Inuyasha Legends


 
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 Das Apartment von Seiko

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Seiko
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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 1:39

"Das war jawohl etwas ganz anderes. Das von damals kam ja dem gleich, dass ich dich überzeugen wollte dass die Erde eine Scheibe ist und wenn du zu weit läufst fällst du runter." "Ja ja natürlich, völlig anders." meinte ich desinteressiert und betrachtete einen Moment lang meine Fingernägel. Ich sollte sie wirklich mehr pflegen, sie waren teilweise völlig ungleich geformt und der eine drohte schon beinahe einzureißen. Meine Augen weiteten sich für eine Sekunde, oh nein bitte nicht, das würde ja dann völlig ungleich aussehen. Ich verkniff mir den Kommentar, dass eine flache Erde den Vorteil mit sich brachte, meine Schwester bei ihren Ich - töte - Seikos - Nerven - heute - weil - ich - nichts - besseres - zu - tun - habe - Phasen direkt von dieser schubsen zu können, anstatt mir die Mühe zu machen extra eine Klippe oder etwas ähnliches suchen zu müssen. Schließlich hörte ich eine Art Zischen und blickte in weniger als einer Sekunde zu meiner Schwester. Ich kannte dieses Geräusch zu gut, ich hatte es einfach schon so oft gehört. Es war eine unterbewusste Reaktion, dass ich mich automatisch nach dessen Herkunft erkundigte, selbst wenn Shina noch wie ein Wikinger in der Slow-Motion losgeschrien hätte, dass sie nun ihr Shuriken ziehe, solange die Holzkeule noch im Keller liege. "Willst du das im Gesicht haben?" Ich hob nur unbeeindruckt die Augenbrauen und blickte anschließend auf Shinjis Pullover hinab, an dessen Ärmel ich zu zupfen begann und ein paar Flusen entfernte. "Glaubst du ernsthaft, dass dir das gelingen würde? Ich bin deine Schwester und kenne deine Kampftechniken größtenteils, die sich zusätzlich nicht allzu sehr verändern können, da du dich hauptsächlich auf deine Wurfmesser beschränkst. Und außerdem bin ich dazu ausgebildet worden, solche Angriffe zu umgehen, oder meinst du ich habe meinen Titel zur Vizeadmiralin aus Langeweile bekommen?" So nach dem Motto bei Otto, Neckermann oder Quelle bestellt oder was? Ich grinste meine Schwester an. Die Messer hätte sie ohnehin nie geworfen, doch ihre wütende Reaktion amüsierte mich sehr. In manchen Bereichen war sie die Ruhe selbst oder schwafelte einen zu Tode, beziehungsweise sie übte einen Anschlag nach dem anderen auf meine Nerven aus, aber hier war ihre Beherrschung anscheinend nicht wie gewöhnlich vertreten. Ich kicherte und trank einen kleinen Schluck Tee. "Hey ich war so gnädig und habe dich erst schlafen lassen, bevor ich dich mit Fragen überschüttet habe, aber jetzt ist meine Gnade auch an ihrem Ende und ich hätte ganz gern die Antworten auf meine Fragen." Ich legte den Kopf schief und setzte eine gespielt nachdenkliche Miene auf. "Oh ja welche Güte." Ich verbeugte mich in dem Sessel vor meiner Schwester. "Ich frage mich wirklich, ob du dir bei deiner Reise nach Narita nicht doch irgendeine Krankheit eingefangen hast, bei all dieser Gnade. Immerhin hast du mir das letzte Mal als du Antworten haben wolltest solange Kaffee eingeflößt, dass mein gesamter Körper einen Koffeinflash erlitten und gezittert hat. Das hat ewig gedauert, bis ich wieder halbwegs normal war und einen Tag ohne drei Kannen Kaffee überstehen konnte."

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 2:19

"Ja ja natürlich, völlig anders." Ich kniff die Augen leicht zusammen als ich den desinteressierten Ton meiner Schwester vernahm. Das war ja mal wieder typisch erst machte sie mich dumm an und dann hörte sie mir wieder keine Sekunde zu und machte einen auf Madame - mir - sind - meine - Fingernägel - so - wichtig - dass - ich - für - sie - sterben - würde. Vermutlich würde sie sich auch noch auf das Schlachtfeld stellen, mit der einen Hand lässig ihre Gegner ab metzeln und bei der anderen ihre Fingernägel betrachten. Demnächst sollte ich sie im Schlaf überfallen und ihre Fingernägel in Regenbogenfarben lackieren und zwar jeden in einer anderen Farbe. Ich grinste hämisch bei der Vorstellung. Oder ich würde ihr einfach einen Amboss auf die Finger werfen, dann wären allesamt wunderschön blau und sie müsste sich keine Sorgen mehr darum machen dass sie nicht gleich aussahen. Madame - ich - würde - meine - Fingernägel - gerne - heiraten sah dann jedoch trotzdem auf als ich meine Wurfmesser zog, obwohl sie dann doch nur unbeeindruckt die Augenbrauen hob. "Glaubst du ernsthaft, dass dir das gelingen würde? Ich bin deine Schwester und kenne deine Kampftechniken größtenteils, die sich zusätzlich nicht allzu sehr verändern können, wo du dich hauptsächlich auf deine Wurfmesser beschränkst. Und außerdem bin ich dazu ausgebildet worden, solche Angriffe zu umgehen, oder meinst du ich habe meinen Titel zur Vizeadmiralin aus Langeweile bekommen?" Ich äffte sie bei den letzten Worten nach. "Und meinst du ich war zum Spaß Attentäterin, ich habe zahlreiche Vizeadmiräle getötet und Admiräle die noch weitaus mehr Lebenserfahrung hatten als du." sagte ich, aller Sarkasmus aus meiner Stimme verflogen. Ich würde meiner Schwester nie so etwas antun, aber ich könnte es wenn ich wollen würde. Seiko mochte eine gute Kämpferin sein und wirklich hervorragend ausgebildet, aber ich kannte Dinge um genau solche Menschen umzubringen. Natürlich zählte ich da zu den wenigen Personen die es wirklich ernsthaft mit Seiko aufnehmen konnten, denn die meisten anderen unterlagen ihr einfach vollkommen hoffnungslos. Ich verzog noch immer keine Miene als ich meine Wurfmesser schließlich wieder in den Gurt um meinen Oberschenkel zurücksteckte. "Oh ja welche Güte. Ich frage mir wirklich, ob du dir bei deiner Reise nach Narita nicht doch irgendeine Krankheit eingefangen hast, bei all dieser Gnade. Immerhin hast du mir das letzte Mal als du Antworten haben wolltest solange Kaffee eingeflößt, dass mein gesamter Körper einen Koffeinflash erlitten und gezittert hat. Das hat ewig gedauert, bis ich wieder halbwegs normal war und einen Tag ohne drei Kannen Kaffee überstehen konnte." Ich verdrehte die Augen, immer wieder musste sie mich daran erinnern. "Damals ging es auch um etwas weitaus Wichtigeres." sagte ich ein wenig genervt. "Und stell mich nicht immer hin wie den Teufel selbst, denn wenn ich dich daran erinnern darf hast du mich im Krankenbett damals fast erwürgt weil ich dir nichts genaues über den Attentäter sagen konnte der den Anschlag auf Katsumi und mich begangen hat. Ich hab dank des Schreckens mindestens eine Woche länger zur Erholung gebraucht."

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 2:23

Ich ignorierte Shinas ersteren Blick und trank einen Schluck Tee. Vermutlich war dieses Thema nun abgehakt, zumindest vorerst. Jedoch ging es mir ziemlich gegen den Strich, als sie meinte mich anschließend nachäffen zu müssen und ich zog die Augenbrauen zusammen. "Und meinst du ich war zum Spaß Attentäterin, ich habe zahlreiche Vizeadmiräle getötet und Admiräle die noch weitaus mehr Lebenserfahrung hatten als du." "Auch Admiräle, die jahrelang in der Gosse gelebt und alles verloren haben, bis sie sich hochgearbeitet hatten? Tzz." Ich stellte die Tasse auf den Unterteller und schlug meine Beine übereinander. "Admiräle die eine Valküre waren? Die man stets niedergetreten hat, bis sie sich nach Jahren mühsam hochgearbeitet hatten?" Meine Laune sank in den Keller. Ich stellte es nicht infrage, dass meine Schwester eine der wenigen Personen war, die mir Einhalt gebieten konnte, doch dieses Verhalten gefiel mir gar nicht. Es lag nicht nur daran, dass ich sie niemals würde verletzen können, wenn sie mir in einem Kämpf gegenüber stände, doch was ihr kämpferisches Talent betraf, sollte man sie definitiv nicht unterschätzen. Meine Augen verengten sich und ich funkelte Shina wütend an. Bezüglich dieses Themas verstand ich keinerlei Spaß. "Ich bin vieles, aber definitiv nicht so wie eines deiner zahlreichen Opfer. Völlig egal ob du die Ältere von uns bist, das würdest du nicht schaffen, Attentäterin hin oder her. Dafür habe ich damals einfach zu viel erlebt, du hast ja keinen Schimmer." Ich krallte mich wütend in die Sessellehne und versuchte tief durchzuatmen. Einen Moment schloss ich die Augen. Es war eine Schande, dass ich mal wieder die Beherrschung verloren hatte, doch diese wurde zur Zeit wirklich massiv beansprucht und ich musste mich sehr zusammenreißen Shina nicht noch weitere Dinge an den Kopf zu werfen, wo ich doch jetzt schon das Gesagte bitterst bereute. "Entschuldige." sagte ich schließlich leise und bemerkte erst jetzt, dass das blaue Leuchten langsam verblasste. "Und stell mich nicht immer hin wie den Teufel selbst, denn wenn ich dich daran erinnern darf hast du mich im Krankenbett damals fast erwürgt, weil ich dir nichts Genaues über den Attentäter sagen konnte, der den Anschlag auf Katsumi und mich begangen hat. Ich hab dank des Schreckens mindestens eine Woche länger zur Erholung gebraucht." Die Worte trafen mich nun, nachdem was ich eben gesagt hatte, wie ein weiterer Schlag und ich biss mir auf die Lippe. "Ja aber dass ich neben Hiroshi die Einzige war, die ständig nach dir gesehen, deinen Zustand überprüft, den Arzt herbeigeschleift und sämtliche anderen Dingen bezüglich deiner Gesundheit erledigt hat, wurde von niemandem erwähnt oder?" Ich schüttelte seufzend den Kopf. Diese Zeit war einfach furchtbar gewesen. Ich hatte meine Tätigkeit in Maruyama eingestellt und war eine Zeit lang nach Chitoyo gereist, zumindest solange, bis ich mich davon überzeugt hatte, dass es Shina gut ging und sie sich erholen würde. Täglich hatten ich und auch Hiroshi um ihr Überleben gebangt, wo zum ersten Mal das Thema bezüglich einer Beziehung der Beiden indirekt auf den Tisch gekommen war. Ich hatte diesen Attentäter damals nur in die Finger bekommen wollen, um ihm alles was er Shina angetan hatte heimzahlen zu können und seinen Führer ausfindig zu machen, damit weitere Angriffe dieser Art verhindert werden konnten. An dem Morgen war ich wie vor wenigen Stunden unheimlich erschöpft gewesen und einfach mal wieder die Beherrschung verloren. Ich war wirklich eine erbärmliche Person, wenn ich nicht einmal meine Wut im Griff hatte. Ein trauriger Ausdruck trat auf meine Züge, so sehr ich mich auch gegen diesen auflehnte. Um ihn zu verbergen stand ich auf und nahm meine Teetasse. "Ich bringe die eben in die Küche, der Tee schmeckt mir nicht." sagte ich und trat aus dem Raum.

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 2:27

"Auch Admiräle, die Jahrelang in der Gosse gelebt und alles verloren haben, bis sie sich hochgearbeitet hatten? Tzz. Admiräle die eine Valküre waren? Die man stets niedergetreten hat, bis sie sich nach Jahren mühsam hochgearbeitet hatten?" Ich verschränkte die Arme und sah zu Seiko. "Genau aus diesem Grund habe ich nicht gesagt ich hätte jemals eine wie dich getötet. Weil ich nie jemandem wie dir begegnet bin." Ich schloss für einen Moment die Augen. Ich hatte viele Menschen getötet, viele Generäle und Admiräle, aber ich hatte nie jemanden getötet der so war wie meine Schwester. Natürlich trugen sie die gleichen Titel, doch niemand würde je an Seiko herankommen. Es war oft nicht einfach gewesen diese Menschen zu töten, viele hatten mich trotzdem bemerkt und es war nicht selten zum Kampf gekommen. Ich strich über die bereits verblasste lange Narbe an meinem Unterarm. Ein Überbleibsel aus einem solchen Kampf. Es war ein Admiral gewesen dem ich in seiner Wohnung aufgelauert hatte. Er bemerkte mich und attackierte mich mit seinem Dolch, dabei schlitzte er mir fast die Pulsader auf und wenn ich nicht so verdammtes Glück gehabt hätte, dann wäre ich heute tot. "Ich bin vieles, aber definitiv nicht so wie eines deiner zahlreichen Opfer. Völlig egal ob du die Ältere von uns bist, das würdest du nicht schaffen, Attentäterin hin oder her. Dafür habe ich damals einfach zu viel erlebt, du hast ja keinen Schimmer." Ihre Worte machten mich in diesem Moment wirklich wütend. Natürlich wollte ich sie nicht mit einem meiner Opfer vergleichen und ihr so etwas nachsagen, aber dass sie mir nun an den Kopf war dass ich keine Ahnung hatte von dem was sie erlebt hatte war zu viel. "Ich habe keinen Schimmer?" fragte ich ruhig. "Du warst damals zu klein um dich daran zu erinnern, aber ich erinnere mich genau wie unsere Eltern starben, nicht zuletzt weil ich schuld daran war. Ich war schuld daran dass du damals verletzt wurdest, als ich dich für eine Zeit aus den Augen verlor. Ich habe so viele Menschen getötet, so viele andere widerwertige Dinge getan, nur damit wir beide überleben konnten und ich soll keine Ahnung haben?" Ich schloss noch einmal die Augen, verdrängte all die Bilder aus meiner Vergangenheit. "Entschuldige." Ich hörte Seikos leise Stimme und sofort taten auch mir meine Worte leid. "Nein, mir tut es leid." sagte ich und lauschte dann ihren weiteren Worten. "Ja aber dass ich neben Hiroshi die Einzige war, die ständig nach dir gesehen, deinen Zustand überprüft, den Arzt herbei geschleift und sämtliche anderen Dingen bezüglich deiner Gesundheit erledigt hat, wurde von niemandem erwähnt oder?" "Ich war sehr wohl auch bei Bewusstsein." sagte ich und erneut tauchten die Bilder vor meinem inneren Auge auf. Ich hatte dagelegen mit zahlreichen Knochenbrüchen und hohem Blutverlust und doch hatte ich mitbekommen dass in den ersten Tagen nach dem Attentat Hiroshi fast Tag und Nacht an meiner Seite gewesen war. Wenige Tage später war Seiko angekommen und hatte Hiroshi von Zeit zu Zeit abgelöst und war an meiner Seite geblieben. "Ich bringe die eben in die Küche, der Tee schmeckt mir nicht." Ich sah Seiko nach wie sie in der Küche verschwand. Na das hatte ich ja mal wieder super hinbekommen. Ich krallte mich in die Decke und riss plötzlich die Augen auf. Schnell zog ich die Decke weg und entdeckte einen langen Schnitt in meinem Bein, anscheinend hatte ich das Wurfmesser nicht richtig in der Halterung gehabt. Leise fluchend riss ich ein Stück Stoff meines Kleides ab und band es um die Verletzung.

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 2:31

"Ich habe keinen Schimmer? Du warst damals zu klein um dich daran zu erinnern, aber ich erinnere mich genau wie unsere Eltern starben, nicht zuletzt weil ich schuld daran war. Ich war schuld daran dass du damals verletzt wurdest, als ich dich für eine Zeit aus den Augen verlor. Ich habe so viele Menschen getötet, so viele andere widerwertige Dinge getan, nur damit wir beide überleben konnten und ich soll keine Ahnung haben?" Ich verschränkte die Finger ineinander. "Du glaubst ernsthaft ich erinnere mich nicht mehr daran? Nur weil ich ein kleines Kind war?" Ich sah meine Schwester eindringlich an und versuchte eine möglichst neutrale Tonlage beim Sprechen zu halten. Ich senkte meinen Blick ein wenig. Das hatte ich Shina niemals erzählt und alles in mir wehrte sich auch es nun zu tun, da ich wusste wie sehr sie darunter litt, da sie davon überzeugt war an dem Tod unserer Eltern schuld zu sein. Oft hatte ich versucht ihr dies auszureden, jedoch nur mit geringem Erfolg. "Ich habe es gehört." sagte ich leise. "Als du weg warst und unsere Eltern auch nicht mehr aus dem Wald kamen, als sie dich suchen wollten, wollte ich ihnen helfen und bin in die Richtung gelaufen. Hast du dich nicht gewundert, wieso ich nicht mehr auf der Wiese saß?" Einen Moment lang biss ich mir auf die Lippe und hätte diese Worte wieder zurückgenommen, doch dies war nun ohnehin zu spät. Ich starrte auf meine Hände aus denen sämtliches Blut gewichen war, da ich sie so fest aneinanderdrückte. "Ich habe alles gehört, die Stimmen der Männer, wie du geweint hast und auch die Schreie von Mutter und Vater." Schließlich fing ich mich wieder, straffte die Schultern und hob den Kopf. Ich sah Shina ernst an, bevor ich erneut das Wort erhob. "Dennoch, auch wenn du es mir niemals glauben wirst so sage ich, dass du keinerlei Schuld an ihrem Tod trägst. Und wenn, dann nicht weniger als ich selbst. Schließlich war ich diejenige, die erst darauf kam in den Garten zu wollen. Und was diese Verletzung betrifft…" Ich strich mir über den Arm, an einer Stelle wo sich bis heute eine Narbe befand. Damals als ich weggelaufen war und Shina mich ewig gesucht hatte, hatte mir ein Mann einen Dolch in den Arm gerammt, da ich gesehen hatte, wie er eine Frau ermordet hatte. Vermutlich war es seine Absicht gewesen mich zu töten, doch als er Schritte hörte war er geflüchtet und hatte seinen Schlag vernachlässigt. Dies war der erste Mord gewesen, den ich je gesehen hatte. Auch dies hatte ich Shina nicht erzählt. "Ich war es ja, die weggelaufen ist und sich die Stadt ansah, obwohl du mich noch ausdrücklich gebeten hast zu warten." Schließlich erhob ich mich und ging in die Küche, aus dieser ich wenige Zeit später wieder zurückkehrte. Ich schob gerade die Schiebetür auf und blickte zu Shina, welche gerade mit einem Stück Stoff irgendetwas an ihrem Bein zu befestigen schien. War das nicht der Stoff ihres Kleides? "Was ist das?" fragte ich und blickte meine Schwester streng an. Wehe sie würde versuchen meiner Frage auszuweichen.

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 2:35

"Du glaubst ernsthaft ich erinnere mich nicht mehr daran? Nur weil ich ein kleines Kind war?" Ich schluckte bei den Worten meiner Schwester. Ja das hatte ich geglaubt. Sie war damals gerade einmal drei Jahre alt gewesen, ein Alter wo Kinder noch glücklich mit der Welt waren und noch nichts von ihrer Brutalität und Verschlagenheit ahnten. "Ich habe es gehört. Als du weg warst und unsere Eltern auch nicht mehr aus dem Wald kamen, als sie dich suchen wollten, wollte ich ihnen helfen und bin in die Richtung gelaufen. Hast du dich nicht gewundert, wieso ich nicht mehr auf der Wiese saß?" Ich schnappte einmal nach Luft. Das hatte ich nicht gewusst. Ich war damals in den Wald gelaufen, ich weiß nicht mehr genau warum, und fand mich kurz darauf in den Armen der Söldner wieder. Ich rief um Hilfe und meine Eltern kamen dazu. Zuerst sah es so aus als würden sie gewinnen, doch dann… ich schluckte. Einem der Männer gelang es meine Mutter zu töten woraufhin mein Vater seine Waffen senkte und ebenfalls getötet wurde. Es war alles meine Schuld, meine Eltern waren nur wegen mir gestorben. Natürlich hatte ich mich im Nachhinein gewundert warum Seiko nicht mehr auf der Wiese gesessen und Blümchen gerupft hatte, aber in dem Moment hatte ich einfach nur noch vollkommene Panik verspürt und war davon gelaufen, mit Seiko an meiner Hand. Wir hatten uns im nächsten Dorf versteckt und waren später zurückgekommen. "Ich habe alles gehört, die Stimmen der Männer, wie du geweint hast und auch die Schreie von Mutter und Vater." Es war als hätte mir jemand einen Eiszapfen ins Herz gerammt. Ich hatte so darauf gehofft dass Seiko nichts von alledem mitbekommen hatte. Dass sie es einfach hingenommen hatte, dass unsere Eltern gestorben waren, aber dem war nicht so. "Dennoch, auch wenn du es mir niemals glauben wirst so sage ich, dass du keinerlei Schuld an ihrem Tod trägst. Und wenn, dann nicht weniger als ich selbst. Schließlich war ich diejenige, die erst darauf kam in den Garten zu wollen. Und was diese Verletzung betrifft…" Nein, ich würde es ihr nicht glauben, so oft hatte sie mir gesagt dass ich nicht Schuld daran war, aber es war doch alles nur geschehen weil ich in den Wald gelaufen war, weil ich die Söldner angelockt hatte. Ich sah wie Seiko über ihren Arm strich. Die Stelle wo eine Narbe ihre Haut zierte. Wieso hatte ich nicht besser auf sie aufgepasst, dann hätte sie diese Narbe niemals erhalten. "Ich war es ja, die weggelaufen ist und sich die Stadt ansah, obwohl du mich noch ausdrücklich gebeten hast zu warten." Ich schüttelte bei ihren Worten den Kopf. "Ich hätte gar nicht erst weggehen dürfen." sagte ich und senkte den Kopf. "Dann wäre das nicht passiert." Ich zupfte schließlich noch immer am notdürftig zusammengeflickten Verband um mein Bein herum. Als ich Seiko auch schon hörte. Verdammt ich war zu langsam gewesen, dabei hatte ich gehofft die Verletzung vor ihr durch die Decke zu verbergen den Rest hätte ansonsten das Kleid übernommen. "Was ist das?" Ich wich dem strengen Blick meiner Schwester aus. "Nichts." sagte ich und schmiss schließlich die Decke darüber.

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 2:38

"Ich hätte gar nicht erst weggehen dürfen. Dann wäre das nicht passiert." Ich sog scharf Luft ein und musste mich wahrhaft beherrschen um nicht ein bissiges Wort auszuspucken. "Das ist vollkommener Blödsinn und das weißt du auch! Es war verdammt noch mal nicht deine Schuld." Wie kam Shina dazu sich immer auf solche Dinge zu fixieren, egal wie oft ich ihr die Wahrheit sagte? War ich eine nichtssagende Wand, die man lediglich anschauen und zu texten konnte? Wieso vertraute sie einfach nicht in meine Worte? Diese Gewissheit fühlte sich einfach furchtbar an und ich blickte blinzelnd ein paar Mal auf den Boden, auf dem noch immer zahlreiche Papiere und Akten verstreut lagen. "Ich bin diejenige, die damals nicht gehört hat und weggelaufen ist. Es war meine Dummheit, dass ich mir diese Verletzung zugezogen habe." Meine Hand ballte sich zu einer Faust. "Es wäre dasselbe, als wenn du jetzt behaupten würdest auf ewig in Narita zu bleiben um auf mich aufzupassen. Shina, das ist einfach lächerlich! Hör endlich auf dir die Schuld für Vergangenes zu geben, für das du nicht das Geringste konntest." Schließlich kehrte ich in das Wohnzimmer zurück und sah wie sie die Decke über ihre Beine warf. "Nichts." Ich zog die Augenbraue hoch. Ach tatsächlich? Mein Geduldsfaden war nach den unschönen Themen, die Shina und ich in den letzten Minuten besprochen hatten nicht mehr der Längste und um ehrlich zu sein war mein Verhalten in keinster Weise angebracht. "Macht es Spaß mich am Mittag meines freien Tages anzulügen oder warum tust du das?" fragte ich und verengte die Augen. Ich schritt hinüber zu dem Sessel, auf dem Shina saß und trat dabei völlig achtlos die Akten und anderen Schriebe zur Seite, welche mir im Weg lagen. Schließlich blieb ich stehen und riss die Decke schwungvoll von Shinas Schoß. An ihrem Bein befand sich, wie ich es zuvor von der Tür aus vage gesehen hatte, ein Stück Stoff ihres Kleides, welches wohl das schlechteste Beispiel eines Verbands darstellte. Er war rötlich gefärbt, vermutlich durch das Blut, welches ausgetreten sein musste. Ich legte den Kopf schräg. Wie hatte Shina…? Aha, das Wurfmesser. Ich seufzte laut und schüttelte den Kopf. "Ein hübsches Nichts." meinte ich und funkelte Shina einen Moment an. "Bleib sitzen, ich habe im Badezimmer noch einen Verband." Ich wandte mich erneut um und huschte eilig in das Badezimmer wo ich begann die Regale zu durchwühlen.

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 2:43

"Das ist vollkommener Blödsinn und das weißt du auch! Es war verdammt noch mal nicht deine Schuld." Ich seufzte. Diese Reaktion hatte ich erwartet. Ich schwieg auf diese Worte. Was sollte ich auch sagen, würde ich es abstreiten so würde Seiko nur noch wütender werden. So schwieg ich doch lieber und ließ sie im Glauben dass ich mich damit abfand nicht schuld zu sein. Ich wusste ja dass sie es gut meinte, aber ich wusste auch dass ich schuld war und das konnte niemand leugnen. "Ich bin diejenige, die damals nicht gehört hat und weggelaufen ist. Es war meine Dummheit, dass ich mir diese Verletzung zugezogen habe. Es wäre dasselbe, wie wenn du jetzt behaupten würdest auf ewig in Narita zu bleiben um auf mich aufzupassen. Shina, das ist einfach lächerlich! Hör endlich auf dir die Schuld für Vergangenes zu geben, für das du nicht das Geringste konntest." Ich schluckte, genau die gleichen Worte hatte ich zu Hiroshi gesagt, weil es mich so sehr geschmerzt hatte, dass er sich die Schuld für Katsumis Tod und meinen Unfall gab. Ich hatte nicht gewollt, dass er sich von der Schuld zerfressen ließ, ich wollte dass er glücklich war und was tat ich? Ich leugnete alles was meine Schwester sagte, verkrampfte mich darauf dass ich Schuld am Tod unserer Eltern und ihrer Verletzung war. Ich hörte ihr nicht zu und plötzlich stieg Angst in mir auf, dass auch Hiroshi einfach geschwiegen hatte, die Schuld weiter auf ihn eindrückte und er noch immer diese Traurigkeit und Bitterkeit in seinen Augen trug, sie nur vertuschte. Fast stiegen mir die Tränen in die Augen, warum war ich so sturköpfig? Ich senkte den Kopf, doch bemerkte schließlich wie Seiko hier herüber kam. Oh na super, das war genau das gewesen was ich gehofft hatte vermeiden zu können. "Macht es Spaß mich am Mittag meines freien Tages anzulügen oder warum tust du das?" Ich seufzte auf. "Nein ich wollte nicht dass du dir Sorgen machst." murmelte ich, während Seiko die Decke unsanft entfernte. Das Stück Stoff meines Kleides hatte sich bereits rot verfärbt, die Wunde war wohl doch ein wenig tiefer als ich gedacht hatte. "Ein hübsches Nichts." Ich zog die Augenbrauen zusammen als sie mich anfunkelte. Da versuchte man einmal seine Schwester an ihrem freien Tag vor Sorge zu schützen und dann sowas. "Bleib sitzen, ich habe im Badezimmer noch einen Verband." Seufzend entfernte ich das Stück Stoff von meinem Bein und betrachtete die Wunde genauer. Sie war nicht besonders groß, dafür aber tief. Das Wurfmesser hatte sich wirklich sehr nett in mein Bein eingegraben.

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 2:46

Ich kochte innerlich vor Wut, als Shina sich in Schweigen hüllte. Natürlich hätte es mich ebenfalls sehr wütend gemacht wenn sie mir, so wie sie es grundsätzlich zu tun pflegte, widersprach doch dass sie mich einfach anschwieg als ob ich Luft oder etwas ähnliches sei, trieb meine Geduld an ihre Grenzen. Vor allem war es die absolute Höhe, dass sie nicht einmal auf einen Teil meiner Worte reagierte, sprich weder auf die Tatsache, dass sie keinerlei Schuld trug noch darauf, dass meine Verletzung mein eigenes Verschulden war. Hatte sie sich den Kiefer verrenkt oder was war geschehen? Ich grummelte auf dem Weg zum Badezimmer und durchsuchte dort immer noch meine Regale. Neben meinem Kleiderschrank war das Regal dieses Raumes vermutlich das Einzige in dem noch halbwegs ein Ordnungssystem zu erkennen war. Aber bitte! Obwohl ich nicht gerne aufräumte, getan hätte ich es bestimmt, wenn mein Leben sich nicht nur aus militärischen Dingen wie Audienzen und anderem zusammengesetzt hätte. So schlimm war ich nun auch wieder nicht. Sollte ich mir den Vorsatz machen, an meinem nächsten freien Tag meine Wohnung gänzlich aufzuräumen, so dass sie wieder einen normalen Zustand annahm? Ich legte den Kopf schräg und zuckte anschließend kurz zusammen, als eine auf der Kante des Regals liegende Packung starker Schmerztabletten auf den Marmorboden fiel. Wie ich solche Momente doch hasste. Ich beugte mich hinab und hob die Packung auf, wobei ich mir auch noch den Kopf an dem Regal anschlug, das wurde ja immer besser. Somit war der Entschluss gefasst, die Wohnung bei nächster Gelegenheit nicht aufzuräumen, es sei denn meine Möbel sollten als Brennholz enden und ich wollte mir neue Anschaffen. Ich rieb mir den Kopf und fand letztendlich einen Verband, sowie Desinfektionsmittel und Tücher, zusätzlich eine Wundheilsalbe. Mit all diesen Sachen bepackt ging ich zurück in das Wohnzimmer und legte sie auf den Tisch. "Streck dein Bein aus und leg den Fuß am besten auf den Tisch ab, sonst dauert diese Prozedur noch ewig. Und was deine Sorgen betrifft: Es wäre mir lieber wenn du dir erst mal angewöhnst mich nicht zu belügen anstatt dir durch den Kopf gehen zu lassen was mir Sorgen bereitet und was nicht."

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 2:49

Ich lehnte mich in dem Sessel zurück und versuchte den Geruch des Blutes so gut es ging zu ignorieren. Ich mochte ihn nicht, denn jedes Mal wenn er mir in die Nase stieg kamen auch alle anderen Erinnerungen hoch die mit Blut zu tun hatten. Getötete Menschen überall um mich herum, darunter meine Eltern und dann auch noch die schwerverletzte Seiko. Ich schluckte wieder, vermutlich war ich wirklich zu stur für diese Welt. Wieso konnte ich den Worten meiner Schwester nicht einfach Glauben schenken und Frieden mit der Vergangenheit schließen? Aber es ging einfach nicht, ich sah ein, dass ich den Tod meiner Eltern vermutlich auch nicht hätte verhindern können, da ich einfach noch zu klein war, doch trotzdem machte es mir zu schaffen, dass dieser Überfall genau dann geschehen war, als ich in den Wald gerannt war. Auch Seikos Verletzung hätte ich womöglich nicht verhindern können, sie war damals noch so klein gewesen und vermutlich selbst dann weggelaufen, wenn ich nur einmal den Blick abgewandt hätte. Vielleicht würde ich mich damit abfinden können, doch es würde seine Zeit brauchen. Es war das erste Mal, dass ich es überhaupt in Erwägung zog, dass ich nicht schuld sein könne. Ich hatte dies immer als selbstverständlich betrachtet. Schließlich hörte ich ein relativ leises Geräusch und dann einen dumpfen Aufprall. Autsch, das war vermutlich das Regal gewesen. Dann kehrte Seiko vollbepackt aus dem Badezimmer wieder. "Streck dein Bein aus und leg den Fuß am besten auf den Tisch ab, sonst dauert diese Prozedur noch ewig. Und was deine Sorgen betrifft: es wäre mir lieber wenn du dir erst mal angewöhnst mich nicht zu belügen anstatt dir durch den Kopf gehen zu lassen was mir Sorgen bereitet und was nicht." Ich tat wie geheißen. "Das war eine Notlüge." versuchte ich mich zu verteidigen, zugegebenermaßen erbärmlich zu verteidigen. Während ich noch immer auf mein Bein starrte biss ich mir mehrmals auf die Lippe. "Es tut mir leid." murmelte ich schließlich leise.

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 3:31

Ich schnappte mir eines der Tücher und befeuchtete es mit Desinfektionsmittel um damit Shinas Wunde zu reinigen, bevor diese sich noch entzünden würde. Es war nicht einfach nur widerwertig ewig warten zu müssen bis Dinge wie diese verheilten, nein es tat auch teilweise furchtbar weh. Vorsichtig schob ich schließlich den Stoff ihres Kleides zur Seite, was dank dessen Schnitt nicht sonderlich schwer war, allerdings kein sehr schönes Bild bot: so seidiger Stoff mit Blut verklebt an Shinas Bein und ähnliches. Der Geruch des Blutes, welcher zuvor schon im Raum gewesen war intensivierte sich, was ebenfalls nicht sehr angenehm war, doch aufgrund dessen, dass ich mit diesem beinahe täglich in Kontakt kam war ich in diesem Punkt kaum noch zu beeinflussen. "Das war eine Notlüge." Ich drückte das feuchte Tuch auf Shinas Wunde, woraufhin diese kurz zuckte. Ja meine Liebe, das brennt ein wenig. Auf ihre Worte hin schenkte ich ihr einen tödlichen Blick und tupfte vorsichtig die Wunde ab. "Das war eine Notlüge." äffte ich sie nach. Was war das denn für eine bittere Verteidigung? "Was Besseres ist dir jetzt auch nicht eingefallen oder?" fragte ich gereizt was auf Shinas Verhalten zurückzuführen war. "Und dann noch meinen Versuch als schlecht bezeichnen, bei solch einer erbärmlichen Ausrede." Genervt schmiss ich das Tuch auf den Tisch, welches nach kurzem Schweben auf diesem zum Liegen kam und schnappte mir die Salbe. Die dickflüssige Creme war kühl als ich meine Finger hinein tauchte, was mich im ersten Moment kurz schaudern ließ, da ich damit nicht gerechnet hatte. Schließlich trug ich sie auf Shinas Wunde auf. "Es tut mir leid." "Das sollte es auch!" gab ich bissig zurück. So sehr ich meine Schwester auch liebte, die Nummer des heutigen Morgens nahm ich ihr ehrlich gesagt ziemlich krumm. Ich schenkte ihr noch einen weiteren tödlichen Blick, als ich den Verband nahm und diesen um ihr Bein wickelte. Schließlich machte ich einen Knoten um den Stoff zu fixieren und richtete mich auf. "Und jetzt die Messer. Bevor du dich noch ein weiteres Mal in meinem Wohnzimmer aufzuspießen gedenkst." sagte ich streng und sah Shina mit einem Blick an, der nicht einmal in einer Millionen Jahre einen Widerspruch zulassen würde. Wehe sie würde es auch nur ansatzweise versuchen. "Sofort." verlieh ich der Sache Nachdruck und hielt die offene Hand erwartungsvoll hin.

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 3:34

Ich zuckte zusammen als Seiko das Tuch ziemlich unsanft auf die Wunde drückte, das brannte ja wirklich abartig. Wenn ich nicht aufpasste, so würde meine Schwester mich vermutlich heute noch umbringen so gereizt wie sie war. Ich hasste es sie so aufgebracht zu sehen und auch noch zu wissen dass ich schuld daran war, aber was konnte ich schon dagegen machen. Ich hatte verdammt anstrengende Wochen hinter mir, die mit so gut wie nichts als Arbeit gefüllt waren mal abgesehen von den wenigen Stunden zusammen mit Hiroshi die nicht geschäftlich waren. Und nun kam ich hierher, eigentlich aus guten Gründen um meine Schwester zu besuchen und alles was ich erreichte war eine stinkwütende, vollkommen aufgebrachte Seiko die mir vermutlich bald die Augen auskratzen würde, wenn es so weiter ging. Ich hörte Seikos nachgeäffte Worte und bemühte mich so gut es ging ruhig zu bleiben. Ja, es war eine Notlüge gewesen, ich war kein vollkommen verweichlichtes Balg und ich konnte so einiges ab, immerhin war ich schon einmal fast draufgegangen und eine Explosion war wirklich keine besonders nette Erfahrung, deswegen hätte ich die Wunde auch so abgekonnt ohne sofort daran zu sterben. Ich kannte meine Schwester sehr gut, wenn ich nicht sagen durfte besser als jeder andere abgesehen von Shinji und ich wusste dass sie sich nur unnötige Sorgen um mich machte, wenn etwas passierte, was nicht zuletzt daran lag, dass ich bei der Explosion wirklich fast gestorben wäre und tagelang bewusstlos gewesen war. Und ich wusste auch wie sehr sie momentan im Stress war und mit wie vielen Akten und nervtötenden Angelegenheiten sie sich herumschlug, ich wusste genau wie fertig sie war und genau aus diesem Grund hatte ich ihr weitere Stressfaktoren wie diese Verletzung gern erspart, aber jetzt war ich wieder das Miststück dass sie zum Spaß anlog und mit teuflischer Freude dafür sorgte, dass sie böse wurde, diejenige die ihre Schuldgefühle nur offenbart hatte um sie vollkommen auf die Palme zu bringen. "Das sollte es auch!" Ich biss die Zähne zusammen, da musste ich jetzt wohl oder übel durch. "Kein Grund mir gleich an die Kehle zu gehen." brachte ich mühsam ruhig hervor. "Und jetzt die Messer. Bevor du dich noch ein weiteres Mal in meinem Wohnzimmer aufzuspießen gedenkst." Ich unterdrückte ein 'Klar, aber nur wenn DU mich damit nicht aufzuspießen gedenkst.' und löste die beiden Gurte um meine Oberschenkel um Seiko nach einem 'Sofort' die Wurfmesser zu überreichen. "Wenn ich das wirklich vorhätte, hätte ich mich nicht so dümmlich angestellt." murmelte ich und deutete auf die Wunde.

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 3:37

Ich nahm die beiden Gurte, an denen Shinas Wurfmesser befestigt waren in die Hand und zog diese noch im selben Wimpernschlag zurück, bevor meine Schwester noch auf andere Gedanken kam und versuchte mir diese zu entreißen. Die Messer wogen wirklich mehr, als ich es zunächst gedacht hatte, was vermutlich auch zu einem gewissen Teil an der Anzahl der Waffen lag, dennoch überraschte es mich ein wenig. Ich zog die Augenbraue hoch. Okay, verglich man diese Dinger mit meinen Waffen in Form von Bildern, so hätten sie definitiv das einer Feder einkassiert. "Kein Grund mir gleich an die Kehle zu gehen. Wenn ich das wirklich vorhätte, hätte ich mich nicht so dümmlich angestellt." Ich ignorierte ihren ersten Satz gekonnt. Nun ja, ich war wirklich gereizt, was auf den letzteren, gänzlich miserablen, Zeitraum zurückzuführen war, an dem ich so ziemlich alles was man verabscheute hatte tun müssen und es war definitiv nicht fair dies wenn auch nur bedingt an Shina auszulassen, doch sie hatte es ja teilweise provoziert. Ihr zweiter Satz ließ mich kurz schnauben und ich blickte sie lediglich von der Seite an. "Als ob jeder andere Versuch intelligenter gewesen wäre." gab ich zurück. Schließlich knotete ich die beiden ledernen Gurte an die dafür vorhergesehenen Enden zusammen und schritt hinüber zu einer, so wie alles andere im Raum auch, mit Akten belagerten Kommode. Ich legte die Messer in eine erstaunlicherweise leere Schublade und lehnte mich anschließend gegen das Holzstück, die Hände auf die Kanten gelegt. Ach was für ein wunderbares Gefühl zahlreiche Akten und Papiere sprichwörtlich im Nacken zu haben, mit der Gewissheit sich noch durch jede einzelne durchackern zu dürfen. Ich rieb mir die Schläfen. Jedes Mal wenn ich mich über etwas aufregte bekam ich entweder furchtbare Kopfschmerzen, so wie es jetzt der Fall war, oder fing an vor Zorn zu glühen, siehe gestern Abend. Ich senkte den Kopf und blickte auf den schwarzen Marmorboden, beziehungsweise auf den Teil, den man noch unter den Papieren und dem schwarzen Teppich welcher unter dem Tisch lag, erkannte und versuchte mich zu entspannen und den stechenden Schmerz damit in den Hintergrund zu drängen. "Und nun?" sagte ich noch immer ein wenig genervt zu Shina, bevor diese noch weiteren Idee hatte um sich hier irgendwie zu ermorden und diese anwandte.

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 3:40

Ich sah zu wie Seiko die Wurfmesser verräumte, als wären sie eine hochexplosive Bombe und ich hätte es darauf angelegt mich damit umzubringen. Hätte ich das wirklich gewollt, wäre ich jetzt tot und säße ihr nicht quietschlebendig gegenüber. Man zielte jawohl auf die Pulsschlagader und nicht auf den Oberschenkel wenn man wirklich verbluten wollte. Ich unterdrückte ein Seufzen und richtete meinen Blick wieder auf Seiko, die wie ein Wachhund vor der Kommode lauerte. Gut ich wusste dass ich daran schuld war, dass sie sich aufgeregt hatte, aber ich konnte meine Worte schlecht zurücknehmen und es lag unter meiner Würde jetzt um Verzeihung zu betteln, zudem es nicht bloß meine Schuld gewesen war. "Als ob jeder andere Versuch intelligenter gewesen wäre." Ich verschränkte die Arme vor der Brust und lauschte ihren Worten, natürlich wären auch andere Versuche nicht klüger gewesen. "Aber effektiver." murmelte ich und verfluchte mich sofort selbst für diese Worte. Warum konnte ich nicht einmal meine viel zu große Klappe halten, da hatte ich sie doch bereits bis aufs Blut genervt und dann brachte ich sowas. Ich beobachtete wie Seiko sich die Schläfen rieb und biss mir auf die Lippe, jetzt hatte ich ihr auch noch Kopfschmerzen verursacht. Was war ich eigentlich für eine ältere Schwester? Ärgerlich über mich selbst schüttelte ich den Kopf und hätte mich nur zu gern vor die Stirn geschlagen. "Und nun?" Ich hatte auf diese Frage keine Antwort mehr, versuchte dennoch ein Schulterzucken zu vermeiden. Die Lust auf einen Spaziergang war mir nun wirklich vergangen. Vermutlich wäre das wie in einer schlechten Komödie, zwei Schwestern, die eine stinkwütend mit einer schwarzen Gewitterwolke über dem Kopf die ständig Donnergrollen und Blitze von sich gab und die andere deprimiert und von Schuld zernagt mit einer ständigen Regenwolke als Begleiter, die dafür sorgte dass sie aussah als wäre sie grade aus dem nächsten Teich gekrochen. Ich verfluchte meinen Körper als mein Magen so dermaßen laut knurrte, dass es Seiko gar nicht überhört haben konnte.

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 3:42

"Aber effektiver." Ich funkelte Shina einen Moment lang an und war kurz davor ihr eine böse Antwort entgegenzuschleudern, schüttelte dann jedoch den Kopf. Dieses Verhalten grenzte, wie mir nun auffiel, an das zweier Kleinkinder. Jedoch erwies sich das Kopfschütteln als Fehler. Meine Kopfschmerzen traten nun noch deutlicher in den Vordergrund so dass selbst das Reiben der Schläfen nicht mehr seinen Zweck erfüllte. Wieso geschah sowas eigentlich immer mir? Niemand anderes bekam auch nur ansatzweise Migräne oder begann aufzuleuchten wenn man ihn aufregte oder er ähnlichen Gefühlsschwankungen ausgesetzt war. Wieso war speziell mein Leben immer so unfair? Ich grummelte etwas Unverständliches und versuchte mich ein wenig zu entspannen um den Kopfschmerzen Einhalt zu gebieten, während ich die Beine übereinander schlug. Schließlich, nach ein paar tiefen Atemzügen, blickte ich zu Shina, welche wie eine Statue auf dem Sessel saß und keinen Mucks von sich gab… zumindest fast keinen wie ich in der folgenden Sekunde festzustellen hatte. Ihr Magen knurrte lautstark, was mir ein schmales Lächeln entlockte. So war das immer bei Shina. Wenn man es schaffte ihr Mundwerk lahmzulegen, sei es nun aufgrund von einer Krankheit, einer Verletzung oder in einem Fall wie diesem, so fand sie immer wieder einen neuen Weg um sich, wenn vielleicht auch unfreiwillig, zu äußern. Heute ging dieser Punkt an den Magen. "Damit wäre diese Frage wohl auch beantwortet." meinte ich und stieß mich von der Kommode ab. "Wenn du es benötigst, du weißt ja wo das Badezimmer ist." Ich verschwand ohne ein weiteres Wort für ein paar Minuten in meinem Zimmer und kleidete mich in meine Uniform, welche inzwischen vermutlich das Einzige war, was ich neben Kleinigkeiten wie Shinjis Pullover und ähnlichem noch an Kleidungsstücken besaß. Nachdem ich auch noch meine Haare notdürftig in Form gebracht und ein wenig Geld eingepackt hatte kehrte ich in das Wohnzimmer zurück. "Bist du so weit, oder ist dir derweil der Appetit vergangen?" fragte ich während ich mein Schwert an mich nahm und es in der dafür vorgesehenen Halterung anbrachte.

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 3:45

Ich hatte den Blick weiterhin auf Seiko gerichtet, sie wirkte alles andere als erfreut und wieder meldete sich mein Gewissen und prügelte mir weiterhin ein, dass ich daran schuld war. Wieso konnte ich nicht einmal freundlich sein oder meine Klappe halten? Wieso endete eigentlich immer alles was ich tat in einer hoffnungslosen Katastrophe? Ich fuhr mir mit den Fingern über die Stirn, war Kopfschmerz jetzt ansteckend? "Damit wäre diese Frage wohl auch beantwortet." Ich verfluchte meinen Magen weiterhin, wieso meinte er eigentlich für mich antworten zu müssen? Ich war sehr wohl auch in der Lage selbst zu reden. Ich seufzte und lächelte dann ein wenig. "Vermutlich." "Wenn du es benötigst, du weißt ja wo das Badezimmer ist." Ich ließ mich daraufhin nicht lange bitten und verschwand in Seikos Badezimmer. Wie nicht anders zu erwarten sah ich nicht wirklich gut aus. Memo an mich selbst: Sessel vermeiden. Grund: Vernichtung von Frisur und Makeup. Ich fuhr mir mit den Fingern notdürftig durch das soeben geöffnete Haar und steckte es dann wieder zu einer halbwegs annehmbaren Frisur auf. Danach spritze ich mir etwas Wasser ins Gesicht und versuchte die schlimmsten Makeup Katastrophen zu vernichten. Ich hatte keine Lust den Zirkusclown zu spielen, wenn wir wirklich essen gehen würden. Auch an meinem Kleid zupfte ich herum und versuchte eine geeignete Position dafür zu finden. Als ich halbwegs zufrieden mit meinem Gesamtbild war ging ich zurück ins Wohnzimmer und nahm nicht (!) auf einem der Sessel Platz. "Bist du so weit, oder ist dir derweil der Appetit vergangen?" Ich grinste auf Seikos Worte hin, die soeben das Wohnzimmer betreten hatte. "Nein, nicht wirklich, aber ich hätte meine Wurfmesser ganz gern zurück." sagte ich und verschränkte die Arme grinsend vor der Brust. "Ansonsten bewege ich mich keinen Zentimeter."

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 3:48

Ich zog den Riemen noch einmal fest nur um sicher zu gehen, dass die Klinge sich nicht doch lösen würde und zupfte hier und da noch meine Uniform zurecht. "Nein, nicht wirklich, aber ich hätte meine Wurfmesser ganz gern zurück. Ansonsten bewege ich mich keinen Zentimeter." Meine Augenbrauen huschten einen Moment nach oben. "Ach tatsächlich? Diese Aussage ist meiner Meinung nach sehr fragwürdig. Vor allem wenn man bedenkt, dass ich nichts außer etwas Tee im Haus habe." Ich durchquerte den Raum und öffnete die Schublade der Kommode, welche einen Moment bedrohlich wankte. Super, jetzt sollte ich noch unter Akten begraben werden oder wie? Die Schlagzeile des Titelblatts der morgigen Tageszeitung: Die neue Waffe der Domäne. Untertitel: Maruyama-Akten töten Vizeadmiralin Sugimura. Schwerter und Gewehre scheiden aus der Waffennorm aus. Ich atmete erleichtert auf als der Stapel letztendlich zum Stillstand kam. Okay, ich würde mich durch diese Dinger durcharbeiten, völlig egal was auch kam. Ich brauchte in meinem Haus vieles, aber keinen Weltkrieg mit meinen Akten, was das Kämpfen betraf war der Tagesbedarf mehr als nur gedeckt. Und ganz so schlimm war diese Aufgabe ja auch nicht solange es nicht um Bauernwirtschaft ging… oder Zölle der Einzelhändler… oder Steuerabgaben… oder zum Beispiel… Ich verzog das Gesicht. Nun gut, solche Akten waren nicht alltäglich, aber es gab sie nun einmal und da Xian während Shigerus Abwesenheit krank geworden war blieben sämtliche dieser Dinger an mir hängen. Toll. Hätte Xian nicht während sie im Bett gelegen hatte wenigstens ein paar von ihnen durchsehen können? Ich seufzte und griff in die Schublade. Zunächst nahm ich Shinas Wurfmesser heraus und warf sie ihr zu. "Wenn du es wieder schaffst dich mit diesen Dingern zu verletzen, dann schicke ich dich in eine der Squadeinheiten und lasse dir Nachhilfe im Punkto Waffenumgang geben." Ich grinste leicht und nahm meine Handschuhe heraus, ehe ich die Schublade wieder schloss. "Ich würde vorschlagen dass wir in die Innenstadt gehen, da gibt es ein gutes Lokal. Der Besitzer ist ein guter Freund von mir, zumindest glaube ich das, da er jedes Mal beinahe auf dem Boden daher kriecht und mir sagt wie dankbar er doch ist, seit ich damals seinen Laden vor der Kleinholzverarbeitung bewahrt habe. Da wollte ich mir einmal nach Schichtende einen Kaffee holen und was passiert? Ein paar Möchtegerngangster wollten das Lokal zerlegen, ich dachte es hackt!" Ich schweifte ein wenig vom Thema ab, was mir jedoch ziemlich egal war. Es nervte mich ziemlich, dass der Besitzer seine Dankbarkeit in einem solchen Ausmaß darstellte und auf der anderen Seite war es mehr als nur erbärmlich, aber immerhin hatte ich nie mehr für irgendetwas zahlen müssen und der Kaffee, Tee sowie sämtliche Reis und Geflügelgerichte waren wirklich hervorragend. Ich zog meine Handschuhe an und zupfte sie wie zuvor meine Uniform ein wenig zu Recht. "Einwände?" fragte ich Shina.

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 3:52

"Ach tatsächlich? Diese Aussage ist meiner Meinung nach sehr fragwürdig. Vor allem wenn man bedenkt, dass ich nichts außer etwas Tee im Haus habe." Ich hatte noch immer die Arme vor der Brust verschränkt und betrachtete Seiko kritisch. "Ach ich dachte die Fastenzeit hätte mir nicht geschadet. Bei dieser Aussage bin ich davon ausgegangen, dass ich zu dick bin, also wird mir weitere Fastenzeit ja ebenfalls nicht schaden." Auch wenn ich es zu vermeiden versuchte, zuckte ein kurzes Grinsen um meine Mundwinkel. Seiko durchquerte dann jedoch trotzdem den Raum, geradewegs in Richtung Kommode, in der meine Wurfmesser lagen. Aber sie zog ein wenig zu schwungvoll an der Schublade und der gigantische Aktenberg auf der Kommode geriet ins Schwanken, einen Moment hatte ich wirklich Sorge um meine Schwester, denn von kiloweise Akten begraben zu werden war nicht unbedingt das schönste Ende was man sich vorstellen konnte. "Du solltest die Dinger vielleicht an einen sicheren Ort räumen." Okay, dumme Aussage. Ich sah mich um, hier gab es einfach keinen sicheren Ort für Akten und wenn doch, dann war er bereits mit solchen belegt. Ich war erleichtert zu sehen, dass der Berg aufhörte zu schwanken, denn einerseits hätte Seiko wirklich verletzt werden können und andererseits hätte ich sie dann retten müssen und das Bild von mir als Turmspringer in das Meer der Akten, wo ich mehrmals auftauchten müsste um Luft zu holen und dann wieder unter den Akten verschwinden müsste um irgendwann mit der halberstickten Seiko wieder aufzutauchen, war zwar irgendwie witzig, aber nicht besonders wünschenswert. Seiko warf die Wurfmesser in meine Richtung und blitzschnell schoss meine rechte Hand nach oben, um sie am Gurt zu fassen zu bekommen. Ich schob das Kleid ein Stück an die Seite und befestigte die beiden Gurte wieder um meine Oberschenkel, dann wanderte mein Blick zurück zu Seiko. "Wenn du es wieder schaffst dich mit diesen Dingern zu verletzen, dann schicke ich dich in eine der Squadeinheiten und lasse dir Nachhilfe im Punkto Waffenumgang geben." Ich zog die Augenbrauen ein wenig in die Höhe. "Bitte. Für wie blöd hältst du mich? Ich bin sehr wohl in der Lage mit meinen Waffen umzugehen und ich wette deine Sessel waren nicht ganz unschuldig an dieser Verletzung." Ich deutete erst auf den Sessel und dann auf den Verband an meinem Oberschenkel. Muhahaha, jetzt konnte ich auch meinen Punkt, an Seikos Sesseln für Verkrampfung und Make-up-Tötung Rache nehmen, auf der To-do-Liste abhaken. "Ich würde vorschlagen dass wir in die Innenstadt gehen, da gibt es ein gutes Lokal. Der Besitzer ist ein guter Freund von mir, zumindest glaube ich das, da er jedes Mal beinahe auf dem Boden daher kriecht und mir sagt wie dankbar er doch ist seit ich damals seinen Laden vor der Kleinholzverarbeitung bewahrt habe. Da wollte ich mir einmal nach Schichtende einen Kaffee holen und was passiert? Ein paar Möchtegerngangster wollten das Lokal zerlegen, ich dachte es hackt!" Ein Grinsen trat auf mein Gesicht, ich konnte mir die Szene nur zu gut vorstellen. Seiko die gestresst von der Arbeit kam und sich auf einen Kaffee freute und dann kamen so ein paar Möchtegernrüpel die meinten die großen Macker zu spielen daher und hatten das Bedürfnis etwas auseinander zu nehmen. Das Seiko sie zerlegt hatte, anstatt dass sie den Laden zerlegt hatten, war gar keine Frage. "Einwände?" Ich schüttelte den Kopf. "Nein, keinen einzigen." Innerlich rieb ich mir bereits die Hände. Und drei, zwei, eins: Die Quizshow konnte beginnen, alle Scheinwerfer auf Seiko. "Also wie war das jetzt mit Shigeru?" fragte ich neugierig nach.

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 3:56

Ich verschränkte die Arme und bewegte mich langsam in Richtung Haustür. "Ach ich dachte die Fastenzeit hätte mir nicht geschadet. Bei dieser Aussage bin ich davon ausgegangen, dass ich zu dick bin, also wird mir weitere Fastenzeit ja ebenfalls nicht schaden." "Das habe ich nicht gesagt. Aber um ehrlich zu sein geht es mir nur darum, deine Leiche nachher nicht unauffällig aus dem Haus schleifen zu müssen, nur weil du wegen Mangel an lebensnotwendigen Vitaminen dein Leben ausgehaucht hast." Ich stellte mir die Szenerie einen Moment bildlich vor, was wirklich sehr lächerlich war. Zunächst würde ich meine tote Schwester auf zahlreichen Akten liegend vorfinden, welche allesamt gänzlich zerknickt oder zerdrückt waren. Dann sollte ich vielleicht einen Kartoffelsack oder etwas ähnliches suchen, um sie wenigstens ein bisschen unauffälliger zu gestalten, da eine Frau mit langem silbernen Haar, so wie ungewöhnlichen Kleidern und Wurfmessern am Oberschenkel nicht gerade zu dem üblichen Bestandteils des Straßenrandes zählte. Wo ich sie dann ablieferte war eine andere Sache. Ich schüttelte den Kopf. Über was dachte ich da eigentlich nach? War so etwas wirklich gesund? Meine Kopfschmerzen kehrten wegen der Bewegung einen Moment lang zurück und ich rieb mir wie dutzende Male zuvor die Schläfen. "Du solltest die Dinger vielleicht an einen sicheren Ort räumen." Ich seufzte leise. "Wenn es einen gäbe. Ich werde mich ihnen nach deiner Abreise widmen, dabei sollte ich vielleicht zusätzlich einen Lageplan erstellen, wo es Lagerungsplatz gibt und welche Größe dieser hat." Demotiviert blickte ich in mein Wohnzimmer. Wenn es Bomben gab, welche aus Akten und Papieren bestanden und diese als Endprodukt zurückließen, so hatten sich hier mehr als 1000 Jahre Krieg zugetragen. Ein schmales Lächeln legte sich bei Shinas folgenden Worten auf meine Züge. "Bitte. Für wie blöd hältst du mich? Ich bin sehr wohl in der Lage mit meinen Waffen umzugehen und ich wette deine Sessel waren nicht ganz unschuldig an dieser Verletzung." Zustimmend nickte ich "Gewiss, ein lebloser Sessel trägt stets dazu bei sich Wurfmesser in das Bein zu rammen nicht?" Ich drehte mich um und legte den Kopf schräg. "Diese bösen bösen Dinger." Ich kicherte amüsiert und hörte, wie Shina meinen weiteren Worten zustimmte, woraufhin ich die Haustür öffnete und in den Hausflur trat. "Also wie war das jetzt mit Shigeru?" Ich unterdrückte ein Seufzen. Seit wann wurde Wer-wird-Millionär zur Mittagszeit ausgestrahlt? Und zu allem Überfluss gönnte mir Shina nicht einmal einen Kaffee. Aber bevor sie mich wie damals damit abfüllte… "Weißt du was, gönne mir wenigstens ein paar Minuten für einen Kaffee und ein Stück Erdbeerkuchen aus dem Café und du erfährst alles was ich dir erzählen möchte und für bedeutend erachte. Wobei… das tust du sowieso nicht." Mit einem Grinsen auf den Zügen wartete ich bis Shina aus dem Haus trat und schloss anschließend die Tür ab. Inzwischen war meine Laune wieder in den positiveren Bereich gerückt, was möglicherweise daran lag, dass Shina einfach da war und mir in Momenten wie diesen erst deutlich bewusst wurde wie unglaublich oft sie mir fehlte und wie ich es hasste mich mit ihr zu streiten. Deshalb bereute ich auch, wie ich mich ihr gegenüber zuvor verhalten hatte und beschloss diese ohnehin begrenzte Zeit weitgehend zu genießen. Und selbst wenn Tag eins vermutlich aus einer reinen Quizshow bestand, ich hatte endlich Ruhe vor meiner Arbeit und konnte darauf hoffen, dass er wenigstens zu einem gewissen Teil amüsant werden würde.

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BeitragThema: Re: Das Apartment von Seiko   Mo 27 Jan 2014 - 4:00

"Das habe ich nicht gesagt. Aber um ehrlich zu sein geht es mir nur darum, deine Leiche nachher nicht unauffällig aus dem Haus schleifen zu müssen, nur weil du wegen Mangel an lebensnotwendigen Vitaminen dein Leben ausgehaucht hast." Meine Augenbrauen huschten für einen Moment in die Höhe als ich Seikos Worten lauschte. "Aber sicher doch, weil du tausend Jahre weg sein wirst und ich sowieso schon vollkommen unterversorgt an deinen lebensnotwendigen Vitaminen bin, dass ich nach zwei Minuten bereits röchelnd auf deinen Akten sterben würde." Ich lachte, obwohl die Vorstellung eigentlich gar nicht so witzig war, wenn dann wollte ich an einem schönen Ort sterben und nicht umgeben von Kriegsoptionen, Lageplänen und Steuerabgaben. "Außerdem wäre es dir zu viel Arbeit später meine Leiche entsorgen zu müssen, weswegen du dies sowieso nicht zulassen würdest, jedenfalls soweit ich dich kenne." Ich grinste noch immer. Seiko würde vieles tun, aber nicht ihre große Schwester elendig versterben lassen und ihre Leiche dann einmal quer durch die Drecksviertel zu schleifen um dieser dann mit einem Seil einen Stein um die Beine zu binden und sie wie einen Klotz im nächstgelegenen Teich versenken, damit sie den Kois Gesellschaft leisten konnte. "Wenn es einen gäbe. Ich werde mich ihnen nach deiner Abreise widmen, dabei sollte ich vielleicht zusätzlich einen Lageplan erstellen, wo es Lagerungsplatz gibt und welche Größe dieser hat." Ich nickte und sah mich noch einmal in ihrer Wohnung um, hier gab es wirklich kaum einen Ort wo man noch Dinge ablegen konnte, womöglich war ein Lageplan gar keine so schlechte Idee. "Gewiss, ein lebloser Sessel trägt stets dazu bei sich Wurfmesser in das Bein zu rammen nicht?" Ich nickte, diesmal sehr siegesgewiss. "Natürlich, meinst du ich hätte meine Wurfmesser in mein Bein gerammt, wenn dein Sessel nicht dafür gesorgt hätte, dass ich vollkommen verkrampft war?" Ich zog die Augenbrauen in die Höhe und grinste dann. "Diese bösen bösen Dinger." "Du solltest dir definitiv Neue besorgen." Und diesmal auf das Stiftung Warentest Siegel achten, beendete ich den Satz in Gedanken. "Weißt du was, gönne mir wenigstens ein paar Minuten für einen Kaffee und ein Stück Erdbeerkuchen aus dem Café und du erfährst alles was ich dir erzählen möchte und für bedeutend erachte. Wobei… das tust du sowieso nicht." Beleidigt verschränkte ich die Arme. Warum war sie nur immer so ein Herauszögerer? Ihre arme Schwester starb hier gerade vor Neugierde und sie… sie wollte doch tatsächlich erst einen Kaffee und ein Stück Erdbeertorte! Frechheit! "Willst du mich wirklich so quälen?" fragte ich und ließ den Kopf hängen. Dabei wurde ich dummerweise unaufmerksam, latschte wie ein Blindfisch durch die Tür und verhakte mich in der Türschwelle, worauf ich mich natürlich prompt langlegte und auf dem Boden Seikos Wohnung verließ. "Au." murmelte ich und hievte mich dann wieder nach oben.


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