit. Natürlich waren die anderen Angestellten hier auch sehr zuvorkommend und freundlich, aber die meisten hatten dabei diesen Gesichtsausdruck der mir zeigte, dass dies nicht ihr wahres Ich war. Aber vielleicht würde es mir ja nach jahrelangem Dienst bei einer reichen Familie auch so gehen. Schnell holte ich mich zurück aus diesen Gedanken und sah Ichiro noch nach wie er um die nächste Ecke verschwand und sah dann zur Tür des Audienzsaales. Ich hatte Lord Shigeru jetzt einige Zeit lang nicht gesehen und ich war sehr neugierig darauf mich wieder mit ihm zu unterhalten, aber andererseits wusste ich auch nicht was genau mich jetzt erwartete. Zwar war er unglaublich freundlich zu mir gewesen, hatte mir seine Hilfe in so großem Maß angeboten und alles dafür getan dass es mir hier gut ging, aber wie dachte er wohl jetzt über mich. Es konnte ja sein, dass sich seine Meinung bezüglich der Hilfe verändert hatte und er nun wollte dass ich nach vollständiger Genesung das Anwesen verließe. Auch wenn ich ihm dies nicht zutraute, vielmehr daran zweifelte dass sein Charakter solche Züge aufweisen würde, so kamen mir doch diese Gedanken in den Sinn. Ich atmete ein paar Mal ein und aus und öffnete dann vorsichtig die Tür des Audienzsaales. Zaghaft trat ich ein, ließ mich auf die Knie sinken und verneigte mich vor Lord Shigeru. Nachdem ich die Erlaubnis erhalten hatte mich wieder aufzurichten, setzte ich mich auf und musterte dann unauffällig sein Gesicht. Zwar hatte ich es zuvor bereits betrachtet, aber jetzt war er mir näher und es war kein flüchtiger Anblick wie zuvor. Er wirkte tatsächlich ein wenig übernächtigt, aber ich vermutete das kam von der Reise auf der er sich wohl befunden haben musste. Auch die Kratzer auf seiner Wange waren nur sehr flüchtig und würden keine Spuren hinterlassen, allerdings erhaschte ich einen Blick auf einen recht tiefen Kratzer, als der Stoff des Kimonos um seinen Hals ein wenig verrutschte. Was wohl da vorgefallen war? "Guten Tag Lord Shigeru." sagte ich sehr höflich und blickte ihm kurzzeitig ins Gesicht, wandte meinen Blick jedoch sittengemäß wieder nach unten. "Es ist schön Euch unversehrt wiederzusehen." fügte ich wahrheitsgemäß an, obwohl das unversehrt nicht ganz zu stimmen schien, jedoch war er ja auch nicht halbtot. Auch wenn ich nicht wusste auf was für einer Art Reise er war, so hatte ich doch mitbekommen dass es eine gefährlichere gewesen war, zumindest der Reiseweg.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Do 23 Jan 2014 - 22:05

Noch immer über den Ratstisch gebeugt hörte ich nun zum dritten Male das Öffnen des Haupttores. In den wenigen vergangenen Minuten hatte ich es wenigstens geschafft eine komplette Übersicht zu den derzeitigen Positionen der auswärtigen Truppen zu bekommen, welche mir nur im kleinen Maße bekannt gewesen waren. Die größten Einheiten befanden sich an den Grenzgebieten und unterbanden ein Eindringen von feindlichen Truppen. Die Einheiten im Inland waren kleiner und in zahlreichen Gebieten verteilt um den Schutz in größeren Städten zu gewährleisten und weitere Unruhen zu vermeiden. Seit dem Niedergang der Domäne Tsuyika hatte es politisch zahlreiche Diskussionen gegeben, was nun mit den Ländereien geschehen würde und wem man diese im 'Sinne der Gerechtigkeit' zusprechen konnte. Somit war es auch nicht verwunderlich, dass der Name der Tochter der Tsuyikas fiel, deren Besitz nun der Wunsch zahlreicher Domänen war. Natürlich wünschten auch meine Onkel Lady Tsuyika in ihre Hände zu bekommen um sie an einen höhergestellten Mann aus ihren Einheiten zu verheiraten um sich somit in den Besitz des Landes zu bringen. Ich hatte mir die Diskussionen während dieser zwei Wochen angehört, zustimmend genickt und das Verhalten eines echten Lords gezeigt, hatte jedoch natürlich keinerlei Ahnung, wo genau sich die Tochter und einzige Nachkommin der Tsuyikas aufhalten könnte… Dieses Verhalten der umliegenden Domänen hatte für politische Spannungen gesorgt, was das Volk unfreiwillig zu spüren bekam. Dörfer in Grenzgebieten wurden geplündert und ausgelöscht, um die Domäne Maruyama zu beunruhigen und vor dem Volk zu ruinieren, kleinere Einheiten marschierten ein mit dem angeblichen Auftrag Botschaften überbringen zu müssen und positionierten dabei Spione in den gewünschten Bereichen um regelmäßig Bericht erstattet zu bekommen. Noch hatte ich keinerlei Gelegenheit gehabt mich ausführlich mit den Inlandsproblemen und eventuellen Lösungen auseinandersetzen zu können, im Gegensatz zu Seiko, wie ich bereits am heutigen Abend hatte feststellen müssen. Schließlich hörte ich das Rascheln eines Kimonos und hob den Kopf. "Guten Tag Lord Shigeru. Es ist schön Euch unversehrt wiederzusehen." Lady Shigeko verneigte sich bereits vor mir und ich tat es ihr gleich. "Dies kann ich nur erwidern Lady Shigeko. Wie ich bereits hörte sollt Ihr gut genesen und Euch bereits eingelebt haben. Solltet Ihr jedoch einen Wunsch haben, scheut nicht diesen auszusprechen." Ein schmales Lächeln umspielte meine Lippen, während ich auf einen der Sessel deutete. "Dieser Saal unterscheidet sich von den anderen und bietet aufgrund der häufigen Diskussionen sehr komfortable Sitzgelegenheiten. Es wäre eine Schande wenn Ihr als unser Gast nicht in den Genuss kommen würdet sie ebenfalls auszutesten."

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Do 23 Jan 2014 - 22:08

Nur sehr flüchtig ließ ich meinen Blick durch den Saal gleiten. Es war das erste mal dass ich mich in einem Raum dieser Art befand. Früher wurde ich sittengemäß immer aus dieserart Räumlichkeiten ferngehalten. Der Saal an sich war sehr groß, vor Lord Shigerus Platz war eine Karte offen gelegt, die anscheinend, meinem Seh- und Denkvermögen nach, die Domäne Maruyama und die umliegenden erfasste. An einer Seite des Saals befand sich ein Schrank in dem sich Schriftrollen zu befinden schienen und ansonsten gab es sehr viele Sitzgelegenheiten, was mich nicht verwunderte, wenn hier alle Besprechungen bezüglich Truppenplanung, Landesbesitz etc. abgehalten wurden. Auch wenn ich bereits gehört hatte was in einem solchen Audienzsaal besprochen wurde und wie es dort zuging, so war es doch etwas ganz anderes sich in einem solchen nun zu befinden. Wie oft hatte ich Gäste schon über nebensächliche kleine Themen sprechen hören, wie es in den umliegenden Domänen war, was vor sich ging und welche Truppen am besten wohin geschickt werden sollten, aber ich hätte liebend gern an einer der richtigen Besprechungen teilgenommen, einfach nur um nicht ständig aus allem rausgehalten zu werden. Denn es ging mich als Erbin der Domäne doch genauso etwas an über die Truppenlage und die Verhältnisse unter den Bewohner zu erfahren. Aber das hatte mein Vater nie einsehen wollen. Frauen mussten gütig und liebenswert sein, sich am besten aus allem raushalten was sie nichts anging und sich ihrem Ehemann fügen. Zwar hatte er das nie so gesagt, aber er hatte es gedacht. So wie alle anderen auch, aber es war ihnen ja so anerzogen, so wie mir eigentlich auch. Mein Kindermädchen hatte sich einmal darüber beschwert was für ein Sturkopf ich doch sei und dass man mir nichts beibringen könne ohne dass ich meine eigene Meinung dazu beisteuerte und alles hinterfragte. "Dies kann ich nur erwidern Lady Shigeko. Wie ich bereits hörte sollt Ihr gut genesen und Euch bereits eingelebt haben. Solltet Ihr jedoch einen Wunsch haben, scheut nicht diesen auszusprechen." Ich wurde jedoch aus diesen Überlegungen geholt als ich Lord Shigerus Worte vernahm. Ich erwiderte sein Lächeln zaghaft. "Meine rasche Genesung verdanke ich allerdings hauptsächlich Eurem Arzt Ichiro, ohne seine Gewissenhaftigkeit wäre ich vermutlich nicht in so kurzer Zeit genesen." sagte ich und ließ meinen Blick dann bei seinen weiteren Worten zu dem angedeuteten Sessel gleiten. "Dieser Saal unterscheidet sich von den anderen und bietet aufgrund der häufigen Diskussionen sehr komfortable Sitzgelegenheiten. Es wäre eine Schande wenn Ihr als unser Gast nicht in den Genuss kommen würdet sie ebenfalls auszutesten." Solche Sitzgelegenheiten hatte ich sehr selten zu Gesicht bekommen. In den Räumlichkeiten in denen ich mich vornehmlich aufhielt gab es so etwas nicht und auf dem Anwesen auf dem ich aufgewachsen war, hatte es so etwas auch nicht gegeben. Zaghaft erhob ich mich vom Boden und ging zu diesem Sessel. Vorsichtig setzte ich mich und sah dann zu Lord Shigeru herüber. Warum er mich wohl zu sehen gewünscht hatte?

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Do 23 Jan 2014 - 22:13

"Meine rasche Genesung verdanke ich allerdings hauptsächlich Eurem Arzt Ichiro, ohne seine Gewissenhaftigkeit wäre ich vermutlich nicht in so kurzer Zeit genesen." Ich schenkte Lady Shigeko ein schmales Lächeln und ließ mich ebenfalls auf einem Sessel nieder. "In der Tat, Ichiro ist ein sehr qualifizierter Arzt, der hohes Ansehen und mein absolutes Vertrauen genießt." meinte ich. Anschließend musterte ich Lady Tsuyika kurz. Ihr Zustand hatte sich definitiv gebessert. Sie war nicht mehr so bleich und ihr Körper wirkte um einiges ausgeruhter und gestärkter. Zudem war sie auch nicht mehr so abgemagert, als damals als ich sie zum ersten Mal erblickt hatte. "Ich hoffe es kam während meiner Abwesenheit nicht zu unerwünschten Zwischenfällen Eurerseits. Falls doch so bitte ich Euch mich von diesen zu unterrichten." Ich verschränkte meine Finger ineinander und lehnte mich zurück. Der weiche Stoff des Sessels berührte meine Haut und fühlte sich angenehm an. Als ich noch klein gewesen war, hatte mein Vater mich des Öfteren mit in diesen Saal genommen, wo ich immer sofort auf einen der Sessel gehechtet war, die damals sogar ein wenig größer als ich waren, um das weiche Polster zu spüren. Meine Mutter, welche nach mir eingetreten war, hatte gelacht und mich trotz meiner Beschwerden auf den Schoß genommen. Wenig später trafen jedoch Gäste, zwei sehr große Männer von denen einer in einem hohen Alter war, ein, woraufhin ich von Ichiro nach draußen geführt wurde, um angeblich zu lernen. Natürlich hatte dies einen anderen Hintergrund aber mit nicht einmal fünf Jahren konnte ich dies nur schwer begreifen. Ich blickte wieder zu Lady Tsuyika. Noch wenige Stunden zuvor hatten sich zahlreiche Lordschaften über sie unterhalten, als bekannt gegeben worden war, dass die Domäne tatsächlich eine rechtmäßige Erbin besaß. Natürlich rissen sich alle darum um diese in ihre Finger zu bekommen. Jedoch beschloss ich Lady Shigeko vorerst nicht mit diesem Thema zu konfrontieren, zum einen um sie nicht erneut an den Tod ihrer Eltern und dem Leid des Landes erinnern zu müssen, zum anderen um sie nicht zu ängstigen. "Des Weiteren möchte ich Euch darüber informieren, dass Ihr speziell meinen Schutz genießt und ich diesen weitgehend versuchen werde aufrecht zu erhalten, Eurer eigenen Sicherheit willen. Diesem müsst Ihr Euch jedoch nicht fügen, sofern Ihr dies nicht wünscht. Jedoch bitte ich Euch inständig darum, jene Personen denen Ihr Euer Vertrauen schenkt sorgsam auszuwählen, wenn Ihr dies zu tun gedenkt." Ein Lächeln legte sich auf meine Züge, als ich weitersprach. "Aber nun möchte ich zu guter Letzt eine Bitte an Euch richten, welche beinhaltet, dass Ihr mich jeden vierten Abend mit Eurer Anwesenheit im Teehaus beehrt, sofern sich dies einrichten ließe. Es wäre mir eine Ehre Eure Gesellschaft genießen zu dürfen und mich zugleich über Euer Wohlbefinden informieren zu können."

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Do 23 Jan 2014 - 22:14

"In der Tat, Ichiro ist ein sehr qualifizierter Arzt, der hohes Ansehen und mein absolutes Vertrauen genießt." Ich nickte bei den Worten von Lord Shigeru. In der Tat war Ichiro sehr fähig und sehr fürsorglich. Ich hatte schon früher einige Ärzte kennengelernt, allerdings war keiner von ihnen auch nur im Entferntesten so freundlich und zuvorkommend wie Ichiro. Lord Shigeru tat gut daran ihm so zu vertrauen, dieser Mann schien dem auch sehr würdig zu sein. Er war jetzt in der Zeit in der Lord Shigeru fort gewesen war neben den Bediensteten einer meiner Hauptgesprächspartner gewesen und wenn ich es so sagen durfte hatte sich schon so etwas wie eine Freundschaft auf jeden Fall eine große Sympathie gebildet. "Ich hoffe es kam während meiner Abwesenheit nicht zu unerwünschten Zwischenfällen Eurerseits. Falls doch so bitte ich Euch mich von diesen zu unterrichten." Diese Frage konnte ich beruhigt verneinen. Es war weder zu irgendwelchen Angriffen rund um das Anwesen gekommen noch im Anwesen, jedenfalls soweit ich das mitbekommen hatte. Ich hatte versucht mich ein wenig umzuhören um nicht vollkommen von allem abgeschottet zu sein. Deswegen hatte ich die Bediensteten immer ein wenig ausgefragt und war so wenigstens an ein paar Informationen gekommen. Allerdings wurde aus dem Ausgang immer noch nichts, denn ich wurde noch immer wie eine Gefangene hier festgehalten. Es erschien mir jedoch auch respektlos Lord Shigeru offen um so etwas zu bitten. Er gewährte mir den Schutz hier auf seinem Anwesen und eigentlich diente es ja nur zu meiner Sicherheit, dass ich mich vornehmlich drinnen aufhalten sollte. "Des Weiteren möchte ich Euch darüber informieren, dass Ihr speziell meinen Schutz genießt und ich diesen weitgehend versuchen werde aufrecht zu erhalten, Eurer eigenen Sicherheit willen. Diesem müsst Ihr Euch jedoch nicht fügen, sofern Ihr dies nicht wünscht. Jedoch bitte ich Euch inständig darum, jene Personen denen Ihr Euer Vertrauen schenkt sorgsam auszuwählen, wenn Ihr dies zu tun gedenkt. Aber nun möchte ich zu guter Letzt eine Bitte an Euch richten, welche beinhaltet, dass Ihr mich jeden vierten Abend mit Eurer Anwesenheit im Teehaus beehrt, sofern sich dies einrichten ließe. Es wäre mir eine Ehre Eure Gesellschaft genießen zu dürfen und mich zugleich über Euer Wohlbefinden informieren zu können." Seine weiteren Worte schmeichelten mir. Dass ich als eigentlich völlig Fremde seinen Schutz so genießen durfte und dass er ihn mir so offen eigenstand war wahrlich erstaunlich. Die Bitte ließ mich wieder aufhorchen. Das mir eine leichte Röte dabei ins Gesicht stieg war eigentlich schon albern es war ja nur eine Bitte. "Natürlich werde ich dieser Bitte nachgehen. Es wäre auch mir eine Ehre für eine Zeit in Eurer Gesellschaft verweilen zu dürfen." sagte ich und neigte den Oberkörper leicht nach vorn, da eine richtige Verbeugung in diesem Sessel schwerlich möglich war. Aus irgendeinem Grund freute es mich wahnsinnig dass er meine Gesellschaft wünschte und irgendwie machte dies das Ausgangsverbot schon viel harmloser. Wir sprachen noch eine Weile bevor wir uns schließlich für diesen Tag verabschiedeten und sowohl Lord Shigeru als auch ich unsere Zimmer zur Nachtruhe aufsuchten.


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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Fr 24 Jan 2014 - 22:52



Zusammen mit Shigeko-sama schritt ich den langen Gang entlang, der zum Audienzsaal des Anwesens führte. Na endlich! Während ich Lady Tsuyika hierher geleitet hatte, war ich kurz davor gewesen die Beherrschung zu verlieren. Da ich äußerst durchtrainiert war, hatte ich ein um einiges schnelleres Schritttempo als diese Frau und musste, als sie letztendlich beinahe keuchend hinter mir her stolperte, das Tempo verringern und meine Hoffnungen, dass sie sich dem Meinen fügen würde gänzlich zerstören. Aber jetzt, nach einer guten halben Stunde hatten wir es tatsächlich geschafft im Anwesen von Lord Shigeru einzutreffen. Ich öffnete die hölzerne Tür des Saals und trat zusammen mit Shigeko-sama ein. Noch während die Tür in das Schloss fiel, verbeugte ich mich tief vor Lord Maruyama. "Ich bitte vielmals um Vergebung Euch um diese Zeit so unerwartet aufsuchen zu müssen Lord Shigeru." sagte ich. Normalerweise unterhielt ich mich mit Shigeru relativ normal und ließ ebenso wie er einen Großteil der angebrachten Regeln außer Acht, was auch daran lag, dass wir uns seit Jahren äußerst gut verstanden und befreundet waren. Zudem zählte er zu den wenigen Personen denen ich aufrichtig vertraute. Ich erhob mein Haupt und blickte ihn an. "Dennoch bin ich aufgrund gewisser Vorfälle verpflichtet Euch zu melden, dass der verehrte Gast unseres Anwesens, Lady Tsuyika Shigeko, dieses vor kurzer Zeit verlassen und sich in das Iwakunviertel begeben hat." Innerlich empfand ich, auch wenn es sich nicht gehörte, Schadenfreude. Endlich würde dieses Mädchen mal Ärger bekommen und ihre irrsinnigen Pläne nicht weiter ausleben, somit keine weiteren Probleme für mich bereiten. Ein ganz kleines Grinsen stahl sich für eine Sekunde auf meine Züge, weshalb ich augenblicklich weitersprach. "Aufgrund einer Gruppe von Männern, welche zufällig Tsuyika-sama begegnete, war ich dazu verpflichtet ihr Wohlergehen zu garantieren und somit auch dazu, jene Bedrohung zu beseitigen." Spätestens jetzt, hätte sich Shigerus Miene verändern müssen, im negativen Sinne. Schließlich wurden Strafpredigten nicht mit einem strahlenden Lächeln ausgeteilt. Doch dem war nicht so. Die Ruhe selbst saß er auf seinem Sessel mit einer Tasse Tee in der Hand und hörte mir geduldig zu, als ob gar nichts gewesen wäre und ich seinem kleinen Schützling niemals das Leben gerettet hätte. Hä? Schließlich stellte er die Tasse auf den Tisch und somit zeitgleich auf die Karte, was mich einen Moment lang ziemlich verärgerte, ehe er die Stimme erhob. "Ist dem so? Nun, ich hoffe du hast deine Aufgabe auch korrekt erledigt, so wie man es von dir erwartet und dich bereits um Lady Tsuyikas Gesundheit erkundigt." Ich stockte einen Moment. Da ich diese Frau nicht leiden konnte und ohnehin nur mit einer Strafpredigt seitens Shigeru gerechnet hatte, wollte ich sie anschließend an Ichiro abdrücken und die Sache damit abhaken. Shigeru wandte den Blick ab und richtete ihn stattdessen auf Shigeko-sama. "Es tut mir leid dies hören zu müssen, vor allem da ich Euch vor wenigen Stunden noch meinen Schutz zusicherte. Habt Ihr Euch irgendwelche Verletzungen zugezogen Lady Tsuyika? Denn wenn ich ihr Verhalten richtig deute, ist Seiko ihrer Aufgabe nicht vollständig nachgekommen, weshalb ich mich in ihrem Namen zu entschuldigen habe. Seid versichert, dass Ihr die Befugnis habt Euch aufgrund ihres unangebrachten Verhaltens jederzeit an sie wenden zu können, sofern Ihr etwas von ihr wünscht. Somit hast du Seiko, die Gelegenheit, deine Schuld bei Lady Tsuyika eventuell begleichen zu können, sofern sie dir diese Schande vergibt." Was? Ich blinzelte ein paar Mal. Das war doch ein Witz! Ich sah Shigeru eindringlich an und wartete darauf, dass er die Worte zurückkam, doch er schüttelte stattdessen Seufzend den Kopf. Etwas, das mir in keinster Weise gefiel.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Fr 24 Jan 2014 - 23:16


Ich hielt mich während des gesamten Weges hinter Seiko-san, auch wenn das mehr daran lag, dass ich ihrem Militärmarschähnlichem Laufstil einfach nicht gewachsen war und beinahe an Atemnot zu Grunde ging, weil sie fast durch die Straßen rannte. Sie passte sich dann irgendwann jedoch meinem Tempo an und wir kamen, zwar etwas langsamer aber immerhin ohne die Gefahr zu ersticken, im Anwesen der Maruyamas an. Seiko-san steuerte direkt auf den zuvor schon von mir besuchten Audienzsaal zu und irgendwie sträubte sich alles in mir weiter zu gehen. Ich wollte keine Strafpredigt erhalten, schon gar nicht weil es für Seiko vermutlich eine absolute Genugtuung sein würde. Aber würde ich jetzt meine Schritte verlangsamen um Zeit zu schinden hätte ich vermutlich spätestens dann einen Schlag abbekommen so wie ich Seiko-san einschätzte. Seiko öffnete schließlich die hölzerne Tür zum Audienzsaal und trat ein. Sie verbeugte sich tief vor Lord Shigeru und ich tat es ihr gleich. "Ich bitte vielmals um Vergebung Euch um diese Zeit so unerwartet aufsuchen zu müssen Lord Shigeru." Ich ließ meinen Kopf auch noch gesenkt als sie anfing zu Lord Shigeru zu sprechen. "Dennoch bin ich aufgrund gewisser Vorfälle verpflichtet Euch zu melden, dass der verehrte Gast unseres Anwesens Lady Tsuyika Shigeko dieses vor kurzer Zeit verlassen und sich in das Iwakunviertel begeben hat." Ich unterdrückte ein weiteres Seufzen, mich wunderte es fast schon dass sie nicht ein betontes unerlaubterweise drangehangen hatte. Das hätte den ganzen Satz doch noch viel schlimmer klingen lassen als er bereits klang. "Aufgrund einer Gruppe von Männern, welche zufällig Tsuyika-sama begegnete, war ich dazu verpflichtet ihr Wohlergehen zu garantieren und somit auch dazu, jene Bedrohung zu beseitigen." Bei diesem Satz hätte ich mich am liebsten umgedreht und wäre gegangen. Zwar klang er an sich harmlos, aber dass sie damit ausdrücken wollte wie hilflos ich ohne sie gewesen wäre, war schwer zu verkennen. Allerdings wunderte ich mich, dass Lord Shigeru noch kein Wort gesagt hatte. War er so wütend dass er es nicht mal mehr in Worte fassen konnte? Ich wollte allerdings auch nicht den Blick heben. "Ist dem so? Nun, ich hoffe du hast deine Aufgabe auch korrekt erledigt, so wie man es von dir erwartet und dich bereits um Lady Tsuyikas Gesundheit erkundigt." Meine Augen weiteten sich für einen Moment. Wies er gerade etwa Seiko zurecht? Die Seiko die nur ihre Pflicht getan hatte und mich dickköpfiges Kind zurückgeholt hatte? Ich hätte nicht im Traum damit gerechnet, dass er nach dieser Nachricht sogar noch nach meiner Gesundheit fragte. Ich hob vorsichtig den Kopf als er das Wort an mich richtete. "Es tut mir leid dies hören zu müssen, vor allem da ich Euch vor wenigen Stunden noch meinen Schutz zusicherte. Habt Ihr Euch irgendwelche Verletzungen zugezogen Lady Tsuyika? Denn wenn ich ihr Verhalten richtig deute, ist Seiko ihrer Aufgabe nicht vollständig nachgekommen, weshalb ich mich in ihrem Namen zu entschuldigen habe. Seid versichert, dass Ihr die Befugnis habt Euch aufgrund ihres unangebrachten Verhaltens jederzeit an sie wenden zu können, sofern Ihr etwas von ihr wünscht. Somit hast du Seiko die Gelegenheit, deine Schuld bei Lady Tsuyika eventuell begleichen zu können, sofern sie dir diese Schande vergibt." Das mir der Mund nicht offen stehen blieb war auch schon alles. Hatte er gerade wirklich das gesagt was ich glaubte, das er gesagt hatte? Ich schüttelte schnell den Kopf wegen der Frage bezüglich der Verletzungen, spürte jedoch dann wie mir etwas über die Wange rann. Ich berührte meine Wange mit den Fingern und erkannte Blut. Oh das war mir noch überhaupt nicht aufgefallen. "Nein, mir geht es gut." sagte ich entgegen dem soeben entdeckten Blut. Ließ es jedoch sein, Seiko-san in Schutz zu nehmen was ihre Abneigung gegen mich vermutlich nur noch mehr gesteigert hätte.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Fr 24 Jan 2014 - 23:37

"Ich bitte vielmals um Vergebung Euch um diese Zeit so unerwartet aufsuchen zu müssen Lord Shigeru. Dennoch bin ich aufgrund gewisser Vorfälle verpflichtet Euch zu melden, dass der verehrte Gast unseres Anwesens Lady Tsuyika Shigeko dieses vor kurzer Zeit verlassen und sich in das Iwakunviertel begeben hat. Aufgrund einer Gruppe von Männern, welche zufällig Tsuyika-sama begegnete, war ich dazu verpflichtet ihr Wohlergehen zu garantieren und somit auch dazu, jene Bedrohung zu beseitigen." Seelenruhig hatte ich in meinem Sessel gesessen und den von Ichiro angeordneten Tee getrunken während Seiko mir berichtete, was sich in dem Iwakunviertel zugetragen hatte. Im Gegensatz zu vorhin lauschte ich ihren Worten aufmerksam, was vermutlich daran lag, dass mich dieses Thema weitaus mehr interessierte und ich mich zugleich um Lady Shigeko sorgte. "Ist dem so? Nun, ich hoffe du hast deine Aufgabe auch korrekt erledigt, so wie man es von dir erwartet und dich bereits um Lady Tsuyikas Gesundheit erkundigt." Deshalb ärgerte es mich nur umso mehr als Seikos Verhalten darauf schließen ließ, dass sie sich nicht um Lady Tsuyikas körperliche Gesundheit gekümmert sondern lediglich ihren Sturschädel durchgesetzt hatte. Ihr Verhalten war eine Schande und ihre Abneigung gegenüber Shigeko trug sie zwar indirekt zur Schau, war jedoch allzu offensichtlich auch wenn dies eine Nebensächlichkeit war. "Es tut mir leid dies hören zu müssen, vor allem da ich Euch vor wenigen Stunden noch meinen Schutz zusicherte. Habt Ihr Euch irgendwelche Verletzungen zugezogen Lady Tsuyika? Denn wenn ich ihr Verhalten richtig deute, ist Seiko ihrer Aufgabe nicht vollständig nachgekommen, weshalb ich mich in ihrem Namen zu entschuldigen habe. Seid versichert, dass Ihr die Befugnis habt Euch aufgrund ihres unangebrachten Verhaltens jederzeit an sie wenden zu können, sofern Ihr etwas von ihr wünscht. Somit hast du Seiko die Gelegenheit, deine Schuld bei Lady Tsuyika eventuell begleichen zu können, sofern sie dir diese Schande vergibt." Ein Lächeln umspielte meine Lippen als ich Lady Shigeko auch schon das Recht erteilte sich an Seiko wenden zu dürfen, woraufhin deren Miene zu erstarren schien. Doch dies war erst der Anfang. Shigeko war nun zu einer der bedeutendsten Personen in sämtlichen Ländern geworden und somit war ihre Sicherheit mehr als nur gefährdet. Selbst wenn man ihr einige Soldaten zum Schutze als Eskorte stellte, so war ich mir zu einhundert Prozent sicher, dass sie eine solche Aktion verabscheuen würde. Zudem wäre es einigen Soldaten mit Sicherheit nicht möglich Lady Shigeko gänzlich zu schützen, da einige einfach noch zu unerfahren oder zu schwach waren. Ein anderer Punkt war sogleich, dass keiner der Männer Lady Shigeko im Falle einer bedeutenden Verletzung weitgehend behandeln durfte und dies sofern keine andere Frau oder ein Arzt in der Nähe war ein massives Problem darstellen könnte. Ich verkniff mir ein Grinsen. Bei Seiko sah diese Sache jedoch gänzlich anders aus. Sie war mehr als nur qualifiziert für eine solche Aufgabe und konnte Lady Shigekos Wohlergehen mit Sicherheit garantieren. Zugleich war sie eine Frau und konnte ihren Schützling im schlimmsten Falle behandeln, da es ihr nicht wie es den Männern angeordnet war Lady Shigeko nur notdürftig berühren zu dürfen. Zudem würde es mich mehr als nur amüsieren wie Seiko sich als Leibwächterin einer solch faszinierenden Frau wie Lady Shigeko machte, da diese durchaus intelligent und nicht zu unterschätzen war. "Nein, mir geht es gut." "Verzeiht mir Lady Shigeko, doch wie ich sehe befindet sich ein Kratzer auf Eurer Wange, was bestätigt das Vizeadmiralin Seiko sich nicht um Eure körperliche Gesundheit bemüht hat. Zudem kann ich durchaus nachvollziehen, dass Ihr so gehandelt und dieses Anwesen verlassen habt, da mir Ichiro berichtet hat, dass man Euch jeden Ausgang verwehrt hat. Auf Euren Wunsch hin würde ich dies in Zukunft gerne ändern, um Euer Wohlbefinden in Narita zu sichern. Zugleich ist es Euer gutes Recht frei handeln und Euch bewegen zu dürfen. Dennoch bitte ich Euch inständig darum, speziell aufgrund der Umstände des heutigen Abends, wenigstens eine Person als Geleit mit Euch zu nehmen, wenn Ihr es wünscht das Anwesen zu verlassen und entschuldige mich dafür, dass Ihr während meiner Abwesenheit unter diesen Bedingungen zu leiden hattet." Ich wandte den Blick ab und richtete ihn mit einem weitaus strengeren Ausdruck an Seiko. "Und du Seiko, wirst beim nächsten Mal deine Aufgabe den Erwartungen gemäß erfüllen. Ein Verhalten, wie jenes, dass du heute Lady Tsuyika entgegengebracht hast ist gänzlich inakzeptabel und eine Schande für die Truppen unseres Landes. Ich rate dir nicht ein weiteres Mal so unangebracht zu handeln. Zugleich bin ich sehr enttäuscht, da ich speziell von dir ein solches Verhalten nicht erwartet hätte, da du deine Aufgaben stets perfekt erfüllst."

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Sa 25 Jan 2014 - 1:22

"Verzeiht mir Lady Shigeko, doch wie ich sehe befindet sich ein Kratzer auf Eurer Wange, was bestätigt das Vizeadmiralin Seiko sich nicht um Eure körperliche Gesundheit bemüht hat. Zudem kann ich durchaus nachvollziehen, dass Ihr so gehandelt und dieses Anwesen verlassen habt, da mir Ichiro berichtet hat, dass man Euch jeden Ausgang verwehrt hat. Auf Euren Wunsch hin würde ich dies in Zukunft gerne ändern, um Euer Wohlbefinden in Narita zu sichern. Zugleich ist es Euer gutes Recht frei handeln und Euch bewegen zu dürfen. Dennoch bitte ich Euch inständig darum, speziell aufgrund der Umstände des heutigen Abends, wenigstens eine Person als Geleit mit Euch zu nehmen, wenn Ihr es wünscht das Anwesen zu verlassen und entschuldige mich dafür, dass Ihr während meiner Abwesenheit unter diesen Bedingungen zu leiden hattet." Ich blickte stumm zwischen Shigeru und Lady Shigeko hin und her und hörte Shigerus Worten aufmerksam zu, wobei sich mein Körper immer mehr anspannte und ich mich beherrschen musste nicht mit den Zähnen zu knirschen. Also nochmal zum mitschreiben. Ein kleines Mädchen das von Shigeru aus unerfindlichen Gründen geschützt wurde machte unerlaubt einen untersagten Abendspaziergang und tappte dabei natürlich in die gefährlichste Gegend der Stadt. Ich hatte anschließend unfreiwillig die Aufgabe erhalten das Leben dieser Frau zu retten, da diese natürlich keine Ahnung von Selbstverteidigung hatte, somit meine kostbare Zeit geopfert und sie anschließend wie ein kleines Schulkind nachhause zu Mami und Papi führen müssen. Und jetzt erhielt ich eine Strafe? Hallo? Wo blieb da die Gerechtigkeit? Jedoch waren es Shigerus letzteren Worte welche beinahe dafür sorgten, dass mir der Mund aufklappte. "Und du Seiko, wirst beim nächsten Mal deine Aufgabe den Erwartungen gemäß erfüllen. Ein Verhalten, wie jenes, dass du heute Lady Tsuyika entgegengebracht hast ist gänzlich inakzeptabel und eine Schande für die Truppen unseres Landes. Ich rate dir nicht ein weiteres Mal so unangebracht zu handeln. Zugleich bin ich sehr enttäuscht, da ich speziell von dir ein solches Verhalten nicht erwartet hätte, da du deine Aufgaben stets perfekt erfüllst." Was? Ich erhielt eine Strafpredigt? Ich??!! Verständnislos starrte ich Shigeru an, während meine Stimme für einen kurzen Moment das Zeitliche zu gesegnet haben schien. "Aber…" Wo war da der Sinn? Ich rettete diesem Mädchen das Leben und erhielt anschließend ihre Strafpredigt nur weil ich sie nicht zu einhundert Prozent untersucht hatte. Woher sollte sie schon eine Verletzung haben? Ich drehte den Kopf und blickte zu Lady Shigeko, wobei ich erstarrte. Blut. Rann. Über. Ihre. Wange. Diese Frau hatte da tatsächlich einen Kratzer, den ich in der Dunkelheit der düsteren Straße übersehen haben musste. So ein verdammter Mist. Innerlich kochte ich vor Wut, verfluchte diesen Tag, verfluchte diese hirnlosen Idioten zusammen mit Shigeru und Shigeko. Das war doch nicht wahr! Ich wandte mich wieder Shigeru zu und blickte in seine Augen, welche einen Ausdruck hatten, der mir in keinster Weise gefiel. Er war verachtend mit einem Hauch von Enttäuschung. Dennoch drückte er wie der Blick den ich zuvor Lady Shigeko zugeworfen hatte, dass jeder Widerspruch absolut tödlich war. Schnell verbeugte ich mich. "Selbstverständlich Lord Maruyama." brachte ich schließlich hervor. "Mein Verhalten war gänzlich inakzeptabel. Seid versichert, ein solches Handeln wird sich nicht noch einmal ereignen."

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Sa 25 Jan 2014 - 1:29

"Verzeiht mir Lady Shigeko, doch wie ich sehe befindet sich ein Kratzer auf Eurer Wange, was bestätigt das Vizeadmiralin Seiko sich nicht um Eure körperliche Gesundheit bemüht hat. Zudem kann ich durchaus nachvollziehen, dass Ihr so gehandelt und dieses Anwesen verlassen habt, da mir Ichiro berichtet hat, dass man Euch jeden Ausgang verwehrt hat. Auf Euren Wunsch hin würde ich dies in Zukunft gerne ändern, um Euer Wohlbefinden in Narita zu sichern. Zugleich ist es Euer gutes Recht frei handeln und Euch bewegen zu dürfen. Dennoch bitte ich Euch inständig darum, speziell aufgrund der Umstände des heutigen Abends, wenigstens eine Person als Geleit mit Euch zu nehmen, wenn Ihr es wünscht das Anwesen zu verlassen und entschuldige mich dafür, dass Ihr während meiner Abwesenheit unter diesen Bedingungen zu leiden hattet. Und du Seiko, wirst beim nächsten Mal deine Aufgabe den Erwartungen gemäß erfüllen. Ein Verhalten, wie jenes, dass du heute Lady Tsuyika entgegengebracht hast ist gänzlich inakzeptabel und eine Schande für die Truppen unseres Landes. Ich rate dir nicht ein weiteres Mal so unangebracht zu handeln. Zugleich bin ich sehr enttäuscht, da ich speziell von dir ein solches Verhalten nicht erwartet hätte, da du deine Aufgaben stets perfekt erfüllst." Ich hatte Lord Shigerus Worten gelauscht und eigentlich widersprechen wollen, da es wirklich nur ein Kratzer war und ich ja selbst daran schuld gewesen war, dass ich ihn mir zugezogen hatte, aber dann richtete er das Wort an Seiko. Und sie erhielt die Strafpredigt die eigentlich ich hätte bekommen müssen. Es war doch meine Schuld gewesen dass ich in eine solche Situation getappt war und nicht ihre und zudem hatte sie auch noch ihre Zeit geopfert mir aus dieser hinaus zu helfen. Und nun war Lord Shigeru enttäuscht von ihr. Wegen einem Kratzer? Ich verstand die Welt nicht mehr, war aber andererseits sehr froh darüber dass dieser Kratzer die einzige offensichtliche Verletzung war die ich mir zugezogen hatte. Dass ich dank des Griffes des einen Mannes auch noch Schmerzen in beiden Armen hatte, hatte ich zum Glück verschwiegen. "Selbstverständlich Lord Maruyama. Mein Verhalten war gänzlich inakzeptabel. Seid versichert, ein solches Handeln wird sich nicht noch einmal ereignen." Ich wäre jetzt gern ein paar Meter von Seiko davon gerutscht, weil ich befürchtete sie könnte mich jeden Moment anfallen. Denn das war mit Sicherheit von ihr anders geplant gewesen. Sie musste mich jetzt nun wirklich hassen, denn wegen mir war sie auch noch bei Lord Shigeru in Ungnade gerutscht und das als Vizeadmiralin. Ich nahm all meinen Mut zusammen und erhob nun das Wort. "Lord Shigeru, verzeiht dass ich mich einmische, aber es war mein Fehler dass ich in eine solche Situation geraten bin und nur wegen diesem Kratzer hat Seiko-san doch ihre Aufgabe nicht vernachlässigt. Ohne sie wäre ich vermutlich nie so glimpflich und vermutlich nicht einmal mit dem Leben davon gekommen." sagte ich und hoffte darauf dass Lord Shigeru meine Worte berücksichtigen würde. Natürlich bestand jetzt die Gefahr dass Seiko mich genau wegen dieser Worte noch mehr verabscheute da sie es als eine Kränkung ihrer Ehre ansehen könnte, aber ich fand es einfach nicht fair, dass sie zur Rechenschaft gezogen wurde während ich das arme, verlorene Lamm nichts für alles konnte. "Und selbst wenn mir jedweder Ausgang verwehrt wurde, so bin ich doch der Meinung dass es zu meinem Schutz war und ich hätte mich dieser Regel nicht einfach widersetzen dürfen, schon gar nicht um diese Zeit." Ich verbeugte mich erneut vor Lord Shigeru. "Ich werde natürlich auf Euren Wunsch hin das Anwesen nicht mehr ohne eine Person die zu meinem Schutz da ist verlassen." fügte ich noch an um Lord Shigeru wenigstens in diesem Punkt nicht zu widersprechen. Es war keineswegs meine Absicht gewesen ihn nun durch das Gesagte in irgendeiner Weise bloß zu stellen oder ihm nur aus Widerspenstigkeit zu widersprechen, sondern allein der Fairness halber.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Sa 25 Jan 2014 - 1:31

"Selbstverständlich Lord Maruyama. Mein Verhalten war gänzlich inakzeptabel. Seid versichert, ein solches Handeln wird sich nicht noch einmal ereignen." Ich blickte noch immer mit einem strengen Blick zu Seiko. Es war die Wahrheit, sie hatte mich enttäuscht. Sie war eine Vizeadmiralin, sogar kurz davor eventuell zur Admiralin ernannt zu werden, was für eine Frau etwas Undenkbares war, doch ein solches Verhalten war unverantwortlich. Selbst wenn sie eine Abneigung gegenüber Lady Shigeko verspürte, so konnte sich dies unmöglich auf ihre Aufgaben und Leistungen auswirken. Sollte sich dies nicht ändern, so war sie es weder würdig zur Admiralin ernannt zu werden, noch den Titel Vizeadmiralin weiterhin zu tragen. Ich schauderte bei dem Gedanken, Seiko dieser Position entheben zu müssen, da sie mir wie Ichiro sehr viel bedeutete und seit Jahren eine enge Freundin von mir war. Zudem war ich es gewesen, der sie das Kämpfen gelehrt und somit maßgeblich dazu beigetragen hatte, dass sie inzwischen Vizeadmiralin war. Dennoch hatte ich keinerlei Einfluss darauf ausgeübt, damit Seiko diese Position sofort erhielt, das war etwas was sie gar nicht gewollt und mir deutlich zu verstehen gegeben hatte. Sie hatte sich alleine hochgearbeitet, war ganz unten gewesen wo die meisten Personen kleinbeigaben und hatte es bis hierher geschafft. Eine erstaunliche Leistung. Dennoch entschuldigte dies nicht den fatalen Fehler, der ihr am heutigen Tage unterlaufen war, nämlich ihre Dienste wegen einer Laune zu vernachlässigen. Schließlich ertönte Lady Shigekos Stimme. "Lord Shigeru, verzeiht dass ich mich einmische, aber es war mein Fehler dass ich in eine solche Situation geraten bin und nur wegen diesem Kratzer hat Seiko-san doch ihre Aufgabe nicht vernachlässigt. Ohne sie wäre ich vermutlich nie so glimpflich und vermutlich nicht einmal mit dem Leben davon gekommen." "Es ist Euer gutes Recht Euch bezüglich dieses Themas zu äußern, Lady Shigeko." antwortete ich ruhig. "Jedoch ist es eine Tatsache, dass Seiko ihre Aufgabe aufgrund ihrer Charaktereigenschaft außer Acht gelassen hat das Bedeutsame, belanglos dessen ob sie Euer Leben gerettet hat oder nicht. Dieses Handeln ist unverantwortlich, speziell für Personen in einer solch hohen Position." Ich warf Seiko einen strengen Blick zu, welche ihren Kopf daraufhin ein wenig senkte. "Zudem solltest du Seiko, Lady Tsuyika größte Dankbarkeit entgegenbringen, dass sie dich sogar unter solchen Umständen und nach diesem Ereignis noch verteidigt. Ich möchte, dass du Lady Shigeko zukünftig begleitest um sie vor weiterem Unheil zu bewahren und damit versuchst deine Schuld bei ihr zu begleichen, sofern sie dir diese vergeben sollte. Zudem bist du für diese Aufgabe im Verhältnis zu unseren Soldaten am besten geeignet. Dennoch erfordert es selbstverständlich Lady Shigekos Zustimmung, ob sie dich als Leibwächterin annimmt oder nicht. Es ist ihr gutes Recht dies nach deinem Fehlverhalten abzulehnen." Ich verschränkte die Arme und lehnte mich langsam in meinem Sessel zurück. Jetzt war ich aber gespannt wie die beiden anwesenden Damen auf meine vielleicht etwas zu strengen Worte reagieren würden.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Sa 25 Jan 2014 - 1:33

"Es ist Euer gutes Recht Euch bezüglich dieses Themas zu äußern, Lady Shigeko. Jedoch ist es eine Tatsache, dass Seiko ihre Aufgabe aufgrund ihrer Charaktereigenschaft außer Acht gelassen hat das Bedeutsame, belanglos dessen ob sie Euer Leben gerettet hat oder nicht. Dieses Handeln ist unverantwortlich, speziell für Personen in einer solch hohen Position. Zudem solltest du Seiko, Lady Tsuyika größte Dankbarkeit entgegenbringen, dass sie dich sogar unter solchen Umständen und nach diesem Ereignis noch verteidigt. Ich möchte, dass du Lady Shigeko zukünftig begleitest um sie vor weiterem Unheil zu bewahren und damit versuchst deine Schuld bei ihr zu begleichen, sofern sie dir diese vergeben sollte. Zudem bist du für diese Aufgabe im Verhältnis zu unseren Soldaten am besten geeignet. Dennoch erfordert es selbstverständlich Lady Shigekos Zustimmung, ob sie dich als Leibwächterin annimmt oder nicht. Es ist ihr gutes Recht dies nach deinem Fehlverhalten abzulehnen." Ich biss mir auf die Lippe um jeden Widerstand zu unterdrücken und senkte dann den Kopf. Seiko musste sich nun zum zweiten Mal eine Strafpredigt anhören und das nur wegen mir. Wäre ich doch einfach in meinen Räumlichkeiten geblieben, dann wäre ihr das alles erspart geblieben und mir auch. Ich war mir nicht sicher ob Seiko jetzt noch wütender auf mich war als bereits zuvor, weil ich sie in Schutz genommen hatte, aber ihre Miene blieb unentwegt gleich, auch wenn sie versuchte eine neutrale Mimik zu schaffen, so gelang ihr dies doch nicht vollständig und der Zorn schimmerte durch. Vielleicht wäre es besser gewesen wenn ich einfach nichts gesagt hätte, aber für diese Einsicht war es jetzt leider zu spät. Ich lauschte Lord Shigerus weiteren Worten die für mich gar nicht gut klangen. Auch wenn Seiko sich bisher sehr gut im Griff hatte, so war ich mir doch fast sicher, dass sie mir nach diesen Worten sofort an die Kehle gehen würde, denn meine Begleitung darzustellen war wohl das allerletzte was sie wünschte. Und jetzt musste ich auch noch darüber entscheiden was geschehen würde. Dieser Abend verlief wirklich absolut schrecklich. Zum einen konnte ich nicht einfach sagen dass ich sie gern als meine Leibwächterin haben würde, da dies zum einen nicht meinem Wunsch entsprechen und sie mich dafür vermutlich an die Wand nageln würde und zum anderen würde dies die angespannte Situation nicht besser machen. Lehnte ich jedoch ab, dann würde ich somit Seiko-sans Ehre kränken und sie vor Lord Shigeru demütigen, aber andererseits hätte ich dann meine Ruhe vor ihr und sie genauso Ruhe vor mir. Ich saß buchstäblich in einer Zwickmühle fest. Denn egal was ich tat es hatte sowohl seine positiven als auch seine negativen Auswirkungen und beide Möglichkeiten würden Seiko nicht sonderlich gefallen. Ich konnte ihre Wut auf mich also nur noch verstärken. Ich entschied mich dafür einzuwilligen, denn obwohl sie dann dafür sorgen musste das mir nichts passierte, würde sie nicht vor Lord Shigeru gedemütigt werden und wenn ich mich nicht nach draußen begab und sonst keine besonderen Wünsche hegte, so würde es sich hoffentlich einrichten lassen, dass wir uns nicht gegenseitig auf die Nerven gingen. Vorsichtig hob ich den Kopf und betete darum nicht im nächsten Moment von Seiko ermordet zu werden als ich zu Lord Shigeru sprach. "Ich sehe keinen Grund abzulehnen, denn für mich hat sich Seiko-san nicht fehlverhalten." sagte ich, bedacht darauf einen ruhigen Ton beizubehalten.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Sa 25 Jan 2014 - 20:20


"Es ist Euer gutes Recht Euch bezüglich dieses Themas zu äußern, Lady Shigeko. Jedoch ist es eine Tatsache, dass Seiko ihre Aufgabe aufgrund ihrer Charaktereigenschaft außer Acht gelassen hat das Bedeutsame, belanglos dessen ob sie Euer Leben gerettet hat oder nicht. Dieses Handeln ist unverantwortlich, speziell für Personen in einer solch hohen Position." Ich senkte langsam den Kopf, während Shigeru sich mit Shigeko-sama unterhielt. So gesehen hatte er Recht. Ich hatte meine Aufgabe vernachlässigt, aufgrund dessen, dass ich diese Frau einfach nicht ausstehen konnte. Sie war doch mehr ein Kind als eine Erwachsene! War ich die Einzige, die das so sah? Dies hatte sich heute Abend deutlich herausgestellt, als sie völlig ahnungslos und ohne Schutz durch die Stadt gegangen war. "Ihr habt Recht Milord. Dieses Verhalten ist nicht zu entschuldigen." Meine Stimme war leiser als erwartet während ich innerlich mit mir rang. Auf der einen Seite war ich voller Zorn und hätte am liebsten irgendetwas in diesem Raum zerlegt, auf der anderen war ich enttäuscht. Enttäuscht von mir selbst und davon, dass ich ein solch schändliches Verhalten hatte ausüben können. Dieser Tag war einfach das Letzte. Wieso konnte er nicht bald ein Ende finden? Wieso war ich eigentlich nicht durch die Innenstadt gegangen? Dann wäre dies alles nie geschehen und ich würde nun mit einem Stapel Akten und einer Teetasse in meinem Wohnzimmer sitzen und mich durch diese mühsam durcharbeiten. Aber dann wäre Lady Tsuyika auch tot, kam es mir. So sehr ich sie derzeit verabscheute und mich durch die Tatsache, dass sie glaubte mich in Schutz nehmen zu müssen so musste ich sagen, dass mir dieser Gedanke nicht behagte. Zwar fühlte ich mich aufgrund ihres Verhaltens in meiner Ehre gekränkt, doch ich sah den guten Willen hinter diesen Worten, auch wenn ich mich innerlich dagegen wehrte, diesen zu erkennen. "Zudem solltest du Seiko, Lady Tsuyika größte Dankbarkeit entgegenbringen, dass sie dich sogar unter solchen Umständen und nach diesem Ereignis noch verteidigt. Ich möchte, dass du Lady Shigeko zukünftig begleitest um sie vor weiterem Unheil zu bewahren und damit versuchst deine Schuld bei ihr zu begleichen, sofern sie dir diese vergeben sollte." - "Ich sehe keinen Grund abzulehnen, denn für mich hat sich Seiko-san nicht fehlverhalten." Ich riss die Augen auf und hob ruckartig den Kopf. "Was?" fragte ich ungläubig. Nein. Das war nicht sein ernst. Ich vergaß meine vorigen Gedanken und Wut stieg in mir auf. Das würde Shigeru nicht wagen. Mein Körper verkrampfte sich und ich ballte die Hände zu Fäusten. Niemals. Ich würde vieles tun aber nicht das. Ich verachtete diese Frau, teilweise aus Gründen, die ich mir selbst nicht erklären konnte aber nein. Das würde ich nicht machen. Denn dies war etwas was ich weder mir noch Shigeko-sama zumuten wollte. Der Zorn in mir wuchs, als ich in Shigerus Gesicht blickte und sein breites Grinsen sah, woraufhin meine Augen sich rot färbten und ich ein Zähneknirschen unterdrückte. Ich war kurz davor ihn anzufallen. "Das ist nicht dein Ernst." sagte ich nun mit etwas lauterer Stimme. Die vorgeschriebenen Umgangsregeln waren mir nun völlig egal. "Das möchtest du auch nicht und ich werde vieles tun, aber nicht auch noch einen auf Aufpasserin ziehen. Zudem habe ich zahlreiche andere Dinge zu tun, die meine Aufmerksamkeit benötigen." Ich hörte ein kurzes, amüsiertes Lachen, was nur noch mehr Zorn in mir hervorrief. Das mein Körper bebte und langsam von einer Art bläulichen Flamme umhüllt wurde, was normal war wenn ich die Beherrschung verlor, registrierte ich kaum, auch wenn diese nur schwach zu erkennen war. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt Shigeru mit meinem Blick zu erdolchen. Schließlich blickte er mich an, ein Lächeln auf seinen Zügen, welches mich ein wenig beunruhigte. "Möchtest du damit andeuten, dass du dieser Aufgabe nicht gewachsen bist Seiko? Dass du nicht imstande bist unseren verehrten Gast auf ihren Wunsch hin zu begleiten und zu beschützen? Du enttäuschst mich. Erneut. Ich hatte mehr von dir erwartet, aber wie es scheint habe ich dir zu viel zugemutet." Das war doch nicht fair! Das war überhaupt nicht fair!! Ich schnaubte wütend. Wo war hier die Gerechtigkeit? Hallo? Das konnte er mir doch nicht antun! Mein Können einfach so infrage zu stellen. Natürlich war es seine Taktik mich mit diesem Spruch dazu zu bewegen, mich seinen Wünschen zu fügen. Und das war definitiv… der Punkt an dem er mich dazu brachte dies zu tun. Ich grummelte etwas, während ich mich zur Beruhigung zwang und das blaue Leuchten langsam verblasste. Schließlich erhielt ich meine Fassung gänzlich zurück und verbeugte mich, als ob dies gerade eben niemals geschehen wäre. "Selbstverständlich habt Ihr dies nicht, Lord Maruyama. Ich werde mich ohne weiteres Lady Tsuyikas Wünschen fügen und ihre Sicherheit gewährleisten, sofern sie dies möchte."[/i] In meinen Gedanken sprengte ich das Anwesen bereits in die Luft. Jedoch ließ ich die Entschuldigung, die für mein voriges Verhalten erwartet wurde rein provokativ aus. Nein, das würde ich nicht auch noch tun, selbst wenn man mich dafür einkerkern würde. "Na also. Lady Shigeko, bitte verzeiht mir dieses Handeln, aber da Ihr unter meinem Schutz steht und ich Euer Wohlsein nicht noch einmal in Gefahr bringen möchte, möchte ich, dass Ihr Seiko von nun an als Eure Leibwächterin betrachtet. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass wir Euch kein Geleit von mehreren Personen zumuten müssen. Sollte es irgendwelche Schwierigkeiten zwischen Euch und Seiko geben, so bitte ich Euch mich augenblicklich davon zu unterrichten. Solltet Ihr jedoch eindringlich gegen diese Entscheidung sein, so habt Ihr jetzt die Gelegenheit Euch dazu zu äußern." Ich knirschte mit den Zähnen. In meinen Gedanken war von dem Anwesen nur noch ein Häufchen Staub übrig.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Sa 25 Jan 2014 - 20:24

Ich erschrak als Seiko plötzlich wütend wurde. Es musste ihr mehr gegen den Strich gehen meine Leibwächterin zu werden als ich gedacht hatte. Dass sie so eine geradezu gigantische Abneigung gegen mich hegte, hätte ich nicht gedacht. Kam das alles nur weil sie mich heute Abend vor diesen Männern hatte beschützen müssen und ihr Abend damit ruiniert worden war? Ich hatte ihr doch sonst nichts getan, kannte sie nicht einmal und sie mich genauso wenig, wie kam es also dass sie mich derart hasste? Innerlich ballte ich die Hände zu Fäusten und versuchte die Wut über dieses unfaire Verhalten möglichst nicht nach außen dringen zu lassen. Aber ich hätte erwartet dass sie sich mehr zusammenreißen würde und dass sie nicht in einem solchen Ausmaß ihre Wut freilassen würde. Ich beobachtete wie sich ihre Züge verhärteten, wie sich ihre Augen verengten während sie Lord Shigeru anstarrte und augenscheinlich kurz vor dem Explodieren stand. Jegliche Farbe wich aus meinem Gesicht. In diesem Zustand konnte sie einem wirklich Angst machen und noch mehr Angst machte es mir, dass ich sie vielleicht in so einem Zustand allein würde ertragen müssen. Ich versuchte mich zu beruhigen und mir einzureden, dass nicht ich schuld daran war, sondern die gesamten Ereignisse des Abends, dass sie plötzlich so heftig wütend wurde, aber es gelang mir nicht. Das was mir allerdings dann den Rest gab war ein Blick auf sie. Ihre Augen hatten sich rot verfärbt und die Konturen ihres schmalen Körpers leuchteten in einem bläulichen Licht. Sie schien gerade wirklich zu explodieren. Heftig innerlich um die Fassung kämpfend versuchte ich normal und ruhig zu atmen was mir allerdings kein bisschen gelang. War ich denn wirklich so erbärmlich dass es mich bei diesem Anblick regelrecht umhaute? Mir wurde mit jedem Atemzug schwindliger und das Bild vor meinen Augen verschwamm auch immer mehr. Lord Shigerus Worte nahm ich nur noch am Rand meiner Sinne wahr und dann wurde es mir schwarz vor Augen und ich kippte nach hinten.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Sa 25 Jan 2014 - 20:25

Ich hatte aufgrund dessen, dass Seiko beinahe vor mir in die Luft ging nicht wirklich auf Lady Shigeko geachtet, sondern mich prächtig amüsiert. Ihr Verhalten und vor allem ihre erstaunte Reaktion waren einfach überaus komisch. Vor allem die Änderungen ihrer Mimik und letztendlich die Tatsache, dass sie sich immer mehr in die Wut hineinsteigerte brachte mich beinahe dazu mich in dem Sessel endgültig wegzuwerfen. Jedoch beherrschte ich mich. Obwohl ich Seiko durchaus gerne aus reinem Spaß als Leibwächterin von Shigeko eingesetzt hätte, so hätte ich dies Lady Tsuyika nicht zumuten können ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Dennoch beinhaltete diese Aufgabe auch für die nun vor Wut sprichwörtlich kochende Seiko einen tieferen Sinn. Es war ein völlig neuer Bereich für sie. Sie musste stets ihre Umgebung beachten, jede Sekunde dazu bereit sein um zu handeln, jeden ihrer hervorragend trainierten Sinne perfekt anwenden und ausnutzen. Zudem war ich mir sicher, dass sie von Lady Shigeko noch einiges lernen könnte, ebenso wie diese von ihr. Und genau diese Lektion war das Ziel. Schließlich beruhigte sich Seiko wieder, das blaue Leuchten verblasste und ihre Augen nahmen wieder einen dunkleren, normaleren Farbton an. Dies war mir jedoch in der folgenden Sekunde gänzlich egal, als Shigeko in sich zusammensackte und zu Boden fiel. Sofort stand ich neben ihr und hob ihren Körper vorsichtig an. Sie atmete noch und schien lediglich ohnmächtig zu sein. Aber was, wenn sie sich in der Stadt zuvor tiefere Verletzungen zugezogen hatte, welche innerhalb ihres Körpers waren? Ich hob den Kopf und blickte zu Seiko, welche erstarrt dastand und entsetzt auf Shigeko hinab starrte. "Guten Morgen Seiko." sagte ich unruhig. "Wie wäre es, wenn du dich bewegst und dafür sorgst, dass Ichiro hier eintrifft?" War das denn ein so absurder Gedanke? Was hatte die Vizeadmiralin denn heute für ein Problem? Hatte ich während meiner Abwesenheit so vieles verpasst? Seiko blinzelte ein paar Mal und eilte schließlich zur Tür hinaus, um Ichiro zu suchen. Dann blickte ich auf Shigeko hinab um eventuelle Verletzungen ausmachen zu können.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Sa 25 Jan 2014 - 20:35


Ichiro

Nachdem Seiko mich auf das Dringlichste sprechen wollte, wurde ich nun ohne ein Wort der Erklärung mitgeschleift. Meine anfängliche Frage was genau denn los sei, hatte sie gekonnt ignoriert und steuerte nun in Richtung Audienzsaal. Oh das war gar nicht gut. Wenn sie mich um diese Zeit so dringend sprechen wollte und mich dann mitschleifte, so verhieß das wirklich nichts Gutes. Ich machte mir Gedanken ob wohl etwas mit Lord Shigeru nicht in Ordnung war. Zwar waren die Verletzungen nicht lebensgefährlich aber plus die Reisebelastung könnten sie durchaus zu einer Überlastung des Körpers führen. Seiko öffnete die schwere Holztür und ich trat mit ihr zusammen ein, nur um zu sehen, dass es nicht Lord Shigeru war der meine Hilfe benötigte sondern Lady Shigeko. Sie lag auf dem Boden der Halle, allerdings konnte ich keine äußerlichen Verletzungen ausmachen, außer einem Kratzer auf ihrer Wange. Ich ließ mich vor ihr und Lord Shigeru, der neben der scheinbar Bewusstlosen kniete, auf den Boden sinken und betrachtete Lady Shigeko kritisch. Nachdem mir Shigeru und Seiko erklärt hatten was vorgefallen war untersuchte ich die Bewusstlose, neben dem Kratzer im Gesicht hatte sie noch drei weitere die von ihren Haaren bedeckt waren und blaue Flecken an beiden Unterarmen. Die Männer die sie überfallen hatten waren anscheinend sehr rabiat vorgegangen. Erst nach einer weiteren Musterung fiel mir ein Blutfleck auf ihrem Kimono an der Seite auf. Der Stoff war eingerissen und der Kimono vermutlich nicht mehr zu retten. Vorsichtig entfernte ich den Stoff dort wo der Blutfleck gewesen war und eine, zwar nicht extrem tiefe, aber trotzdem schmerzhaft aussehende Wunde zum Vorschein. Ich wandte mich an Shigeru. "Die Verletzungen sind nicht weiter bedrohlich und innere lassen sich nicht schließen. Ich vermute ihr Körper ist wegen einer Überlastung zusammengebrochen. Das Wichtigste ist jetzt dass sie schlafen kann." Ich richtete nun das Wort auch an Seiko. "Und das sie absolute Ruhe erhält und keinerlei Störung ausgesetzt wird." Ich zog die Augenbrauen zusammen. "Verstanden?" Nachdem ich nochmal sowohl Puls als auch Atmung überprüft hatte wandte ich mich wieder an Shigeru. "Wir sollten sie jetzt am besten in ihre Räumlichkeiten bringen. Ich werde noch eine Zeit lang dort bleiben um zu sehen ob ihr Zustand konstant bleibt." sagte ich und sah zu wie Shigeru Lady Shigeko vorsichtig auf die Arme hob und in Richtung der Frauengemächer schritt. Seiko und ich folgten ihm.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Mi 29 Jan 2014 - 23:15


Ich dachte noch eine ganze Weile über Lord Shigerus Verhalten und seine Beweggründe nach, nachdem ich am Abend nach meinem ersten… konnte man es tatsächlich Training nennen, wieder auf meinen Gemächern war und dabei war mich zur Ruhe zu legen. Ich fand es überaus interessant, dass er tatsächlich eine sanfte und teils verletzliche Seite besaß, auf die ich nur sehr kurze Einblicke hatte erhaschen können. Nur zu gern hätte ich mehr über ihn gelernt und versucht ihn somit besser zu verstehen, doch ich war nur ein Gast auf diesem Anwesen, welcher hier gütiger Weise geduldet wurde. In den folgenden Tagen verlief mein Alltag nach einem ähnlichen Prinzip. Am Morgen erhielt ich noch immer Besuch von Ichiro, welcher sich die verheilenden Wunden ansah, um auch tunlichst zu vermeiden, dass sie sich erneut öffnen oder entzünden könnten. Der restliche Morgen und Mittag verliefen relativ langweilig und erst am Nachmittag, gestaltete sich mein Tag wirklich interessant. Die Trainingsstunden waren zwar nicht besonders lang und Seikos Motivation nicht sonderlich hoch, doch sie machten mir trotzdem überaus viel Spaß. In der ersten Zeit beinhalteten sie hauptsächlich Lektionen über die richtigen Stellungen, über Schwachpunkte des Gegners, über den Waffengebrauch aller Art und so weiter und so fort. Selbst die Aufwärmübungen fielen lächerlich einfach aus, sodass ich mir auch ja keinen Fingernagel dabei abbrechen konnte. Die Stunden nach den ersten Lektionen befassten sich mit dem Nah- und Faustkampf und wie ich am besten auswich und gleichzeitig einen Treffer setzte. Seiko wirkte teilweise derart gelangweilt, dass ich die Befürchtung hatte, sie könne direkt vor meinen Augen einschlafen. Natürlich war ich keine Person die sie fordern konnte wie ihre Jahre lang unterrichteten Soldaten, aber ich bemühte mich immerhin. Nach einiger Zeit startete ich tatsächlich noch einmal einen Versuch das Anwesen ohne Beaufsichtigung zu verlassen, was mir zu meiner Verwunderung erneut gelang, da die Wachen, wie sollte es anders sein, schliefen. Vielleicht sollte ich Shigeru darauf hinweisen, dass seine Leute auf diesem Posten nicht allzu zuverlässig waren. Außerhalb des Anwesens angekommen erhielt ich dann beinahe einen Herzinfarkt und rechnete schon damit, dass ich demnächst Seikos rotglühende Augen vor mir haben würde, doch der junge Soldat dem ich über den Weg lief, schien nicht die Absicht zu haben mich an sie zu verpetzen. Er gehörte zu Squad 12, deren Training ich beobachtet hatte und befand sich ungefähr in meinem Alter. Wir unterhielten uns eine Weile und ich erfuhr, dass er meine Idee selbst zu kämpfen tatsächlich gut und sinnvoll fand. Zu meiner Überraschung bot er mir sogar an, mit ihm zu trainieren und obwohl Seiko ihn vermutlich als einen der 'Stümper aus Squad 12' bezeichnet hätte, so hatte Nitori im Gegensatz zu seinen Kameraden anscheinend nicht in den Anatomiestunden geschlafen und konnte mit sogar im Umgang mit einem der Trainingsschwerter aus Holz weiterhelfen. Dieses nächtliche Training zog sich über einige Tage und wäre einmal beinahe aufgefallen, da eines der Dienstmädchen beobachtete wie ich in der Morgendämmerung in mein Zimmer schlich. Allerdings erschien wenig später nur Ichiro, da das Mädchen geglaubt hatte mein Geist würde durch das Anwesen wandeln und ich könne in der Nacht verstorben sein, was mir beinahe einen herzlichen Lachanfall beschert hätte. Auch empfing mich Shigeru an einigen der Abenden wieder im Teehaus um sich mit mir über meine Fortschritte zu unterhalten sowohl als auch die momentane Situation der Domäne Tsuyika zu erläutern, welche offenbar das Ziel von diversen Herrschern darstellte. Es vergingen zwei Wochen seit meiner ersten Trainingsstunde und ich befand mich gemeinsam mit Shigeru und Seiko im Audienzsaal des Anwesens, welche soeben eine Taktik erläuterte, mit der es möglich wäre auf einem einfachen Weg in die Domäne Tsuyika vorzudringen, welcher auch keine oder kaum Soldatenleben kosten würde. Interessiert begutachtete ich die Karte und sah von Zeit zu Zeit zwischen Shigeru und Seiko hin und her.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Mi 11 Jun 2014 - 18:18


Es waren inzwischen zwei Wochen vergangen seitdem Shigeko mit ihrem Training unter Seikos Aufsicht begonnen hatte, während ich mich mit unzähligen Angelegenheiten bezüglich der Domäne Tsuyika herumzuschlagen hatte. Es war wirklich unglaublich, wie sehr sich all die umliegenden Domänen und Fürstentümer bezüglich des verhältnismäßig kleinen Landes stritten und einander angriffen, was gravierende Folgen für Maruyama mit sich führte. Ich seufzte leise und ließ mich in einen der Sessel des Audienzsaals zurückgleiten während Seiko eine Taktik erklärte, welche unter anderem ein paar der Probleme beheben würde, darunter hauptsächlich das der fehlenden Nahrungsmittel in Maruyama durch die Angriffe, sowie einige Vorschläge um die Spannungen in Tsuyika zu mildern. Mein Blick wanderte für einen Moment auf die große Karte, welche vor Seiko auf dem Tisch ausgebreitet lag, anschließend weiter zu einigen Regalen mit Büchern und letztendlich zu Shigeko, wobei ich ein schmales Lächeln nicht vermeiden konnte. Sie hatte mir, sofern ich Abends die Zeit gefunden hatte mich mit ihr im Teehaus zu treffen, was mir abgesehen davon überraschend oft gelungen war, einiges von ihrem Training erzählt. Enthusiastisch berichtete sie von den Lektionen, welche die anscheinend nicht vollständig motivierte Seiko ihr erteilte, was sie erlebt und gelernt hatte, woran sie gefallen fand und was ihr eher missfiel. Gelegentlich musste ich mich wirklich beherrschen bei Shigekos Erzählungen nicht zu Grinsen oder gar zu lachen, es war einfach unglaublich niedlich wie viel Spaß sie am Kämpfen fand auch wenn die Tatsache, dass ausgerechnet Seiko zu ihrer Lehrerin ernannt worden war, ihr offensichtlich ein wenig missfiel, obwohl sie dies geschickt zu verbergen versuchte. Auf der anderen Seite ließ ich mir zugleich von Seiko Bericht über Shigekos Fortschritte erstatten, welche zwar überall Gründe fand sich über Kleinigkeiten zu beschweren, aber sich am Ende tatsächlich ein Lob abrang und zugab, Shigeko würde langsam Fortschritte machen. Nun, allzu verwunderlich fand ich dies nicht, da mir nach einiger Zeit aufgefallen war, das mein reizender Gast die Angewohnheit hatte sich nachts aus dem Anwesen zu schleichen und ein wenig in der Gegend umzusehen oder was auch immer zu tun. Ein wenig besorgt, da ich wusste das selbst Seiko sich um diese Uhrzeit nicht mehr in der Stadt aufhielt, folgte ich Shigeko schließlich eines Nachts unauffällig, nur um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Allerdings stellte ich teils beruhigt, teils verwirrt fest, dass sie sich heimlich mit einem Soldaten aus einer Einheit traf, wobei sich mir die Frage stellte in was für einer Beziehung die beiden zueinander standen. Hatte Shigeko sich in ihn verliebt? Denkbar wäre es, sie hatte bestimmt bei ihrem inzwischen häufigen Training den ein oder anderen Soldaten getroffen, wieso sollte sie sich nicht also auch in ihn verlieben? Allerdings schienen die beiden nur zu trainieren und unter dem Vorsatz Shigeko nicht auszuspionieren, sowie in der Gewissheit, dass sie sich in Sicherheit befand, zog ich mich wieder in das Anwesen zurück. Es war ihr Leben und eine private Angelegenheit, daher war es also nicht mein Recht mich darin einzumischen. Schließlich schnipste plötzlich jemand vor meinem Gesicht und eine offensichtlich nicht allzu gut gelaunte Seiko stand vor mir, die Hände in die Hüften gestemmt und mich aus meinen Gedanken reissend. Oje, das würde Ärger geben. Wer war hier nochmal der Domänenführer und wer die Vizeadmiralin? Wieso konnte mir Seiko auch keine fünf Minuten Ruhe nach einen anstrengenden und langen Tag gönnen? Ich seufzte und blickte Seiko entschuldigend an. “Verzeih mir, was sagtest du gerade?“, fragte ich ruhig.

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BeitragThema: Re: Der Audienzsaal   Mi 11 Jun 2014 - 18:55


Es war wirklich unfassbar was man mir momentan alles zumutete. Nicht nur, dass ich meine Grundaufgaben als Vizeadmiralin zu erledigen hatte, welche wirklich nicht gerade wenig waren nein, jetzt durfte ich mich auch noch um die ganzen Aufstände und Angriffe bezüglich der Domäne Tsuyika kümmern und noch deren Erbin täglich trainieren, welche sich unter Shigerus Dach verkrochen hatte und sich offenbar in ihrer rebellischen Phase befand, wo sie jetzt auch noch das Kämpfen lernen wollte. Das war doch alles nicht wahr. Ich sollte kündigen und auswandern oder so, das Ganze war ja die reinste Zumutung. Die größte Frechheit, welche Shigeru sich anschließend erlaubte, war mir unter dem Vorwand ich sei seine beste Strategin auch noch aufzutragen ich solle mir etwas einfallen lassen um die Lage und Probleme, welche durch den Sturz Tsuyikas verursacht wurden zu beheben, weswegen ich jetzt auch noch abends in meinem Apartment saß und stundenlang grübeln durfte. Danke für gar nichts hieß es da wohl mal wieder. Schließlich befand ich mich gute zwei Wochen später, in denen ich mehr Überstunden gemacht hatte als in den letzten vier Monaten, zusammen mit Shigeko, die ohnehin nicht viel von dem was ich sagte verstand und Shigeru, welcher offensichtlich todmüde war, was mich herzlich wenig interessierte, im Audienzsaal des Anwesens. Das einzig Gute an dem Saal war der dunkle Mahagonitisch, welcher endlich mal groß genug war um eine Karte darauf auszubreiten ohne alles zu zerlegen, anders als in meiner Wohnung. Die hatte in der letzten Zeit wirklich sehr gelitten. Schließlich erläuterte ich meine Vorschläge und erhielt am Anfang tatsächlich noch ein wenig von Shigerus Aufmerksamkeit, welche aber für jedermann offensichtlich mit der Zeit immer und immer mehr abnahm, bis ich schließlich befürchtete er würde in dem von mir nicht weit entfernten Sessel noch einschlafen. Wenn ich schon so viel arbeitete, was tat er dann eigentlich den ganzen Tag? Als es mir schließlich so vorkam, dass man mir keinerlei Aufmerksamkeit mehr schenkte und ich genauso gut mit der Wand sprechen könnte, hörte ich schlicht und ergreifend auf zu reden, gespannt ob das überhaupt jemand bemerken würde. Shigeru offensichtlich nicht. Er blickte lediglich Shigeko an, bis mir beinahe der Kragen platzte und ich mich wütend vor ihn stellte und vor seinem Gesicht mit den Fingern schnipste, in der Hoffnung er würde dadurch innerhalb der nächsten Minuten wieder zu uns in den Audienzsaal zurückkehren. Tatsächlich ging mein Plan auf. “Verzeih mir, was sagtest du gerade?“ Ich zwang meinen ganzen Körper dazu jetzt nicht gewalttätig zu werden, wobei ich mich darauf fokussierte nicht mit dem Auge zu zucken. “Ach gar nichts.“, meinte ich unschuldig, wandte mich von Shigeru ab und lehnte mich gegen den Tisch. “Nur das wir alle sterben werden, dein Volk verhungern wird, Tsuyika bald, nachdem es in tausend Stücke zerteilt wurde in Schutt und Asche liegen wird und du das alles verschläfst.“ Gleichgültig zuckte ich die Schultern, drehte mich um und wandte mich wieder der Karte zu. “Aber das ist ja alles nicht so wichtig. Wir könnten natürlich auch Chitoyo um Unterstützung bitten oder Truppen von Süden her nach Tsuyika schicken, um wenigstens einen Teil der Bevölkerung zu retten, aber wenn du mich fragst wird das vollkommen überbewertet.“ So nach dem Motto, wenn sie kein Brot haben, sollen sie eben Kuchen essen, genau. Sehr vielversprechend, in der Gosse kam man damit sehr weit, ganze 0,3 Zentimeter. Seufzend rieb ich mir die Schläfen und hörte hinter mir Schritte, welche sich der Tür des Audienzsaals näherten, der ich momentan den Rücken zugedreht hatte. Das war bestimmt nur Ichiro, welcher wie jeden Abend nach Lady Shigekos Gesundheit sehen wollte, was meiner Meinung nach schon nahezu paranoid behandelt wurde. Ich hörte noch wie die Tür hinter mir geöffnet wurde, doch da ich mir mit meiner Vermutung zu über neunzig Prozent sicher war, machte ich mir nicht einmal die Mühe mich umzudrehen und widmete meine Aufmerksamkeit wieder der vor mir liegenden Karte.

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Der Audienzsaal

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